Erleben, nicht nur schauen
12.06.2026 Region OberfreiamtAlfred Topalli und Nuno Vieira stellten in Merenschwand die Dorfarena auf die Beine
Mit Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen – Fussball gemeinsam schauen, das gehört für viele dazu. In Merenschwand bauten Alfred Topalli und Nuno Vieira dafür eine ...
Alfred Topalli und Nuno Vieira stellten in Merenschwand die Dorfarena auf die Beine
Mit Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen – Fussball gemeinsam schauen, das gehört für viele dazu. In Merenschwand bauten Alfred Topalli und Nuno Vieira dafür eine Dorfarena auf. «Wir wollen der Bevölkerung etwas bieten», sagen die beiden.
Annemarie Keusch
Gestern Abend ging es los. Morgen steht der erste Schweizer Höhepunkt beim Spiel gegen Katar an. Die Fussball-Weltmeisterschaft zieht die Leute in ihren Bann. Während fünf Wochen wird dieser Anlass die Schlagzeilen und so manches Gespräch am Ess- oder Stammtisch dominieren. Dann fiebern auch jene mit, die sonst mit Fussball wenig am Hut haben. Ganz und gar nicht in diese Kategorie fallen Nuno Vieira und Alfred Topalli. Die beiden engagieren sich als Trainer beim FC Merenschwand und lieben den Fussball. Letztes Jahr organisierten sie gemeinsam ein Junioren-Turnier. «Nun wagen wir den nächsten, wenn auch viel grösseren Wurf», sagt Alfred Topalli und lacht.
Dorfarena nennt sich ihr Projekt. Ein riesiges Zelt mit Festbänken und zwei Lounges. Ein Barzelt. Dazwischen eine Küche. Alles haben sie und ihre Helferinnen und Helfer in den letzten Tagen aufgebaut. «Ein Ort, wo Fussball nicht nur geschaut, sondern erlebt wird», versprechen die beiden Organisatoren. Im Hegiacker findet das Public Viewing statt – etwas ausserhalb des Dorfes. «Natürlich wäre ein zentraler Ort in Bezug auf die Infrastruktur mit weniger Aufwand verbunden», sagt Alfred Topalli. Das Risiko, zu viel Lärm zu verursachen, war ihnen aber zu gross. «Wir wollen uns nach diesen fünf Wochen noch im Dorf blicken lassen können», meint Topalli und lacht.
Setzen auf Qualität
Er und Nuno Vieira sind in Merenschwand verwurzelt. Hier etwas zu bieten, ist entsprechend eine ihrer Hauptmotivationen für die Dorfarena. «Wir wollen etwas abliefern, das die Leute begeistert und hinter dem wir voll und ganz stehen können.» Die beiden sprechen damit die Qualität an. Beim LED-Monitor einerseits, beim Fleisch und den Backwaren, die von regionalen Metzgern und Bäckern bezogen werden, andererseits.
Der Entscheid, die Dorfarena auf die Beine zu stellen, fiel erst im Februar definitiv. Seitdem sind Alfred Topalli und Nuno Vieira mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Bewilligungen, beispielsweise. «Da braucht es einige und es wird vielleicht noch weitere brauchen.» Gerade weil einige Spiele spät abends oder dann früh morgens angepfiffen werden. 46 Spiele laufen in der Dorfarena. «Natürlich die Schweizer und jene der Top-Nationen», sagt Nuno Vieira. Ob es bei einem allfälligen Gruppensieg der Schweizer und einem Sechzehntel-Final morgens um 5 Uhr Gipfeli statt Pommes und Kaffee statt Bier gibt – da wagen sie noch keine Prognosen. «Wir hoffen natürlich, dass die Schweiz möglichst weit kommt.» Dass diese Spiele jene mit der höchsten Anziehungskraft sind, liegt auf der Hand. Ihr Tipp: «Viertelfinal liegt drin.»
Intensive letzte Tage
250 Sitzplätze bietet das grosse Zelt, hinzu kommen 50 Stehplätze – in der Bar, wo ebenfalls Bildschirme hängen werden, oder draussen. 300 Personen maximal dürfen auf dem Gelände sein. «Das ist mit ein Grund, weshalb wir uns bewusst für die Möglichkeit entschieden haben zu reservieren», erklärt Alfred Topalli. Die Reservation kostet, «aber die Gäste erhalten den Betrag in Form von Getränkegutscheinen zurück». Das Konzept scheint anzukommen. Für das morgige Spiel hat es zum Beispiel nur noch wenige freie Plätze.
Gestern Donnerstag ging es auf dem Gelände nochmals hoch zu und her. «Der Teufel steckt wie immer in den Details», sind sich Nuno Vieira und Alfred Topalli einig. Am Abend waren sie aber bereit für das Eröffnungsspiel und freuen sich nun auf ereignisreiche und begeisternde fünf Wochen in der Dorfarena. «Dabei dürfen wir auf grosse Unterstützung unserer Freunde und Familien zählen. Ohne sie ginge es nicht. Gleiches gilt für die Sponsoren», sagt Alfred Topalli. Die Anspannung hat sich in den letzten Tagen stetig etwas gesteigert. «Wir bibbern schon etwas, ob alles klappt, geben aber alles dafür.» Und ob denn auch viele Fussballbegeisterte kommen. «Nach der WM entscheiden wir, ob wir die Dorfarena vielleicht auch für spätere Endrunden aufbauen und organisieren.»
Informationen: www.dorfarena.ch

