Ein Meilenstein für sauberes Wasser
05.05.2026 Region Oberfreiamt, BaugewerbeStart für die Abwasser-Zukunft
Spatenstich für das Grossprojekt ARA Reuss-Schachen für künftig 22 000 Einwohnereinheiten
Die Baukommission der ARA Reuss-Schachen und der ARA Obfelden haben zum Spatenstich für das Grossprojekt ...
Start für die Abwasser-Zukunft
Spatenstich für das Grossprojekt ARA Reuss-Schachen für künftig 22 000 Einwohnereinheiten
Die Baukommission der ARA Reuss-Schachen und der ARA Obfelden haben zum Spatenstich für das Grossprojekt eingeladen.
Verena Anna Wigger
Zusammen mit den Verantwortlichen der Gemeinden, der Bauverwaltungen, der Kommission und dem Vorstand der ARA wurde am Spatenstich die erste Schaufel ausgehoben. Die finale Baubewilligung kam just am Spatenstich.
Somit ist die definitive kantonale Bewilligung erteilt. ARA-Präsident Albert Betschard wurde pünktlich zum Termin des Spatenstichs vom Kanton informiert: «Die Bewilligung ist erteilt.» Mit der Bewilligung kann der Bau des Grossprojekts beginnen.
Grenzübergreifende Arbeiten
Das kantonsübergreifende Projekt wird die Abwasser der Gemeinden Aristau, Beinwil, Merenschwand sowie Obfelden, Maschwanden und dem Weiler Dachlissen reinigen. Das heutige Werk ist für 9700 Einwohner ausgelegt. Die ARA Obfelden bringt 8800 Einheiten mit. Das neue Werk ist auf die nächsten 40 Jahre ausgelegt. Es hat Kapazitäten für 22 000 Einheiten, sagt Noah Joller, Verantwortlicher von Hunziker Betatech, Ingenieurunternehmen und Gesamtplaner.
Abschluss der Bauarbeiten 2030
Die Bauzeit für das Grossprojekt beträgt fünf Jahre. Dazu wird die Bauphase in Merenschwand in drei Etappen unterteilt. Hier wird die bestehende Anlage saniert, modernisiert und teilweise neu gebaut.
Noah Joller von Hunziker Betatech aus Winterthur zeigte den Verantwortlichen visuell auf, wie die Anlage ausund umgebaut wird, welche Teile umgenutzt und was wie neu dazukommt. Er gab Einblick in die neue Technik, welche eingebaut wird, und welche Linienführung für die Transportleitung gewählt wurde.
Die Investitionskosten des Grossprojekts ARA Reuss-Schachen in Merenschwand belaufen sich auf rund 31 Millionen Franken Drei Etappen umfasst das Grossprojekt in Merenschwand. Dazu kommt die Transportleitung aus Obfelden. In den kommenden fünf Jahren soll hier für 31 Millionen Franken die Abwasserreinigung der sechs angeschlossenen Gemeinden und Weiler für die nächsten 40 Jahre gesichert sein.
Verena Anna Wigger
Die ARA Reuss-Schachen in Merenschwand wie auch die ARA in Obfelden müssen saniert werden. In Merenschwand wurde 2005 und in Obfelden 1996 zuletzt saniert. Viele der Anlageteile haben das Ende ihrer Lebensdauer längst erreicht. Da ein Zusammenschluss wirtschaftlich und gewässerökologisch sinnvoll ist, wird im Zuge der Sanierungs- und Umbauarbeiten die ARA Obfelden an die ARA Reuss-Schachen angeschlossen. Denn die beiden Kläranlagen liegen nur zirka 500 Meter Luftlinie voneinander entfernt. Nach Jahren der Planung fand der Spatenstich statt. Baubeginn wird Anfang Juni sein, da man in den Naturschutzgründen im Mai noch Rücksicht auf die Tierwelt nimmt.
Neue Anlage mit doppelter Kapazität
Um den Anschluss zwischen den beiden Werken machen zu können, wird auf der nördlichen Parzelle, der heutigen Anlage, ein neuer Beckenblock entstehen, der mit viel Maschinen-Technik ausgerüstet ist. Dieses Land wurde für die Erweiterung der Anlage dazu erworben. In den acht Becken wird die biologische Abwasserreinigung durchgeführt. Dieser Block wird über 22 000 Reinigungseinheiten verfügen. Dazu wird in die Becken eine moderne und betriebsfreundliche Anlage gebaut. Dies heisst, dass die Becken beispielsweise mit spezieller Belüftung, Messtechnik und Rührwerk ausgerüstet werden, damit sie den Anforderungen an den Gewässerschutz gerecht werden. «Dies mit Blick auf die Reuss, in die das Wasser abgeführt wird», sagt Präsident Albert Betschart.
In der zweiten Bauetappe wird die bestehende Reinigungsstufe abgehängt. Die alten Becken werden umgenutzt und bilden künftig das Untergeschoss eines neuen Gebäudes. Hier werden Rechen, Sammelfang und Vorklärbecken eingebaut. Somit wird hier neu die mechanische Reinigung untergebracht. Darüber entsteht ein neues Gebäude, welches aus Holz hergestellt wird.
In der dritten Etappe werden die bestehende Schlammbehandlung, die Kadaversammelstelle sowie das Betriebsgebäude saniert. Im Betriebsgebäude wird es neue Raumaufteilungen geben. Dazu wird ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter entstehen. Zusammen mit den Umgebungsarbeiten werden 755 Quadratmeter Ausgleichs- oder Ersatzfläche entstehen.
Situation in Obfelden
Die Transportleitung aus Obfelden wird mittels einer Spülbohrung unter der Reuss verlegt. Diese Arbeiten werden parallel zur letzten Bauetappe erfolgen, zeitlich so abgestimmt, dass der Anschluss an die ARA Reuss-Schachen erfolgen kann. Nach dem Anschluss an die Aargauer ARA werden in Obfelden ein Abwasserpumpwerk und ein Regenbecken entstehen, danach werden die restlichen Gebäude zurückgebaut.
Dies auch unter Berücksichtigung der Regulatorien und Anforderungen, das geklärte Wasser wieder in die Reuss zu führen. Damit das Werk in den nächsten vier Jahrzehnten diesem Auftrag nachkommen kann, «wird die ARA auf dem neusten Stand der Technik erstellt», erklärt Noah Joller. Hier soll die Abwasserqualität insbesondere der Stickstoffelimination deutlich verbessert werden. Durch die neu erstellten Rückhaltevolumen in den Regenbecken vermindert das Projekt zudem Abwasserentlastungen während Starkniederschlägen im Einzugsgebiet.
Kosten und Zeitrahmen
Weiter sollen die Grünflächen des ARA-Areals im Verlauf des Projekts ökologisch aufgewertet werden und neue Mikrolebensräume für eine wertvolle Flora und Fauna der Umgebung bieten. So sollen Ausgleichsflächen entstehen.
Der Kostenvoranschlag für den Ausbau der ARA beläuft sich auf 26,85 Millionen Franken. Dazu kommen die Kosten für den Umbau und die Verbindungsleitung, die sich ebenfalls auf 4,4 Millionen Franken belaufen. Wobei der Anteil der Zürcher Gemeinden rund 17 Millionen Franken beträgt. Anteilsmässig fallen die restlichen 14 Millionen für den ARA-Ausbau auf die Aargauer Gemeinden. Albert Betschart sagt am Spatenstich: «Aus der Erfahrung werden Sanierungen immer um das Doppelte grösser.» Genau vor 42 Jahren wurde die ARA in Betrieb genommen und die letzte Sanierung habe sechs Millionen Franken gekostet.
Baubeginn ist Anfang Juni, das Grossprojekt soll bis Dezember 2030 abgeschlossen sein. Dazu gehören auch Baueingabe und -bewilligung der Anlage in zürcherischen Obfelden und der Rückbau der Anlage.


