«Cupfest» mit Handbremse
14.08.2026 Sport, FussballSchweizer Cup: FC Mutschellen – FC Winkeln SG (Samstag, 16 Uhr, Burkertsmatt)
Die Qualifikation für den Schweizer Cup ist bei Amateurvereinen immer mit der Hoffnung verbunden, ein Cup-Fest gegen einen grossen Gegner zu feiern. Den ganz grossen Namen des ...
Schweizer Cup: FC Mutschellen – FC Winkeln SG (Samstag, 16 Uhr, Burkertsmatt)
Die Qualifikation für den Schweizer Cup ist bei Amateurvereinen immer mit der Hoffnung verbunden, ein Cup-Fest gegen einen grossen Gegner zu feiern. Den ganz grossen Namen des Schweizer Fussballs hat der FC Mutschellen jetzt noch nicht erwischt. Das ist aber nicht der einzige Grund, wieso die festliche Stimmung morgen Samstag eingeschränkt werden könnte.
Morgen Samstag ist Mariä Himmelfahrt. Gleichzeitig steigt auf der Burkertsmatt das Cupspiel zwischen dem FC Mutschellen und dem FC Winkeln SG. Beides lässt sich nur schwer miteinander vereinbaren. Der FC Mutschellen musste eine Bewilligung beantragen, damit überhaupt gespielt werden darf. «Verschieben wäre nicht möglich gewesen», erklärt Mutschellen-Präsident Pietro Bascio. «Ein Spiel am Freitag wäre für die Gäste enorm schwierig gewesen. Da sie alle arbeiten, hätten sie kaum zu einer vernünftigen Zeit bei uns sein können. Auch der Sonntag wäre für uns nicht optimal. Am Dienstag haben wir bereits das nächste Meisterschaftsspiel, gefolgt vom Freitag. Der Spielplan ist ohnehin schon eng getaktet.»
Die Bewilligung für das Samstagsspiel hat der Verein immerhin erhalten. Doch damit ist das Problem nicht gelöst. Trommeln, Megafon und andere Hilfsmittel für die Fankurve wären untersagt. Das Gleiche gilt für Lautsprecherdurchsagen. «Dann würde auf der Burkertsmatt Totengräberstimmung herrschen», sagt Bascio. Deshalb habe der Verein nochmals den Kontakt mit den Gemeinden gesucht. Zunächst habe es geheissen, Durchsagen in moderater Lautstärke und leise Hintergrundmusik seien möglich. Danach folgte ein Schreiben mit einer anderen Botschaft: Wie ursprünglich kommuniziert, werde nichts toleriert. «Stand jetzt könnte ich nicht einmal das Spiel ansagen. Ich habe Verständnis dafür, dass Mariä Himmelfahrt ist. Aber wir spielen im Schweizer Cup», sagt Bascio. Er wolle deshalb nochmals bei den Gemeinden vorsprechen. «Es wäre schade, wenn wir einem solchen Anlass keinen richtigen Rahmen geben könnten.»
Cupspiel ohne Cupstimmung?
Von dieser Seite droht das Cupfest bereits ausgebremst zu werden. Denn ganz ohne Fangesänge, Musik und Lautsprecherdurchsagen kommt kaum Cupstimmung auf. Der zweite Dämpfer ist das Los: Mutschellen hat keinen Profiverein erwischt, sondern mit dem FC Winkeln einen anderen Zweitligisten.«Natürlich wünscht man sich im Schweizer Cup einen grossen Namen», sagt Mutschellen-Trainer Shani Tarashaj. «Wir haben aber trotzdem ein gutes Los. Es ist ein Zweitligist wie wir, und wir spielen zu Hause. Das Ziel ist natürlich weiterzukommen. Danach hoffen wir, dass in der nächsten Runde ein grosser Name wartet.» 2019 stand der FC Mutschellen bereits im Schweizer Cup. Damals war das Los sportlich undankbarer. Mit Stade Nyonnais, damals in der Promotion League, wartete zwar ebenfalls kein Profiverein. Mutschellen war als unterklassiges Team aber klarer Aussenseiter.
Diesmal ist die Chance auf ein Weiterkommen deutlich grösser. Doch Tarashajs Mannschaft ist gewarnt. Lokalrivale Sarmenstorf traf 2022 in der ersten Runde auf Drittligist Affoltern am Albis. Nachdem die Sarmenstorfer ihn bezwungen hatten, hofften sie auf das grosse Los. Stattdessen erhielten sie einen Tessiner Zweitligisten zugelost. Die Hoffnung blieb: Wer auch diesen Gegner bezwingt, darf auf einen grossen Namen hoffen. Doch «Sarmi» verlor im Tessin mit 0:6.
Mutschellen ist also gewarnt: Winkeln darf nicht unterschätzt werden. «Wir haben uns angesehen, wie sie die letzte Saison abgeschlossen und wie sie zuletzt gespielt haben», sagt Tarashaj. «Die einzelnen Spieler kennen wir kaum, und eine tiefere Analyse war uns nicht möglich. Bei einer Ostschweizer Mannschaft rechne ich mit einem körperbetonten Spiel. Aber ich bin zuversichtlich, weil wir zu Hause spielen. Wenn wir unsere Leistung bringen, kommen wir weiter.» Das wäre wünschenswert. Ebenso eine etwas fussballerische Geräuschkulisse auf der Burkertsmatt. Sonst könnte das Cupspiel so weit von einem Cupfest entfernt sein wie kaum eines zuvor. --jl
