Es ist Feuer im Derby
12.06.2026 Sport, Fussball2. Liga: FC Muri – FC Mutschellen (Samstag, 18 Uhr, Brühl) – Alejandro Scheifele im Fokus
Sportlich geht es im Spiel zwischen Muri und Mutschellen nicht mehr um viel. Für die Spieler sieht es anders aus. Die Gastgeber haben mit den Mutschellern noch ...
2. Liga: FC Muri – FC Mutschellen (Samstag, 18 Uhr, Brühl) – Alejandro Scheifele im Fokus
Sportlich geht es im Spiel zwischen Muri und Mutschellen nicht mehr um viel. Für die Spieler sieht es anders aus. Die Gastgeber haben mit den Mutschellern noch eine Rechnung offen. Besonders Goalie Alejandro Scheifele brennt auf einen Erfolg gegen seinen Ex-Club.
Josip Lasic
Zwei Pokale hat sich Alejandro Scheifele gewünscht. Einen hat er immerhin erhalten. Die Frauen des FC Wohlen haben den Aargauer Cup gewonnen. Scheifele ist Co-Trainer des Teams und durfte den Pokal ebenfalls in die Höhe recken.
Den anderen wollte er selbst mit dem FC Muri gewinnen. Doch die Klosterdörfler scheiterten im Halbfinal am FC Mutschellen. Anschliessend gewannen die Mutscheller auch den Final.
Für Scheifele und seine Teamkollegen war das Salz in die noch offene Wunde. «Jetzt, wenn sie zu uns auf die Brühl kommen, wollen wir uns dafür revanchieren. Ein Derby ist immer ein besonderes Spiel, das man jedesmal gewinnen will. Diesmal haben wir Murianer noch etwas zusätzliche Motivation.» Für den 26-jährigen Torwart ist aber noch mehr Feuer im Spiel als vielleicht für einen grossen Teil seiner Mitspieler. Scheifele stand von 2017 bis 2019 und von 2021 bis 2023 selbst im Aufgebot der Mutscheller. Bei ihnen absolvierte er einige Einsätze in der 2. Liga interregional. «Ich habe dort noch einige Freunde. Der Ehrgeiz ist da in diesem Spiel.»
Scheifele, der in Unterlunkhofen wohnt, kennt die regionale Fussballszene bestens. Ausgebildet wurde er beim Kellerämter FC, später spielte er unter anderem für Bremgarten, Dietikon, Mutschellen, Wohlen und Höngg.
Beim FC Mutschellen sammelte er Einsätze in der 2. Liga interregional, beim SV Höngg erhielt er in der Saison 2024/25 die Chance in der 1. Liga classic.
Freunde und Ex-Club als Gegner
Nach einem Jahr entschied er sich für den Wechsel nach Muri. Der Wechsel hatte auch berufliche Gründe. Scheifele, gelernter Elektroinstallateur und zuletzt in der Robotik-Logistik tätig, arbeitete in Sursee und trainierte in Höngg. Dazu kamen Auswärtsspiele im Tessin oder in Liechtenstein. «Das war zeitaufwendig», sagt er. Nun beginnt er an der FHNW ein Vollzeitstudium in «Data Science & Artificial Intelligence». Deshalb kam der Wechsel nach Muri gelegen: kurze Wege, bekannte Gesichter, weniger Aufwand.
Dass er bei seinen diversen Stationen zahlreiche Fussballer kennengelernt hat, heizt jetzt auch die Motivation vor dem Derby gegen Mutschellen an. «Leonardo Nascimento kenne ich aus Wohlens U23 und wechselte mit ihm gemeinsam zu Mutschellen. Mit Gianluca Sforza und Roger Pfyl verstehe ich mich auch sehr gut.»
Besonders freut er sich auf Luca Merendino. Mit ihm spielte Scheifele bereits in Dietikon, später kreuzten sich ihre Wege bei Mutschellen erneut.
Mittlerweile wohnt Merendino ebenfalls in Unterlunkhofen. «Und in den ersten beiden Aufeinandertreffen dieser Saison war er nicht dabei. Ich kann es kaum erwarten, endlich gegen ihn zu spielen.»
Nach dem Freiämter Derby findet auf der Brühl noch ein Public Viewing statt, bei dem das erste WM-Spiel der Schweiz gegen Katar angesehen werden kann. «Das sehe ich mir dann gemütlich mit ‹Mere› bei einem Bier an, nachdem wir sie geschlagen haben», sagt Scheifele augenzwinkernd.
Ambitionen für kommende Saison sind bereits da
Obwohl es für Muri und Mutschellen weder um Auf- noch um Abstieg geht, fehlt es nicht an Motivation. «Schade eigentlich. Das Potenzial hätten wir gehabt, um bereits in dieser Saison aufzusteigen», sagt Scheifele. In der Vorrunde habe sich das Team noch finden müssen, in der Rückrunde hätten viele Absenzen in mehreren Spielen wichtige Punkte gekostet.
In Muri fühlt sich der Goalie wohl. Auch die Konkurrenz mit Bryan Huber und Davide Silano schätzt er. «Das motiviert zusätzlich. Sollten sie den Verein verlassen, hoffe ich, dass neue Keeper kommen, die mich genauso fordern.» Die Ambitionen bleiben: In der nächsten Saison will Scheifele mit Muri um den Aufstieg mitspielen und im Cup wieder angreifen. Zuerst aber zählt die Revanche gegen Mutschellen.


