Ein Schaufenster der Kreativität: «Best of Kanti Wohlen» im Kino Mansarde
Das «Kino» der Kantonsschule Wohlen präsentierte das viel fältige Schaffen der Schülerinnen und Schüler der Öffentlichkeit. Gezeigt wurden 14 ...
Ein Schaufenster der Kreativität: «Best of Kanti Wohlen» im Kino Mansarde
Das «Kino» der Kantonsschule Wohlen präsentierte das viel fältige Schaffen der Schülerinnen und Schüler der Öffentlichkeit. Gezeigt wurden 14 Kurzfilme, die während der Filmwoche, als eigenständige Projekte im Freifach Film oder im Rahmen von Maturarbeiten entstanden sind.
Dieser besondere Kinoabend entstand auf Initiative von Karin Buess, Leiterin der Programmkommission des Kinos Mansarde. Sie rief die Zusammenarbeit bereits vor einigen Jahren ins Leben, um den vielfältigen Werken eine Bühne auf der grossen Leinwand zu bieten. Christian Strebel sorgt dabei jeweils für die professionelle technische Aufbereitung und Vorführung.
Vielfalt auf der Leinwand
Das Programm war so facettenreich wie die Schülerschaft selbst. Die Bandbreite reichte von Animationsfilmen und Stop-Motion-Videos über Dokumentationen bis hin zu packenden Horrorwerken. Besonders berührend war Chantal Fässlers Beitrag «Reset – ein Leben lang» über Heinz Ingold und seinen Umgang mit einer Amputation. Er zeigte eindrücklich, dass körperliche Versehrtheit und psychische Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind. Diesen roten Faden spann auch der Animationsfilm «Stay» (Lillyenne Zünd und Rahel Fässler) weiter: Das Werk ermutigte dazu, in Krisen Hilfe zu suchen und niemals aufzugeben.
Als Kontrast dazu feierte «Amapiano to the world» von Janina Kölliker die pure Lebensfreude von im Abendrot tanzenden Jugendlichen auf den Dächern Zürichs.
Expertise, Herzblut und ein Geburtstagsständchen
Der Jury, bestehend aus Karin Buess und dem aus Muri stammenden Regisseur und Filmproduzenten Leon Schwitter, stand keine leichte Aufgabe bevor. Schwitter, der einst selbst im Kino Mansarde arbeitete, lobte und ermutigte die Schüler, mit ihrem kreativen Schaffen weiterzumachen. Mit dem Satz «Kunst ist kein Leistungssport» betonte er den ideellen Wert der Arbeit.
Begleitet wurde das Projekt von den Lehrkräften für bildnerisches Gestalten Barbara Aabid und Titus Bütler – selbst ehemaliger Schüler von Aabid und heute als freischaffender Cutter beim SRF tätig. Auf die Frage, warum gerade die Kanti Wohlen als Talentschmiede für Filmschaffende gilt, antwortete die leidenschaftliche Animationsfilm-Liebhaberin Aabid nach langem Überlegen bescheiden: «Vielleicht hat das schon auch ein wenig mit mir zu tun – und ich habe das meinem ehemaligen Schüler Titus nun wohl weitergegeben.» Ein schöneres Kompliment für so viel Herzblut gibt es kaum: Für die begeisternde Lehrerin, die sogar ihren Geburtstag im Kino verbrachte, stimmte der gesamte Saal ein spontanes Geburtstagsständchen an.
Thrill im Keller und dystopische Visionen
Die Verleihung der Preise war der Höhepunkt des Abends. Den prestigeträchtigen Titel «Bester Film» sicherte sich das Team um Tim Potzmader, Nils Imbach, Jean Louis Corboz, Emilio Bachmann, Joel Knutti und Joaquin Jakob Kammerer. Ihr Thriller «Augen im Dunkeln» nutzte den berüchtigten Keller der Kantonsschule Wohlen als stimmungsvolle Kulisse und überzeugte so sehr, dass sie auch den Publikumspreis entgegennehmen durften. Auf die Frage nach der Inspiration für ihr Projekt antworteten die Sieger verschmitzt: «Wir sind sechs Jungs, da gibt es einfach ganz viele Ideen.»
In der Kategorie «Bester Animationsfilm» sicherte sich Loris Gulino mit seinem Werk «Axiom» den Sieg. Sein Film beeindruckte durch eine flüssige Flugperspektive einer Drohne, die den Betrachter von einer glänzenden Zukunftsstadt direkt in eine düstere, dystopische Untergrundwelt entführte.
Der gelungene Abend bewies einmal mehr das Potenzial an der Kanti Wohlen. Beeindruckend war nicht nur die Technik, sondern auch der Mut zu schwierigen Themen und eigenen Visionen. Er zeigte: Die nächste Generation Filmschaffender steht bereit.
--sca