Cupfight mit Beigeschmack
12.05.2026 Sport, FussballAargauer Cupfinal, Frauen: FC Niederlenz – FC Wohlen (Samstag, 16. Mai, 18 Uhr, Seengen)
Die Frauen des FC Wohlen wollen nach 2023 zum zweiten Mal den Sieg im Aargauer Cup feiern. Aber: Finalgegner Niederlenz ist auf dem Papier der Favorit. Die Vorfreude auf dieses ...
Aargauer Cupfinal, Frauen: FC Niederlenz – FC Wohlen (Samstag, 16. Mai, 18 Uhr, Seengen)
Die Frauen des FC Wohlen wollen nach 2023 zum zweiten Mal den Sieg im Aargauer Cup feiern. Aber: Finalgegner Niederlenz ist auf dem Papier der Favorit. Die Vorfreude auf dieses Saisonhighlight ist gross – aber die Ansetzung des Finals sorgt für Unverständnis.
Sie sind heiss auf den Cupfinal. Christian Maier, Trainer der Wohlen-Frauen, und seine Spielerinnen fordern am Samstag in Seengen den FC Niederlenz. In der Liga liegt Niederlenz mit sechs Punkten Vorsprung vor Wohlen und hat die letzten beiden Cupfinals gewonnen. «Auf dem Papier sind sie sicher favorisiert», sagt Maier. «Ich sehe die Chancen aber 50 zu 50.»
Erstmals drei Finaltage – Dämpfer für den Frauenfussball
Der Trainer zeigt sich optimistisch, weil einige Spielerinnen aus seinem Team bereits die Erfahrung sammeln durften, als Underdog den Cupsieg zu holen. 2023 spielten die Wohlerinnen noch in der 3. Liga und und bezwangen im Final Baden-Wettingen aus der 2. Liga mit 4:1. «Ein Cupfinal hat eine andere Dynamik als ein Meisterschaftsspiel. Deshalb traue ich uns einiges zu. Ich glaube, dass es eine sehr attraktive Partie werden kann.» In der Generalprobe vor gut einer Woche zeigte Wohlen, dass sie Niederlenz Paroli bieten können. Das Ligaspiel endete 2:2. «Wir haben gezeigt, dass wir nicht chancenlos sind. Und wir können mit unserer bestmöglichen Truppe ins Spiel gehen», so Maier.
Alles wäre also angerichtet für einen spannenden Cupfight – wäre da nicht der Termin. Der Aargauer Cupfinaltag findet traditionell am Auffahrtsdonnerstag statt. Vor einigen Jahren wurde der Anlass auf zwei Tage verteilt: Die Senioren spielten am Mittwochabend, die übrigen Kategorien am Donnerstag, mit dem Männerfinal als Höhepunkt. Dieses Jahr gibt es erstmals drei Finaltage. Dabei spielen der weibliche Nachwuchs (FF14 und FF17) und die Frauen erst am Samstag, also zwei Tage nach den Männern. Die Frauenfinals verlieren dadurch Zuschauer. «Am Samstag läuft in vielen Ligen wieder der Meisterschaftsbetrieb», erklärt Maier. Der Aargauer Fussballverband AFV konkurrenziert seinen eigenen Anlass, besonders zulasten der Frauenfinals. Ein Schlag ins Gesicht des Frauenfussballs, der nach der Heim-EM im letzten Jahr Aufwind verspüren sollte.
«Es ist nicht gut gelöst»
«Man kann es ja auch aus der Perspektive sehen, dass man dem Frauenfussball mit einem eigenen Finaltag eine selbstständige Plattform geben wollte», so der Trainer. «Aber es ist nicht gut gelöst.» Am selben Samstag spielen beispielsweise auch die Männer des FC Wohlen auswärts bei den Black Stars Basel. Zudem läuft in der 2. und 3. Liga der Meisterschaftsbetrieb. «Man kann hochrechnen, wie viele Zuschauer dabei wegfallen», sagt Maier. «Die meisten Leute haben an Auffahrt frei und wollen an einem Tag möglichst viele Finalspiele mitnehmen.»
Die Wohlerinnen hätten ausserdem gleich am Sonntag nach dem Cupfinal ein Meisterschaftsspiel in Allschwil gehabt. «Das mussten wir verschieben lassen. Jetzt gastieren wir am Dienstag nach dem Cupfinal im Kanton Baselland. Auch das ist nicht optimal.» Zugleich betont Maier, dass der Frauenfinal durchaus Wertschätzung erhält: «Unser Spiel wird von Schiedsrichtern aus der Women’s Super League geleitet. Das freut mich sehr.» Die FCW- Frauen versuchen, möglichst viele Zuschauer zu mobilisieren – mit Beiträgen in den sozialen Medien und eigens angefertigten T-Shirts. «Das Drumherum spielt nur bis zum Anpfiff eine Rolle. Dann geht es nur noch darum, zu gewinnen», sagt FCW-Trainer Maier.
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