Endlich wieder zurück
10.07.2026 Sport, Schwingen75. Weissenstein-Schwinget morgen Samstag mit vier Freiämtern
Auf dem Weissenstein ob Solothurn kämpfen vier Freiämter Schwinger um einen Bergkranz. Neben den Eidgenossen Joel Strebel sowie Andreas und Lukas Döbeli tritt auch Pascal Joho an. Das ...
75. Weissenstein-Schwinget morgen Samstag mit vier Freiämtern
Auf dem Weissenstein ob Solothurn kämpfen vier Freiämter Schwinger um einen Bergkranz. Neben den Eidgenossen Joel Strebel sowie Andreas und Lukas Döbeli tritt auch Pascal Joho an. Das Quartett geht mit unterschiedlichen Ausgangslagen in das Schwingfest. Besonders gespannt sein darf man auf Andreas Döbeli nach seiner Verletzungspause.
Josip Lasic
Andreas Döbeli ist zurück im Sägemehl. Im Juli 2025 riss er sich am Rigi-Schwinget das Kreuzband. Sein Comeback war ursprünglich am Aargauer Kantonalen Anfang Juni geplant. Wegen einer Erkrankung musste er jedoch absagen. Vor zwei Wochen trat er am Fricktaler Abendschwinget erstmals wieder an und belegte gleich Rang 1b. Nun wartet mit dem Weissenstein ein Bergfest. «Ich bin körperlich fit», sagt Döbeli. «Und ich freue mich sehr auf das Schwingfest. Entscheidend wird sein, wie ich nach einer solchen Pause in die Gänge finde.»
In der Spitzenpaarung des ersten Ganges trifft Döbeli auf den Zürcher Teilverbandskranzschwinger Janos Bachmann. «Natürlich wäre es schön, wenn es auf dem Weissenstein gleich zu einem Kranz reichen würde. Aber mir fehlt die Praxis. Und um sie zu sammeln, gibt es leichtere Schwingfeste.» Auf dem Weissenstein treten zahlreiche Eidgenossen und starke Teilverbandskranzer an. «Ich hoffe, dass ich gut in die Gänge komme. Denn bei einem solchen Schwingfest kann man sich keinen schlechten Gang erlauben.»
Steigern und Kränze gewinnen
Auf dem Weissenstein gewann Andreas Döbeli 2021 seinen ersten Bergkranz. Für den 28-Jährigen hat das keine besondere Bedeutung. «Das war ohnehin in der Coronasaison, deshalb möchte ich das nicht überbewerten. Ich will das Fest in erster Linie wie ein normales Kranzfest angehen und schauen, wie weit es reicht.» Eine Woche später steht der Rigi-Schwinget auf dem Programm. «Dort möchte ich mich weiter steigern und danach möglichst bald wieder Kränze gewinnen.»
Mit Blick auf den Kilchberger Schwinget Anfang September ist sich der Sarmenstorfer bewusst, dass er für eine Selektion bereits spät dran ist. Er will sich nun von Schwingfest zu Schwingfest steigern, Kränze gewinnen und dann sehen, was in dieser Saison noch möglich ist.
Auch Lukas Döbeli ist zurück
Der jüngere der Döbeli-Brüder, Lukas, startete gut in die Saison. Am Baselstädtischen Kantonalschwinget gewann er seinen ersten Saisonkranz. Danach warfen ihn Schulterprobleme zurück. Wie sein Bruder kehrte auch der 26-Jährige am Fricktaler Abendschwinget ins Sägemehl zurück. Im Schlussgang stellte er gegen Tim Roth. «Ich komme jetzt aus der Verletzung zurück. Als Vorbereitung habe ich den Fricktaler Abendschwinget absolviert. Dort hat alles gehalten.» Der Abendschwinget sei vor allem wichtig gewesen, um wieder in den Wettkampfrhythmus zu kommen. Nun folgt auf dem Weissenstein ein deutlich härterer Test. «Oberste Priorität hat immer, verletzungsfrei zu bleiben. Mein Ziel ist es, einen guten Wettkampf zu zeigen, die Belastung gut zu überstehen und natürlich einen Kranz zu gewinnen.»
Wie sein Bruder hat auch Lukas Döbeli eine besondere Verbindung zum Weissenstein. Andreas gewann dort seinen ersten Bergkranz, Lukas seinen bisher einzigen. Besonders motivieren lässt sich der 26-Jährige davon aber nicht. «Ich hatte auf dem Weissenstein schon gute, aber auch schlechte Tage. Darum gehe ich nicht mit einem völlig anderen Gefühl an dieses Fest.» In der Spitzenpaarung des ersten Ganges trifft Döbeli auf den Thurgauer Eidgenossen Domenic Schneider. Zweimal standen sie sich bisher gegenüber. Beide Gänge endeten gestellt.
Joho jagt den ersten Bergkranz, Strebel zuletzt in Topform
Der dritte Sarmenstorfer im Quartett, Pascal Joho, steht eher im Schatten der drei Eidgenossen des SK Freiamt. Er ist der Einzige der vier Freiämter, der noch keinen Bergkranz gewonnen hat. 2024 war er ausgerechnet auf dem Weissenstein nahe dran. «Das motiviert, wenn man weiss, wie der Tag damals verlief. Wieso sollte es diesmal nicht wieder klappen? Es wäre schön, meinen ersten Bergkranz zu gewinnen. Dafür brauche ich aber wirklich einen hervorragenden Tag.» Sein Ziel für dieses Jahr formuliert er etwas zurückhaltender. «Ich will angriffiger schwingen, etwas riskieren und alles geben. Auf dem Stoos ist mir das nicht gelungen. Dort hatte ich vier gestellte Gänge. Das will ich diesmal besser machen.» Ist es für ihn vielleicht sogar ein Vorteil, im Schatten der drei Eidgenossen weniger im Fokus zu stehen? «An Kantonalschwingfesten ist das sicher ein Vorteil. In den Bergen kann ich von ihrer Erfahrung und Unterstützung profitieren. Bei der Einteilung warten trotz allem sechs enorm starke Gegner auf mich.»
Während die anderen drei Schwinger nach Verletzungen zurückkehren oder ihren ersten Bergkranz gewinnen wollen, ist die Ausgangslage bei Joel Strebel eine andere. Auch er verletzte sich zum Saisonstart. Zeitweise drohte sogar das Saisonende. Stattdessen kehrte Strebel zurück – und gewann Kränze am Aargauer Kantonalen, auf dem Stoos und am Nordostschweizerischen. Der Aristauer ist in guter Form und kann dies auf dem Weissenstein erneut zeigen.
Als einziger Freiämter hat er alle sechs Bergkränze gewonnen. Der nächste Schritt wäre ein Sieg an einem Bergfest. In der Spitzenpaarung des ersten Ganges trifft Strebel auf den Bündner Eidgenossen Christian Biäsch. Im bisher einzigen Duell zwischen den beiden setzte sich der Freiämter durch. Nun zeigt sich, ob ihm erneut ein erfolgreicher Start in den Weissenstein-Schwinget gelingt.

