Er will sich in Aarau verewigen
08.05.2026 Sport, FussballChallenge League: Der Freiämter Marco Thaler (Captain des FC Aarau) vor den entscheidenden Spielen der Saison
Im Brügglifeld erlebt man Glanzzeiten. Innerhalb einer Woche fällt die Entscheidung um den direkten Aufstieg oder die Barrageteilnahme. Marco ...
Challenge League: Der Freiämter Marco Thaler (Captain des FC Aarau) vor den entscheidenden Spielen der Saison
Im Brügglifeld erlebt man Glanzzeiten. Innerhalb einer Woche fällt die Entscheidung um den direkten Aufstieg oder die Barrageteilnahme. Marco Thaler, Captain des Teams, sagt: «Es macht gerade riesig Spass und ich habe ein gutes Gefühl.» Der 31-jährige Wohler hat seit 2014 total 262 Spiele für den FC Aarau bestritten. Mit dem Aufstieg will er sich endgültig verewigen.
Stefan Sprenger
«Wie die Zeit so rennt», sagt Marco Thaler schmunzelnd. In wenigen Wochen – am 28. Juni – wird er 32 Jahre jung. Da wachsen natürlich die Gedanken, was nach der Profikarriere ist. Sein Vertrag beim FC Aarau läuft noch bis im Sommer 2027. Und danach? Thaler, gewohnt wortgewandt und überlegt, sagt: «Ich bin offen. Ich höre auf meinen Körper. Und ich schaue von Saison zu Saison. Aber ich bin mir bewusst, dass ich keine 10 Jahre mehr im Profifussball bin.» Seine zahlreichen Knieverletzungen der Vergangenheit spürt er nicht mehr. «Das ist quasi Grundvoraussetzung», wie der Wohler sagt.
Job bei einem Freiämter – und privat im Höhenflug
Beruflich hat er längst einen Plan aufgegleist. Wenn die Fussballkarriere endet, muss man sich um ihn bestimmt keine Sorgen machen. Sein Wirtschaftsstudium hat er 2022 mit Bachelor abgeschlossen. Und er arbeitet seit einigen Jahren bei der Immobilienfirma Swiss Prime Site. In der Geschäftsleitung: der frühere FC-Wohlen-Goalie (und Hägglinger) Reto Felder.
Auch privat erlebt Marco Thaler gerade Höhenflüge. Er hat sich jüngst mit seiner Freundin verlobt. Das Paar lebt gemeinsam in Aarau.
Thaler scheint vom Glück geküsst, denn auch im Fussball erlebt er Hochzeiten. 23 Siege und vier Unentschieden ergeben 73 Punkte. Aber: Der FC Vaduz ist diese Saison ebenfalls sackstark unterwegs und steht mit 75 Punkten an der Tabellenspitze. Der 1. Rang steigt direkt in die Super League auf, der 2. Rang berechtigt für die Barrage (vermutlich gegen die Grasshoppers Zürich).
Heute Nyon, am Montag das Direktduell mit Vaduz
Noch drei Spiele sind zu bestreiten. Heute Freitag geht es im Brügglifeld gegen den Tabellenvorletzten Nyon. Am Montag folgt das heisse Direktduell auswärts in Vaduz. Und nächsten Freitag gegen Yverdon zu Hause (alle Spiele um 20.15 Uhr). Innenverteidiger Marco Thaler sagt: «Unsere Saison ist bislang super. In anderen Jahren wären wir alleinige Leader. Aber Vaduz ist eben auch sehr stark unterwegs. Es ist ein spannender Zweikampf von zwei Teams, die in dieser Saison beide auf extrem hohem Level spielten.» Thaler, der in dieser Saison nur ein Spiel gesperrt verpasste und sonst immer als Captain das Team auf das Feld führte, meint weiter: «Erst gegen Nyon gewinnen. Dann folgt in Vaduz ein extrem wichtiges Spiel. Ich glaube, die Entscheidung fällt aber erst am allerletzten Spieltag.»
Er selbst hat eine riesige Vorfreude vor dieser heissen Phase. «Es macht gerade riesig Spass. Und wir haben schon viel erreicht. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Wir alle wollen den Aufstieg unbedingt, ziehen alle an einem Strang.» Die Gründe, wieso Aarau so stark ist, sieht Thaler in mehreren Dingen: «Wir haben eine reife Mannschaft. Wir harmonieren als Kollektiv sehr gut und halten zusammen. Dazu haben wir aber auch starke individuelle Qualitäten.» Ein gutes Beispiel ist die Offensivabteilung: Mit Shkelqim Vladi (10 Tore), Daniel Afriyie (11), Valon Fazliu (14) und Elias Filet (19) haben die Aarauer gleich vier Spieler unter den Toptorschützen der Challenge League.
Zweimal in Barrage gescheitert: «Wir haben dazugelernt»
Aber auch defensiv hat das Team von Trainer Brunello Iacopetta seine Stärke. Man kassierte nur 43 Gegentore, das ist der zweitbeste Wert der Liga. Thaler: «Alle hier beim FC Aarau haben hart gearbeitet für diesen Erfolg.
Der Aufstieg wäre wunderschön.» Am liebsten natürlich als Direktaufsteiger. Sonst eben über die Barrage. Thaler scheiterte mit Aarau in den letzten Jahren zweimal in der Barrage. 2019 dramatisch gegen Xamax im Penaltyschiessen. Im letzten Jahr mit dem deutlichen Gesamtskore von 1:4 gegen die Grasshoppers. «Aber wir haben dazugelernt aus dieser Erfahrung», ist der Freiämter sich sicher.
Er strahlt Zuversicht aus. «Mein Bauchgefühl ist sehr gut. Die Stimmung im Team ist anders als in anderen Jahren. Wir sind uns der bevorstehenden Aufgaben bewusst. Wir wollen es schaffen.» In seiner zwölften Saison beim FC Aarau will Marco Thaler endlich den Aufstieg packen. Das Urgestein des FC Aarau würde sich damit quasi endgültig den Legendenstatus im Brügglifeld verdienen.

