Dem Dorf etwas schenken
22.05.2026 Villmergen, Region UnterfreiamtHeute in vier Wochen startet das dreitägige Jugendfest in Villmergen unter dem Motto «Paradiesisch»
Noch gibt es viel zu tun, doch der Rahmen steht und die Motivation ist hoch. Vom 19. bis 21. Juni wird das Gelände zwischen Schulhaus und Badi zu einer ...
Heute in vier Wochen startet das dreitägige Jugendfest in Villmergen unter dem Motto «Paradiesisch»
Noch gibt es viel zu tun, doch der Rahmen steht und die Motivation ist hoch. Vom 19. bis 21. Juni wird das Gelände zwischen Schulhaus und Badi zu einer Festmeile. Auf die Kinder und Erwachsenen warten viele Höhepunkte. «An dieses Fest soll man sich noch lange erinnern», sagt OK-Chef Philippe Wyser.
Chregi Hansen
Die Vorfreude ist riesig. Überall. Und bei allen. «Die Wagenbauer und die Vereine sprühen vor Ideen. Ich bin in verschiedenen Chats und sehe, was da alles läuft», sagt Patrick Hilfiker, im OK verantwortlich für den Umzug. «Je mehr vom Programm bekannt wird, desto mehr werde ich im Dorf darauf angesprochen», fügt OK-Chef Philippe Wyser an. Auch in der Schule kribbelt es bereits. «Die Motivation ist hoch, was auch am coolen Motto liegt. Das lässt den Klassen viele Möglichkeiten», weiss Schulleiter Iso Kalchofner.
Alle acht Jahre gibt es in Villmergen ein Jugendfest. Damit ist die Spanne zwischen den Anlässen viel grösser als in fast allen anderen Orten. Dafür wird auch intensiver und grösser gefeiert als in fast allen anderen Orten. An die Villmerger Jugendfeste erinnert man sich noch nach Jahrzehnten. Und nichts unterstreicht die Bedeutung des Anlass mehr als die Tatsache, dass er bei der Planung des neuen Schulhaus zum Thema wird. Weil einige Angst haben, dass der Festplatz dann nicht mehr ausreicht. «Wir haben hier genügend Platz. Dieses Jahr und auch in Zukunft», sind Wyser und Kalchofner überzeugt. Das «Juvi» ist und bleibt ein Grossanlass. Auch diesmal «Es wird viel geboten an den drei Tagen. Dabei gehen wir den Weg zwischen Tradition und Moderne. Probieren Neues aus. Das Fest ist primär für die Schüler und Schülerinnen. Aber es ist immer auch ein Fest für das ganze Dorf», betont der OK-Chef.
Umzug der ganz besonderen Art
An gewissen Traditionen wird im Dorf am Rietenberg nicht gerüttelt. Dazu gehört der grosse Umzug. Während dieser in einigen Orten abgeschafft wurde, gehört er in Villmergen zu den Höhepunkten. Und das gleich zweimal, am Samstag und am Sonntag jeweils um 14 Uhr. Der Start erfolgt bei der Mühle, dann geht es via Dorfzentrum zum Festgelände Mühlematten. «Der Umzug findet zwar an beiden Tagen statt, aber wir haben die Klassen aufgeteilt. Alle laufen einmal mit und können beim zweiten Mal zuschauen», erklärt der Schulleiter.
Und am Umzug wird viel geboten. Zehn Gruppen und Vereine gestalten je einen Umzugswagen – für jede Stufe also einen. «Es ist wahnsinnig, was da alles entsteht», sagt Hilfiker, der regelmässig Bilder erhält. «Auf den Wagen wird ganz viel laufen. Aber auch dazwischen. Es gibt viel Bewegung. Etliche Überraschungen. Viel Musik und sogar Tanz. Und auch die Schule hat sich viel überlegt, die Klassen werden das Publikum einbeziehen», fügt er an. «Die Zusammenarbeit mit den Wagenbauern ist super», ergänzt Schulleiter Kalchofner. «Die Klassen nehmen die Sujets in ihren Kostümen auf. Da werden tolle Ideen entwickelt.» Doch zu viel wollen die beiden nicht verraten. Also hingehen und staunen.
Buntes Unterhaltungsprogramm
Angekommen auf dem Festgelände, geht die Party erst richtig los. Acht Festbeizli, betrieben von verschiedenen Vereinen, sorgen dafür, dass niemand hungrig oder durstig sein muss. Auch hier ist die Fantasie der Beizlibauer praktisch unerschöpflich, jede Beiz will mit einem unvergleichlichen Ambiente auftrumpfen. «Es ist beeindruckend, was die Vereine leisten», so das Kompliment von Philippe Wyser. Viele seien ja auch beim Wagenbau involviert oder treten – wie etwa die Musikgesellschaft – auch noch auf. «Die Vereine sind wichtig für uns. Sie sollen darum auch etwas verdienen mit ihrem Einsatz», fügt er an. Umgekehrt ist das Jugendfest für sie eine tolle Plattform, sich zu präsentieren. «Diese drei Tage tragen zum Zusammenhalt im Dorf bei», ist Sandra Donat, im OK zuständig für die Kommunikation, überzeugt. Und das sei wichtig, da Villmergen immer weiter wächst und es viele Neuzuzüger gibt.
Auch in Sachen Unterhaltung lassen sich die Villmerger nicht lumpen. Für die Schüler und Schülerinnen steht ein umfangreiches Spielangebot bereit mit über 80 Posten, ein Teil der Aktivitäten findet in der Badi statt. «Es ist enorm, was da alles zusammengekommen ist», freut sich Kalchofner. Für jede Schulstufe gibt es zudem im Verlaufe des Freitags einen besonderen Auftritt. Und am Samstagmittag werden alle Kinder in den verschiedenen Festbeizen grosszügig verpflegt. «Eine logistische Meisterleistung bei all den Essgewohnheiten und Allergien», schmunzelt der Schulleiter. Aber jedes Kind werde etwas Feines bekommen, versichert er.
Nach dem ESC ist vor dem Juvi
Auf der grossen Bühne wird dem Publikum eingeheizt. An allen drei Tagen gibt es Musik, Tanz und sogar eine Aufführung der Theatergesellschaft. Und zwei grosse Headliner an den beiden Abenden. Die Schweizer ESC-Teilnehmerin Veronica Fusaro am Freitag, die Mundart-Rocker von «Megawatt» am Samstag. «Bei der Planung des Programms war ‹Megawatt› der bekanntere Name, das hat sich massiv verändert», schmunzelt OK-Chef Wyser. Den Auftritt von Fusaro am ECS habe er verfolgt, dabei schlugen zwei Herzen in seiner Brust. «Ich hätte ihr den Erfolg gegönnt. Aber dann wäre der Auftritt bei uns wohl gefährdet gewesen», sagt er. So kommt Villmergen nun doch in den Genuss einer «Nach-ESC-Party». Und im Freiamt wird die Sängerin sicher besser punkten als in Wien. Moderiert wird das Programm übrigens von Eric Wermelinger. Der junge Villmerger hat schon mehrfach bewiesen, dass er stets die richtigen Worte findet. Ob auf der Poetry-Slam-Bühne, bei der 1.-August-Rede oder beim «Villmärgerle» des Kulturkreises.
Drohnenshow statt Feuerwerk
Eine grosse Neuerung ist der Abschluss. Statt eines Feuerwerks wird den Festbesuchenden eine spektakuläre Drohnen-Show geboten. Dem Entscheid ging eine lange Diskussion voraus, wie Wyser berichtet. «Das Feuerwerk hat eben eine lange Tradition. Aber es gibt immer mehr Leute, die sich daran stören», erklärt der OK-Chef. Er selber habe sich dann so eine Drohnen-Show angeschaut und war überzeugt: Das ist eine wunderbare Alternative. Ohne Krach, ohne Gestank, ohne Abfall, dafür mit Technik, die begeistert und überrascht. 250 Drohnen werden den Himmel beleuchten und mit fantasievollen und farbenfrohen Formationen für Staunen sorgen. Und das an beiden Abenden.
Die Vorfreude ist bei allen Beteiligten riesig. Auch wenn noch viel Arbeit ansteht. «Wir sind gut im Zeitplan», sagt Patrick Hilfiker. Und die Schule plant noch eine Vorbereitungswoche ein. Das Fest fordert auch sie, und das in einer Zeit, in der eh schon viel los ist, wie Kalchofner erklärt. Aber für ihn ist klar, dass er und das Lehrerkollegium hier einen Beitrag leisten wollen. «Wir profitieren viel von der Gemeinde. Erhalten grosse Wertschätzung. Hier können wir etwas zurückgeben», sagt er. Das Villmerger Jugendfest, es ist eben etwas ganz Besonderes. Gerade auch, weil es nur alle acht Jahre stattfindet.
Villmerger Jugendfest vom 19. bis 21. Juni: Alle Angaben zum Fest und alle Details zum Programm unter www.juvi.chp

