Besser geht es kaum
10.04.2026 Sport, VolleyballTim Köpfli aus Hermetschwil-Staffeln scheidet mit Ludwigsburg aus den Play-offs aus – und ist trotzdem zufrieden
Er hat eine neue Volleyball-Heimat gefunden. Nachdem die Karriere des Freiämters Tim Köpfli lange von Verletzungen geprägt war, ist ...
Tim Köpfli aus Hermetschwil-Staffeln scheidet mit Ludwigsburg aus den Play-offs aus – und ist trotzdem zufrieden
Er hat eine neue Volleyball-Heimat gefunden. Nachdem die Karriere des Freiämters Tim Köpfli lange von Verletzungen geprägt war, ist ihm in Ludwigsburg ein Neuanfang gelungen. Mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga und einer starken ersten Saison übertraf sein Team alle Erwartungen. Privat steht der 29-Jährige kurz vor der Hochzeit.
Josip Lasic
Die Meisterschaft ist vorbei für Tim Köpfli und die Barock Volleys MTV Ludwigsburg. Im dritten Spiel des Play-off-Viertelfinals verlieren der Freiämter und sein Team gegen den Favoriten Friedrichshafen deutlich mit 0:3. «Natürlich waren wir im ersten Moment enttäuscht, dass in diesem Spiel für uns nichts zu holen war und die Saison plötzlich zu Ende ist», erzählt der Volleyballer aus Hermetschwil-Staffeln. «Trotzdem war die Stimmung nach dem Spiel schnell wieder gut. Alle sind stolz auf eine grossartige Saison, in der wir gegen ein Team wie Friedrichshafen ein Entscheidungsspiel erzwungen haben.»
Der Freiämter und seine Mannschaftskollegen dürfen zufrieden sein mit dem Erreichten. Niemand hatte mit solchen Leistungen gerechnet. Die Barock Volleys MTV Ludwigsburg sind ein junger Verein. Sie sind seit 2022 die Volleyball-Abteilung des MTV Ludwigsburg. Köpfli stiess Ende 2024 dazu, als das Team noch in der 2. Bundesliga spielte. Damals war er vereinslos und hielt sich nach Verletzungen bei seinem Stammverein TV Lunkhofen in der Schweizer 1. Liga fit. Seitdem ging es für beide – Köpfli und Ludwigsburg – nur noch bergauf. Gemeinsam schafften sie den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielte das Team aus Süddeutschland in der höchsten Liga. Die Ziele für die erste Saison waren bescheiden: Ludwigsburg wollte die Klasse halten. Dafür durften sie unter den 15 Teams nicht Letzter werden. Am Ende wurde es Rang 6. Neun Teams liessen Köpfli und seine Kollegen hinter sich und qualifizierten sich für die Play-offs. Gegen Friedrichshafen, den 13-maligen deutschen Meister, gewann Ludwigsburg in der «Best of 3»-Serie sogar eine Partie. «Dass wir in die Play-offs kommen, und dann noch auf Rang 6, hätte niemand erwartet. Wenn man sieht, welche Teams vor uns klassiert sind und welche hinter uns, sind wir in guter Gesellschaft. Und wir gelten als die grösste positive Überraschung dieser Saison.»
Nur ein Spiel verpasst
Auch für Köpfli persönlich war es ein starkes Jahr. Nach Stationen beim italienischen Zweitligisten Cuneo und dem Bundesligisten Bitterfeld-Wolfen ist Ludwigsburg sein dritter Verein im Ausland. Bei den ersten beiden kämpfte er immer wieder mit Knieproblemen, die seine Einsatzzeiten einschränkten. Diese Schwierigkeiten hat er inzwischen im Griff. «Ich habe herausgefunden, was ich tun muss, damit die Knie halten – sei es Krafttraining oder Regeneration. Ich weiss, was mir guttut und was ich mir erlauben kann.» Andere Rückschläge blieben jedoch nicht aus. Rücken- und Schulterprobleme machten ihm zu schaffen. «Es war eine intensive Saison mit vielen Spielen in kurzer Zeit. Trotzdem bin ich zufrieden, dass ich bis auf ein Spiel alle Partien absolvieren konnte. Endlich konnte ich mich in dieser Liga beweisen. Das habe ich mir lange gewünscht.» Dreimal wurde er zum «MVP» gewählt, dem besten Spieler einer Partie. Eine zusätzliche Genugtuung: Sein Ex-Club Bitterfeld-Wolfen, der mittlerweile unter dem Namen Volley Goats Mitteldeutschland spielt, wurde Zweitletzter. «Ich habe nichts gegen den Verein. Es war für mich dort lediglich körperlich eine schwierige Saison, weshalb ich wenig gespielt habe. Aber wenn man gegen einen Ex-Club spielen kann, ist mehr Feuer drin. Und dass wir sie jetzt so distanzieren konnten, ist cool.»
Auch privat auf Erfolgskurs
Da Ludwigsburg in Baden-Württemberg liegt, ist Köpflis Zuhause in Hermetschwil-Staffeln nicht weit weg. Wenn Zeit war, ist er zu seiner Familie gefahren. Zudem ist Stuttgart in der Nähe, von wo aus er direkt nach Polen fliegen konnte. Dort spielt seine langjährige Freundin Maja Storck. Bei einem seiner Besuche haben sich die beiden verlobt. «Wir planen im Sommer 2027 zu heiraten.»
Noch hat Köpfli seinen Vertrag in Ludwigsburg nicht verlängert. Mit bald 30 Jahren ist er der älteste Spieler im jungen Team. «Ich habe hier eine kleine Volleyball-Heimat gefunden. Es ist noch nichts entschieden, aber ich kann mir gut vorstellen, weiter für Ludwigsburg zu spielen. Die Schlussverhandlungen laufen. Ich fühle mich extrem wohl und bekomme viel Wertschätzung dafür, dass ich beim Aufstieg und bei der erfolgreichen ersten Saison geholfen habe. Besser kann es nicht laufen.»

