Erleichterung und Vorfreude
20.02.2026 Sport, BobDie eisige Weltbühne gerockt
Die Freiämterin Melanie Hasler erlebt an den Olympischen Spielen eine wunderbare Geschichte
Sie war die Schnellste im letzten Lauf und holt sich das Diplom. Auch neben der Bobbahn beweist Melanie Hasler ihre ...
Die eisige Weltbühne gerockt
Die Freiämterin Melanie Hasler erlebt an den Olympischen Spielen eine wunderbare Geschichte
Sie war die Schnellste im letzten Lauf und holt sich das Diplom. Auch neben der Bobbahn beweist Melanie Hasler ihre Qualitäten.
Stefan Sprenger
«Das war eine Genugtuung», sagt Melanie Hasler kurz nach dem Abschluss der Monobob-Rennen. Ganz am Ende haut sie einen Kracher raus. Die Berikerin zeigt im letzten Lauf in Cortina ihr gigantisches Potenzial. Dank Laufbestzeit schafft sie den Sprung auf den 5. Rang. «Wäre sie immer so gefahren, dann hätte sie eine Medaille, das ist verrückt», sagt SRF-Kommentator Claude Jaggi. Auf die Medaillen fehlten dennoch 94 Hundertstel.
Bob-Design selbst entworfen
Die 27-Jährige trifft dann auf ihre Freunde und ihre Familie, die sie vor Ort unterstützten. «Dieser Support ist mir mehr wert als eine Medaille», sagt sie nach dem emotionalen Wiedersehen mit ihren Liebsten. Und Hasler zeigt sich erleichtert nach dem Gewinn des Olympia-Diploms: «Diese Bahn ist unberechenbar. Die vier Läufe waren ein Auf und Ab. Am Ende wurde es keine Medaille. Aber hey, der 5. Rang ist mein bestes olympisches Resultat.»
Auch neben dem Eiskanal schreibt sie tolle Geschichten. Hasler entwarf das Design für den Olympia-Schlitten, die Anzüge und die Helme selbst – und zwar für das ganze Schweizer Team. Dies, weil den Schweizer Bob-Teams der ursprünglich geplante optische Auftritt gar nicht gefallen hatte. Hasler sprang ein – dank ihrem künstlerischen Flair. Die Freiämterin hat die eisige Olympia-Weltbühne gerockt – auch dank ihrer positiven Art und ihren vielseitigen Stärken.
Ab heute im Zweierbob
Ab heute Freitagabend geht es für Hasler mit den Rennen im Zweierbob weiter. Der Traum von einer Medaille lebt. «Alles ist möglich», sagt sie. In Cortina scheint Hasler jedenfalls voller positiver Kraft zu sein, wie euphorische Szenen am Ende beweisen.
Olympia: Melanie Hasler holt sich den 5. Rang im Monobob und startet heute Freitag im Zweierbob
Deutschland und USA sind eine Macht. Ein verpatzter Lauf genügt, um die Hoffnungen auf eine Medaille im Monobob zu begraben. Mit einer grandiosen Leistung ganz am Ende sorgt Melanie Hasler aber für Genugtuung. Nun will die Freiämterin im Zweierbob erneut an einem Podestplatz schnuppern. «Alles ist möglich», sagt sie.
Stefan Sprenger
«Hey, nein. Ich bin gerade nicht enttäuscht», sagt Melanie Hasler. Und ihr unverkennbares Lachen und ihr strahlender Gesichtsausdruck stützen ihre Worte. Dass die Freude nach dem letzten Lauf im Monobob überwiegt, liegt sicherlich auch am emotionalen Wiedersehen mit ihrer Familie (siehe Seite 21). Denn unser grösster Sport-Export aus dem Freiamt liebäugelt auf der Olympia-Weltbühne mit einer Medaille. Nach zwei intensiven Renntagen sei sie aber «mehr als zufrieden» mit dem 5. Rang und dem Gewinn ihres dritten Olympia-Diploms. Schon 2022 an Olympia in Peking erreichte sie den 7. Rang (Monobob) und den 6. Rang (Zweierbob). «Es ist mein bestes Olympia-Resultat», sagt sie. Und das nach einem «Auf und Ab». Nach den Trainingsläufen musste man sich Sorgen machen um Melanie Hasler. «Es lief gar nicht gut», sagt sie.
Der fatale 3. Lauf
Aber als es drauf ankommt, ist sie da und liefert ab. Am Sonntag, nach den ersten beiden Läufen, ist sie auf dem 4. Rang klassiert. Stark. Der Traum von der Medaille lebt. Hasler hat die Bahn in Cortina – die mit einem Budget von 120 Millionen Euro in Rekordzeit fertiggestellt wurde – im Griff.
Am Montagabend, kurz nach 19 Uhr, startet sie in den 3. Lauf. Die Hoffnungen auf eine Medaille werden aber zerstört. Hasler patzt, leistet sich zu viele kleine Fehler. «Diese Bahn ist unberechenbar. Man kassiert einen Schlag an der falschen Stelle und verliert viel Zeit», erklärt Hasler. Es ist nur die neuntschnellste Laufzeit. Sie fliegt von Platz 4 auf 7 zurück. Und aus 0,47 Sekunden Rückstand auf Bronze wurden 1,11 Sekunden. Im Bobsport quasi uneinholbar.
«Ich wusste, dass es vier perfekte Läufe braucht, um ganz vorne dabei zu sein», sagt sie. Und diesen perfekten Lauf liefert sie im vierten und letzten Durchgang. «Ich wusste, ich kann das. Ich ging all in», wie sie sagt. Hasler erzielt Laufbestzeit. Die Europameisterin erobert sich Rang 5. Auf die Medaillen fehlten Hasler am Ende trotzdem 94 Hundertstel. Hasler sagt: «Drei Olympische Diplome. Ich bin erleichtert – und ich bin dankbar, dass ich das erleben darf.» Die zweite Schweizerin
– Debora Annen – landet auf Rang 11.
«OnlyFans», ein Rapper und ein Pyjama
So jubeln andere. Alle vor Hasler klassierten Athletinnen stammen – wie eigentlich immer – aus den USA und Deutschland. Auf dem 4. Rang landet die Deutsche Lisa Buckwitz, (die sich ihr sportliches Leben als Bob-Pilotin auch mit der Erotik-Plattform «Only-Fans» finanziert. Bronze holt die 40-jährige US-Amerikanerin Kaillie Humphries. Im Kampf um Gold sah es lange nach einem Sieg für die Deutsche Laura Nolte aus, die den ganzen Wettkampf über geführt hatte. Im letzten Lauf zeigte sie aber Nerven und fiel noch um 0,04 Sekunden hinter Elana Meyers Taylor (USA) zurück. Im Zielbereich jubelt die USA – allen voran der bekannte Rapper «Flavor Flav», der als Sponsor und «Hype man» des US-Bob- und Skeleton-Teams für Stimmung sorgt. Die Gewinnerin Elena Meyers Taylor umarmt aber als erstes ihr Kindermädchen. Hintergrund: Meyers Taylor ist 41 Jahre alt und zweifache Mutter.
«Das ist schon krass»
Hasler zollt der Siegerin Respekt. «Sie ist eine Mega-Frau. Sie ist 41 Jahre alt und topfit. Ich habe jetzt schon Mühe mit 27 Jahren», sagt Hasler lachend. «Sie ist zweifaches Mami und jetzt Goldmedaillengewinnerin an Olympia. Das ist schon krass und beeindruckend.» Die Amerikanerin und die Freiämterin verstehen sich bestens. Hasler kriegte von ihr ein Pyjama-Shirt geschenkt, das Hasler zum Schlafen anhat. «Und wir sind beide gläubig, das verbindet.»
Apropos Glauben. Der ist vor dem kommenden Wochenende ungebrochen. Denn Melanie Hasler startet im Zweierbob-Rennen mit Anschieberin Nadja Pasternack.
Auch ihr Freund ist im Einsatz
Heute Freitag mit den ersten beiden Läufen (18 Uhr und 19.50 Uhr) und morgen Samstag mit den Läufen 3 und 4 (19 Uhr und 21 Uhr). Während es im Monobob Einheitsschlitten gibt, ist das im Zweierbob anders. Das bedeutet, dass Deutschland und die USA die Rennen noch mehr dominieren. Auch bei den Männern. Der beste Schweizer Bobpilot Michael Vogt (der Partner von Melanie Hasler) landet im Zweierbob-Rennen auf dem 6. Rang – die Medaillen gehen alle nach Deutschland. Vogt wird am Wochenende bei den Viererbob-Rennen starten.
Wie Hasler träumt auch Vogt von einer Medaille. Auch bei ihm ist die Konkurrenz stark – vor allem wegen des Materialvorteils. Die Freiämterin glaubt dennoch an die Überraschung: «Alles ist möglich. Auch wenn es schwierig wird.» Die Vorfreude ist gross vor ihrem zweiten Olympia-Einsatz. Das Freiamt drückt die Daumen. Und natürlich auch ihre Familie und Freunde, die sie erneut vor Ort anfeuern werden.
Empfang in einer Woche
Die Gemeinde Berikon ehrt Bob-Olympionikin Melanie Hasler mit einem festlichen und öffentlichen Empfang nach ihrer Rückkehr von den Olympischen Winterspielen. Der Empfang, zu dem die ganze Bevölkerung, Freunde und Bekannte sowie weitere Gäste herzlich eingeladen sind, findet am Samstag, 28. Februar, um 11 Uhr auf dem Areal der Primarschule statt. Es werden kostenpflichtige Verpflegung und Getränke angeboten. --red
«Es fühlt sich wie Gold an»
Olympia: Melanie Hasler erlebt in Cortina ein emotionales Wiedersehen mit ihrem Anhang aus dem Freiamt
Die italienischen Helfer denken, sie ist die Olympiasiegerin. Als Melanie Hasler in Cortina auf ihre Liebsten trifft, gibt es Freudentränen, Jubelschreie und Umarmungen. «Das ist für mich mehr wert als eine Medaille», sagt Melanie Hasler.
Stefan Sprenger
«Da ist sie!», schreit Schwester Chabeli. Im Ziel der Olympia-Bobbahn in Cortina flippen ein Dutzend Menschen aus, jubeln und schreien: «Melaniiie!» Es ist Montagabend, 22.11 Uhr. Auf der anderen Seite des Eiskanals steht Melanie Hasler im abgesperrten Athletenbereich und gibt dem Schweizer Fernsehen gerade ein Interview. Sie strahlt, winkt und ruft rüber: «Heeeeey! Ich chume grad!» Gleichzeitig räumen die italienischen Olympia-Helfer den Zielbereich und bitten die Hasler-Fans zu gehen. Einer der Helfer fragt, ob das die Gewinnerin des Rennens ist.
Man könnte es aber meinen, so wie sich alle freuen. Doch es gibt keine Olympia-Medaille für die Freiämterin zu bejubeln, dafür wird aber eine Weltklasse-Leistung und ein besonderer Mensch gefeiert. Im letzten Lauf ist Melanie Hasler die Schnellste von allen, verbessert sich auf den 5. Rang. Der Lohn: ein olympisches Diplom.
Hier ist Olympia zu spüren – und die Bratwurst teuer
Olympia. Das grösste für einen Sportler. Am Bob-Rennen und in Cortina ist der Geist dieses Anlasses deutlich zu spüren. Das Maskottchen (ein Wiesel namens Tina) tanzt ununterbrochen zu Partymusik, ein Animator interviewt die schrillsten Fans aus aller Welt – und die Olympischen Ringe sind ein beliebtes Fotosujet. Es heisst, in Mailand haben die Olympischen Spiele den Charme einer Wirtschaftskonferenz. Zumindest hier, im Wintersportort Cortina d’Ampezzo, rund 2 Stunden von Venedig entfernt, spürt man den Olympischen Spirit. Auf einer Piazza brennt das olympische Feuer, ein kleines Fan-Dorf sorgt für Stimmung, die Flaggen aller Nationen wehen im hübschen Städtchen, es riecht nach Pasta und Glühwein. Und es sind Olympia-Fans aus aller Welt unterwegs. Das Highlight von Cortina ist das «House of Switzerland». Ein grosser Bildschirm für das Public Viewing, ein Restaurant, Curling und Eisstockschiessen für jedermann zum Ausprobieren. Auf der Sonnenterrasse gibt es Schweizer Bier (Rügenbräu), Raclette (16 Franken) und Bratwurst (die kostete erst 12 Franken, mittlerweile «nur» noch 9).
Die Familie von Melanie Hasler ist mit dem Auto nach Cortina angereist (Fahrzeit rund 8 Stunden). Ein Hotelzimmer in jener Region zu ergattern, ist während Olympia gar nicht so einfach – und einiges kostspieliger als sonst. Ein Eintrittsticket kostet rund 100 Franken (für zwei Läufe).
Bobbahn erinnert an Baustelle
Die Familie Hasler hat aber natürlich alles gerne auf sich genommen, um an diesem besonderen Tag hier im Sliding Centre von Cortina bei ihrer Melanie zu sein. Die Bahn ist bei den Athleten sehr beliebt. Sie wurde aber kontrovers diskutiert. Der Auftrag zum Bau wurde erst im Januar 2024 vergeben, doch bereits nach weniger als zwei Jahren war die rund 120 Millionen Euro teure Bahn fertiggestellt. Sie ist rund 1800 Meter lang und hat 16 Kurven. Vom Start bis zum Ziel ist es für den Zuschauer ein anstrengender, aber spannender Marsch. Entlang des Eiskanals läuft man öfters durch schlammige Böden und erkennt freiliegende Kabel und andere halbfertige Dinge. Die Bobbahn ist eigentlich schön – erinnert an manchen Stellen aber an eine Baustelle.
Der Familie Hasler ist die Umgebung gerade nicht so wichtig. Sie haben Melanie seit der Ankunft nur von Weitem gesehen und freuen sich jetzt nach dem Rennen, sie endlich in die Arme zu schliessen. Schwester Chabeli Högger (31), die zum ersten Mal an einem Bobrennen ist, sagt: «Es ist eine Ehre, hier zu sein. Es waren so viele Emotionen, so viel Hoffnung, so viel Anfeuern. Es war überwältigend, Melanie an den Olympischen Spielen zu sehen. Sie arbeitet so stark für ihren Erfolg und hat ganz viel gesät. Heute konnte sie die Früchte ernten.» Bruder Bryan Hasler (33), der mit Melanie in einer WG auf dem Mutschellen wohnt, sagt: «Wir wussten, dass es schwierig wird, eine Medaille zu gewinnen. Aber sie ist in den Top 5 an den Olympischen Spielen, das ist richtig stark. Für uns ist Melanie sowieso die Grösste – egal, was für ein Resultat sie schafft.»
Vater Jürg Hasler (67) ist überrascht angesichts der Leistung seiner Tochter. «Im Training lief es gar nicht gut. Im Rennen war ich dann erstaunt, wie stark sie gefahren ist. Sie war im 3. Lauf wohl zu nervös und dann klappte es nicht mehr.»
Wenn sie sauer ist ...
Was nach dem verpatzten 3. Lauf aber geschah, hat ihn nicht überrascht. Hasler schafft die Laufbestzeit im 4. Durchgang. «Wenn Melanie sauer ist, dann will sie es unbedingt besser machen. Und das hat sie getan.» Mutter Julia Hasler (57) hat wohl am meisten mitgefiebert und alle Höhen und Tiefen noch etwas intensiver erlebt. Die Mama sagt: «Ich war manchmal enorm nervös. Aber ich wusste, dass am Ende alles gut kommt.»
Seit den Freudenszenen im Zielbereich sind 10 Minuten vergangen. Es ist 22.23 Uhr. Der Hasler-Fanclub ist Richtung Ausgang gelaufen. Keine Spur von Melanie. Ihre Familie und Freunde haben sie seit der Ankunft in Cortina noch nicht in die Arme schliessen können. «Ich weiss nicht, ob wir sie noch sehen», meint Vater Jürg.
«Habe ich dich schon umarmt?»
Aus der Ferne erklingt ein Lied. «O say, can you see, by the dawn’s early light.» Die Nationalhymne der USA wird abgespielt, die Amerikanerin Elana Meyers Taylor holt sich Gold im Monobob. In jenem Moment, etwas abseits der Siegerehrung, ruft eine freudige Stimme aus der Dunkelheit: «Heey!» Melanie Hasler kommt angerannt, in rotweisser Schweizer Olympia-Jacke, mit breitem Lachen und einer klaren Mission: Alle so fest umarmen, bis die Luft wegbleibt. Es fliessen Freudentränen, es wird gelacht, alles ist euphorisch, herzlich, spontan. So, wie Melanie Hasler eben ist. Sie begrüsst gar mehrfach: «Habe ich dich schon umarmt, Mami? Ich weiss es nicht mehr.» Zur Sicherheit wird nochmals geherzt.
Worte, die einfahren
Und dann wählt Melanie Hasler Worte, die einfahren. «Ja, ich träumte von einer Medaille. Aber auf dieser Bahn und gegen die starke Konkurrenz ist es nicht einfach. Aber hey, ich hatte Spass, erreichte den 5. Rang an Olympia. Mein grösster Sieg ist aber die Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden. Das fühlt sich wie Gold an.» Sie blickt zu ihren Liebsten und spricht weiter: «Das alles ist enorm viel wert, ein Geschenk. Diese Menschen geben mir so viel mehr, als es eine Medaille je tun könnte.» Es gibt wässrige Augen. Der grosse Bruder Bryan, der Sekundarlehrer, atmet tief durch. Schwester Chabeli, die Kindergärtnerin, wischt lachend eine Freudenträne aus dem Gesicht. Vater Jürg, der pensionierte Hausarzt, schaut seine Tochter bewundernd an. Und Mama Julia spricht das aus, was alle denken: «Wir sind sehr sehr sehr stolz auf sie. Melanie hat es sensationell gemacht.»
Die Kindergartenfreundin
Mittendrin stehen zwei Schwestern aus Berikon. Jessica (27) und Alexandra (24) Felder, die mit dem Zug nach Cortina angereist sind. Die Psychologin und die Hebamme sind in der gleichen Strasse aufgewachsen wie die Familie Hasler. Jessica Felder sagt: «Ich kenne Melanie seit dem Kindergarten. Jetzt ist sie an der Olympiade und holt sich den 5. Rang. Ich kann nur schwer in Worte fassen, wie emotional das ist.» Alexandra schwärmt: «Ich bin unglaublich stolz auf Melanie. Dieser spezielle Moment hier wird für immer in meinem Herzen bleiben. Ich gönne Melanie den Erfolg so fest. Sie hat sehr hart dafür gearbeitet.»
22.35 Uhr. Die Siegerehrung ist beendet. Die Medaillengewinnerinnen strahlen. Bei der Deutschen Lisa Buckwitz und ihrem Anhang ist Enttäuschung zu spüren. Man hat sich mehr erhofft als den 4. Rang. Wieso ist das bei Melanie Hasler und ihren Liebsten anders? Ihre Freundin Jessica Felder meint: «Hinter Melanie Hasler steckt eine motivierte, bodenständige und zielstrebige Athletin. Aber auch ein lustiger, loyaler und enorm lieber Mensch. Sie ist für mich nicht nur eine sensationelle Sportlerin, sondern auch ein besonderer und wertvoller Mensch.» Weil Melanie Hasler positiv aufgeladen ist, sieht sie das Gute, den 5. Rang an Olympia und ihre grosse Unterstützung von Familie, Freunden und dem Schweizer Bob-Team. «Und wenn sie in vier Jahren erneut an Olympia dabei ist, dann komme ich wieder», verspricht Jessica Felder.
22.41 Uhr. Nun wird die Gruppe endgültig aus dem Gelände bei der Olympia-Bobbahn herausgeschickt. Das ist okay, auch Melanie Hasler muss ins Hotel zurück, um zu schlafen. Denn ab heute Freitag stehen für sie die Rennen im Zweierbob an. Der Vater erzählt ihr noch, dass die Gemeinde Berikon einen Empfang für sie plant. «Das freut mich sehr», sagt sie.
Und wer weiss, vielleicht klappt es im Zweierbob doch noch mit einer Olympia-Medaille. Goldig sind Melanie Hasler und ihr Anhang aber auch ohne Edelmetall.







