Der Boswiler Niklas Stocker jubelte zu früh über den Kranz am Kantonalschwingfest
Im letzten Jahr hätten 56.50 Punkte für den Kranz am Aargauer Kantonalschwingfest gereicht. Und auch am letzten Sonntag sah es so aus. Nach dem Sieg im letzten Gang ...
Der Boswiler Niklas Stocker jubelte zu früh über den Kranz am Kantonalschwingfest
Im letzten Jahr hätten 56.50 Punkte für den Kranz am Aargauer Kantonalschwingfest gereicht. Und auch am letzten Sonntag sah es so aus. Nach dem Sieg im letzten Gang jubelte der Freiämter Niklas Stocker über den Kranz – doch dann gab es eine bittere und negative Überraschung.
Stefan Sprenger
Im letzten Gang weiss Niklas Stocker, dass es einen Sieg braucht. Der 21-Jährige wirft alles rein, bodigt seinen Gegner Daniel Weber. Seine Teamkumpels und er bilden eine Jubeltraube. Der Kranz scheint geschafft. «Ich habe mich den ganzen Tag sehr gut gefühlt. Und nach dem Sieg im letzten Gang war ich sehr erleichtert.»
In der Garderobe diskutiert er mit seinen Schwingerfreunden. Am Kantonalschwingfest 2025 gab es die Kränze bis zur Punktzahl 56.50. Nach seinen vier Siegen (einer davon gegen Teilverbandskranzer David Widmer) hatte Stocker nun auch so viele Punkte. Er wusste: «Es musste vieles blöd laufen, damit dies nicht reicht.» Wenig später die bittere Überraschung: 22 Kränze werden vergeben, bis zur Punktzahl 56.75. Somit reicht es nicht für Stocker. Ein kleines Kranz-Drama. «Für den Kranz trainiert man. Für den Kranz schwingt man. Ich war sehr enttäuscht. Einfach doof.»
Dennoch spricht er von einem guten Schwingtag. Und es war «Ehrensache», dass er am Sonntagabend nach dem Schwingfest dennoch nach Sarmenstorf ging, wo man die beiden Freiämter Kränze von Pascal Joho und Joel Strebel feierte.
Schon am Zürcher Kantonalen fehlte wenig
Doppelt bitter: Schon Mitte Mai am Zürcher Kantonalschwingfest in Mettmenstetten schrammt er aufgrund eines Viertelpunktes am Kranzgewinn vorbei. Damals holte er ebenfalls vier Siege und kam auf 56.25 Punkte.
Mit genau jener Punktzahl holte er 2024 am Nordwestschweizerischen seinen bislang ersten und einzigen Kranz. Im letzten Jahr musste er sich im April einer Meniskus-Operation unterziehen und hat in dieser Saison das Ziel, sein nächstes Eichenlaub zu gewinnen.
Voller Fokus: «Arbeiten und schwingen»
«Ich konnte in Vergangenheit oft um den Kranz schwingen. Leider hat es bislang erst einmal gereicht. Aber ich sehe es als Erfahrung. Ich mag Herausforderungen. Und nun bin ich herausgefordert, dass ich bald meinen zweiten Kranz hole. Ich weiss, ich bin nahe dran», sagt Stocker (1,85 m gross und 100 kg schwer). Der Boswiler, der einst die Metzgerlehre als Bester im Kanton Aargau abgeschlossen hat, arbeitet aktuell im Familienbetrieb in Obfelden (Metzgerei Stocker). Von Januar bis Mai 2026 war er in der Rekrutenschule. «Jetzt mache ich eigentlich zwei Dinge: arbeiten und schwingen.» Und weil er sich nun stark auf den Sport konzentrieren kann, hofft er, dass er in dieser Saison doch noch einen Kranz holt. «Ich will jetzt möglichst viele Rangschwingfeste besuchen. Und am Nordwestschweizerischen Mitte August will ich voll angreifen», gibt er sich kämpferisch. Nach diesem bitteren Kranz-Drama wäre ihm das sehr zu gönnen.