Eigene Pisten für die Biker
22.05.2026 Region Oberfreiamt, KantonEin kantonsübergreifendes Projekt will die Freizeitnutzung am Lindenberg mit einem offiziellen Trailnetz lenken
Legale Mountainbike-Erlebnisse ermöglichen, Nutzungskonflikte reduzieren und das nachhaltige Freizeit- und Erholungsangebot für die Region ...
Ein kantonsübergreifendes Projekt will die Freizeitnutzung am Lindenberg mit einem offiziellen Trailnetz lenken
Legale Mountainbike-Erlebnisse ermöglichen, Nutzungskonflikte reduzieren und das nachhaltige Freizeit- und Erholungsangebot für die Region stärken. Das alles soll ein offizielles Trailnetz am Lindenberg bieten. Im Sommer kommt ein erster Entwurf.
Thomas Stöckli
Schüttelpisten über Wurzeln, Steilwandkurven am Tobelrand und womöglich noch ein Kicker – Trails sind beliebt bei Bikern, als abenteuerliche Alternative zum gut ausgebauten Netz an öffentlich zugänglichen Waldwegen. Statt auf Verbote zu setzen, die sich kaum durchsetzen lassen, werden deshalb zunehmend offizielle Biketrails legal bewilligt und signalisiert. Mit dem Ziel, Konflikte mit anderen Waldnutzern zu vermeiden und die Natur zu schonen.
Trailnetz-Entwurf bis im Sommer
Im unteren Suhren- und Wynental stellt seit vergangenem Jahr ein Netz an offiziellen Biketrails, kombiniert mit bestehenden Waldwegen, sicher, dass der Wald Lebens- und Erholungsraum in einem sein kann. Weitere Beispiele finden sich im Jurapark Aargau oder auch am Uetliberg über der Stadt Zürich. Die Erfahrung zeigt: Die Lenkung funktioniert, ein grosser Teil der Biker ist bereit, auf illegale Trails und Wanderwege zu verzichten, sofern legale Alternativen in Reichweite zur Verfügung stehen.
Nach diesem Vorbild sollen in einem überkantonalen Projekt nun auch am Lindenberg Singletrails für Mountainbiker entstehen. «Wir sind daran, ein Wegenetz rund um den Lindenberg zu entwerfen», sagt Co-Projektleiterin Claudia Heger, Leiterin Standortentwicklung der «Idee Seetal» und Vorstandsmitglied von Seetal Tourismus.
Aktuell wird der Entwurf durch verschiedene Anspruchsgruppen bewertet und kommentiert. Nach den Sommerferien solle er bereinigt vorliegen, dann könne es im Herbst in den konkreten Austausch mit den Grundeigentümern gehen.
Nutzung lenken und Verhaltensregeln aufstellen
Ziel ist es, den grassierenden Zuwachs an «wilden» Trails zu stoppen, indem den Bikern offizielle Pisten zur Verfügung gestellt werden. «Wir werden sicher keine neuen Trails oder Bike-Park-Elemente bauen», stellt Heger klar. Vielmehr werde es darum gehen, einen Teil der bestehenden Trails zu legitimieren und auszubauen. Im Gegenzug soll ein Verhaltenskodex die Bikerinnen und Biker stärker in die Pflicht nehmen. Unter anderem auch bezüglich der Natur und ihrer Bewohner. Von der Einhaltung der Nachtruhe bis hin zu Rücksichtnahme auf die Setzzeit.
Wie genau das Wegnetz aussehen wird, das sei noch nicht spruchreif. «Ende dieses bis Anfang nächstes Jahr werden wir mit einem Entwurf an die Öffentlichkeit treten», sagt Claudia Heger. Der Planungs-Perimeter umfasst 16 Gemeinden im Freiamt und im angrenzenden Luzerner Seetal, diesseits der Lindenberghöhe von Sins im Süden über Muri und Boswil bis Kallern im Norden.
Für ein attraktives Naherholungs- und Freizeitgebiet
Die Co-Projektleiterin ist zuversichtlich, dass sich Lösungen finden werden. «Ziel soll es sein, ein Miteinander zu ermöglichen und die Naherholung für die Bevölkerung zu stärken. Wir haben die verschiedenen Anspruchsgruppen rund um den Wald bewusst früh einbezogen», sagt Claudia Heger und nennt explizit die Förster und die Jäger sowie die Umweltschutz-Organisationen.
Finanziert werde der Prozess von den Kantonen und den Gemeinden. Schliesslich soll das nachhaltige Trailnetz nicht nur ein respektvolles Miteinander im Wald ermöglichen, sondern auch «die Region Seetal–Freiamt als attraktives Naherholungs- und Freizeitgebiet stärken», so Heger.



