Auf Sand bereits in der Nati
17.07.2026 Sport, HandballBeachhandball: Ilias Mrose vom TV Muri überzeugt an der U17-Europameisterschaft und debütiert im A-Nationalteam
Ilias Mrose schrammte im Frühling mit dem TV Muri an den Aufstiegsspielen zur Nationalliga B vorbei. Jetzt bewies der 17-Jährige mit dem ...
Beachhandball: Ilias Mrose vom TV Muri überzeugt an der U17-Europameisterschaft und debütiert im A-Nationalteam
Ilias Mrose schrammte im Frühling mit dem TV Muri an den Aufstiegsspielen zur Nationalliga B vorbei. Jetzt bewies der 17-Jährige mit dem Beachhandball-Nationalteam, dass er auch auf Sand grosse Qualitäten hat. «Mir macht es einfach grossen Spass», sagt er über seine «Nebenbeschäftigung».
Josip Lasic
60 Tore beziehungsweise 119 Punkte war seine Ausbeute (siehe Box) – an Ilias Mrose lag es nicht. An der U17-Beachhandball-Europameisterschaft in Kroatien belegte der Spieler des TV Muri Rang 5 der Topskorerliste. Die Schweiz kam unter 16 Mannschaften trotzdem nicht über Rang 9 hinaus.
Eine Woche später stand der 17-Jährige erneut auf dem Sand in Kroatien. Diesmal trat er erstmals mit dem A-Nationalteam an. Beim Qualifikationsturnier für die Europameisterschaft 2027 benötigte die Schweiz einen Platz unter den ersten sieben Mannschaften. Mrose überzeugte erneut und belegte Rang 22 der Topskorerliste, diesmal mit 32 Toren beziehungsweise 64 Punkten. Für das Team blieb jedoch wieder nur Rang 9. «Das ist schade. Unser Ziel war der Halbfinal. Das Potenzial dafür hatten wir», sagt Mrose. Nach der Vorrunde war die Schweiz punktgleich mit Zypern und der Türkei, scheiterte aber wegen der verlorenen Direktbegegnungen. Dass mehr möglich gewesen wäre, zeigte das Spiel gegen den späteren Turniersieger Polen, das die Schweiz erst im Shootout verlor.
Acht Trainings in der Halle
Mit den beiden Turnieren endet eine intensive Zeit für den Handballer. Mrose, der in Rütihof wohnt und die Sportkanti in Aarau besucht, hat das Ziel, eines Tages in der Nationalliga A zu spielen. Beim TV Muri läuft er in der 1. Liga auf, zudem spielt er im U19-Elite-Nachwuchsteam der HSG Aargau Ost. Vor den Sommerferien absolvierte er acht Hallentrainings pro Woche. Hinzu kamen eine bis zwei Einheiten auf Sand. Der Beachhandball erhöht seine Trainingsbelastung. Mrose möchte trotzdem nicht darauf verzichten. «Es ist ein sehr cooler Sport. Er macht mir enorm viel Spass und ist ein guter Ausgleich und eine Abwechslung zum Handball in der Halle.»
Seit dem vergangenen Dezember spielt Mrose für den TV Muri. Der Wechsel sollte ihm vor allem Spielpraxis in der 1. Liga verschaffen. Die Idee ist, dass er in drei Jahren, wenn er die Sportkanti abschliesst, den Sprung in einen Nationalliga-A-Verein geschafft hat. «Mein Traum wäre es, eines Tages im Ausland zu spielen», sagt er. «Doch zuerst geht es darum, das nächste Ziel zu erreichen.»
Ohne Training mit Verein an die Turniere
Parallel hat der Rütihofer vor einigen Jahren mit Beachhandball angefangen. Zunächst bestritt er jeweils nur ein Turnier pro Jahr. Das änderte sich vor drei Jahren, als das Nationalteam neue Spieler suchte. «Beachhandball ist in der Schweiz noch nicht so verbreitet. Die Nati fragt deshalb die Vereine an, ob es Spieler gibt, die den Sport ausprobieren möchten», erzählt Mrose. Er meldete sich für ein Probetraining an. «Sie waren zufrieden. Ich durfte wiederkommen und bin so hineingerutscht.»
Neben dem Nationalteam spielt Mrose für die Havanna Beach Boys, die in Wohlen trainieren. Mittrainieren kann er allerdings kaum: Wenn sich die Beachhandballer am Freitag treffen, hat Mrose Trainings mit dem TV Muri oder der HSG Aargau Ost in der Halle. Mit dem Verein bestreitet er etwa fünf Turniere pro Jahr. Dazu gehört die Schweizer Meisterschaft, die in den vergangenen beiden Jahren in Wohlen ausgetragen wurde. Beide Male verpassten die Havanna Beach Boys den Titel knapp. «Es wäre schön, die Meisterschaft einmal zu gewinnen. Dann dürften wir auch international spielen.» Nach der U17-EM und der EM-Qualifikation ist die Beachhandball-Saison für Mrose beendet. Nun konzentriert er sich wieder auf die Halle. Den Sommer auf Sand möchte er trotzdem nicht missen. «Die Sportart gefällt mir nicht nur. Ich bin auch überzeugt, dass sie mir hilft, mein Spiel in der Halle weiterzuentwickeln.» Auch auf Sand bleibt ein Ziel: 2029 möchte er sich mit der Schweiz für die Europameisterschaft qualifizieren.
Die Beachhandball-Regeln
Im Beachhandball spielen zwei Teams mit je vier Spielern zwei Halbzeiten à zehn Minuten. Beide Halbzeiten zählen separat. Gewinnt ein Team beide Abschnitte, siegt es 2:0 nach Sätzen. Gewinnt jedes Team eine Halbzeit, entscheidet ein Shootout. Im Angriff ersetzt ein Spezialist den Torhüter. Tore dieses Spezialisten zählen doppelt. Ebenfalls zwei Punkte gibt es für spektakuläre Abschlüsse wie Drehwürfe oder Kempa-Tricks. Bei einem Kempa-Trick fängt ein Spieler den Ball in der Luft und wirft ihn vor der Landung aufs Tor. Darum können Spieler mehr Punkte als Tore erzielen. Im Shootout starten die Angreifer aus dem eigenen Torraum, spielen den Ball zum Torhüter, laufen Richtung gegnerisches Tor, erhalten den Ball zurück und schliessen direkt ab. Auch dabei gelten die Regeln für Ein- und Zwei-Punkte-Tore. Das Team, das das Shootout gewinnt, entscheidet das Spiel mit 2:1 Sätzen für sich.

