Downhill erobert Horben
14.08.2026 Region Oberfreiamt, Mountainbike, SportMountainbike: Am Samstag steigt auf dem Horben der dritte Valiant-GP im Downhill
Zum dritten Mal organisiert man auf dem Horben ein Downhill-Rennen für Kinder der Kategorien U5 bis U15. In den letzten Jahren nahmen etwa 100 Kinder teil. Am Samstag, 15. August, hoffen ...
Mountainbike: Am Samstag steigt auf dem Horben der dritte Valiant-GP im Downhill
Zum dritten Mal organisiert man auf dem Horben ein Downhill-Rennen für Kinder der Kategorien U5 bis U15. In den letzten Jahren nahmen etwa 100 Kinder teil. Am Samstag, 15. August, hoffen die Trailbears, diese Zahl zu erreichen und den Sport in der Region weiter zu etablieren.
Josip Lasic
Ein auffälliges Starthäuschen sticht beim Betreten des Renngeländes auf dem Horben sofort ins Auge. «Die Leute vom Valiant-GP sind sehr zufrieden mit uns», erzählt Björn Scheuber, Präsident der Trailbears. Für ihn unterscheidet sich das Rennen auf dem Horben von anderen Veranstaltungen. «Vielerorts ist die Strecke einfach mit Bändern abgesteckt. Es gibt einen Stand, um etwas zu trinken zu holen. Und das war es. Wir haben Sprünge, Steilwandkurven und ein Starthäuschen. Das ist unsere Leidenschaft.»
In den vergangenen beiden Jahren nahmen jeweils rund 100 Fahrerinnen und Fahrer aus der Schweiz und dem Ausland teil. Eine ähnliche Zahl erhoffen sich die Organisatoren auch diesmal.
Vom Goalie zum Downhiller
Scheuber ist in der Region vor allem als Goalietrainer bekannt. Unter anderem betreute er den FC Muri und den SC Cham. Von diesen Kontakten profitiert er bis heute: Yanick Hofer, ehemaliger Goalie des FC Muri, wird den Anlass als Speaker beim 1-gegen-1-Rennen begleiten.
Sportlich war Scheuber aber nie nur im Fussball zu Hause. Er war Bobfahrer, Torwart und Hobbyringer. Heute widmet er einen grossen Teil seiner Freizeit dem Downhill. In der Justizvollzugsanstalt Pöschwies in Regensdorf, wo er arbeitet, fand er Gleichgesinnte, mit denen er Rennen bestritt. Weil diese meist im Wallis oder im Berner Oberland stattfanden, organisierte die Gruppe 2022 erstmals ein eigenes Kids-Downhill-Rennen auf dem Horben. Es wurde Teil des Valiant-GP.
Damals gab es die Trailbears als Verein noch nicht. Inzwischen gründete Scheuber diesen zusammen mit Stefan Lang und Marco Caplazi. Heute zählt er rund 60 Mitglieder, darunter etwa 20 Kinder und Nachwuchsfahrer sowie sieben aktive erwachsene Rennfahrer. Die Trailbears wollen nicht nur ein Rennen veranstalten, sondern den Downhill-Sport in der Region verankern. Mittlerweile finden auch in Zürich oder Leibstadt Rennen statt. «Downhill ist gerade sehr beliebt. Wir sind da schon fast Pioniere», sagt Scheuber. «Wir versuchen, etwas aufzubauen und daraus entstehen zu lassen.» Die Zugehörigkeit zum Valiant-GP erleichtert die Organisation.An- und Abmeldungen laufen über die Rennserie, die zudem Absperrmaterial zur Verfügung stellt und den Anlass bewirbt. Die Trailbears kümmern sich um eigene Sponsoren und erhalten die Startgelder. Besonders wichtig ist auch Co-Präsident Stefan Lang. Mit seinen Maschinen formt er am Horben die Trails. Ohne sein Garten- und Tiefbauunternehmen wäre es nicht möglich, die Rennen durchzuführen.
Eine Strecke nur für diesen Tag
Die Strecke auf dem Horben ist rund 800 Meter lang und wird eigens für den Anlass aufgebaut. Sie enthält Hindernisse, Sprünge und Steilwandkurven. Hindernisse können umfahren werden.
Für die U5-Kategorie gibt es eine eigene Strecke, die auch mit dem Laufrad bewältigt werden kann.
Nach jeder Fahrt müssen die Kinder ihre Velos selbst wieder den Hang hochschieben. Auch das gehört zum Konzept des Valiant-GP. «Es geht nicht darum, die Piste in einen Skilift umzuwandeln», sagt Scheuber. Beim 1-gegen-1-Rennen am Abend kann das anstrengend werden: Wer mehrere Runden übersteht, muss den Berg innert kurzer Zeit mehrmals hoch. Mitmachen können Kinder mit oder ohne Rennerfahrung. Ein Mountainbike oder BMX ist von Vorteil. Obligatorisch ist ein Helm, empfohlen werden Handschuhe, Rückenpanzer und Schoner. Die Startgebühr beträgt zehn Franken.
Das Gelände gehört der Alpgenossenschaft Horben und bietet eine herrliche Aussicht. Die Genossenschaft gab für den Anlass grünes Licht. Im letzten Jahr erschwerte Schlamm das Rennen. Dieses Jahr sieht es besser aus: Die Hitze der vergangenen Tage trocknete die Strecke. «So viel Regen, dass sie unbefahrbar wird, kann kaum noch fallen», meint Scheuber. Der Aufwand hinter dem Rennen ist gross: Rund 100 Helfer bauen die Strecke auf, am Renntag selbst sind etwa 50 im Einsatz.
Rennen und Fest
Nach den Nachwuchsrennen ist der Tag nicht vorbei. Für Zuschauer gibt es eine Festwirtschaft mit Grill, Bierzelt und Musik. Am Abend folgt ein Plauschrennen «1 gegen 1» mit lokaler Prominenz. Unter anderem treten Ringer und Nationalturner Joel Meier mit seiner Partnerin, Snowboarderin Sina Siegenthaler, der Murianer Motocrossfahrer Dani «Bad Boy» Müller und der ehemalige Downhill-Fahrer Mike Huter aus Jonen an.
Aus einem kleinen Team von Arbeitskollegen entstand innerhalb weniger Jahre ein Verein mit eigenem Rennen und Nachwuchsabteilung. Mittlerweile verfügen die Trailbears auch über ein Talentteam, das grössere Rennen in Europa bestreitet. Scheuber sagt: «Wir versuchen, Downhill weiter zu fördern und etwas entstehen zu lassen.»

