«Es lief nicht alles, wie es sollte»
14.08.2026 Sport, SchwingenEidgenosse Andreas Döbeli vom SK Freiamt vor dem Nordwestschweizerischen in Mümliswil am Sonntag
Das Nordwestschweizerische Schwingfest steht an. Ein Highlight in dieser Saison. Doch die Vorzeichen könnten besser sein für die Freiämter. «Ich ...
Eidgenosse Andreas Döbeli vom SK Freiamt vor dem Nordwestschweizerischen in Mümliswil am Sonntag
Das Nordwestschweizerische Schwingfest steht an. Ein Highlight in dieser Saison. Doch die Vorzeichen könnten besser sein für die Freiämter. «Ich rechne mit drei Kranzgewinnen», sagt Andreas Döbeli, der technische Leiter des SK Freiamt. Einer davon für ihn selbst, denn der Sarmenstorfer will an den Kilchberger Schwinget.
Stefan Sprenger
Das Nordwestschweizerische steht an. Was sind Ihre Erwartungen an sich selbst?
Andreas Döbeli: Ich will den Kranz machen und mich so für eine Nomination für den Kilchberger Schwinget aufdrängen. Ich rechne damit, dass es Direktduelle gegen die engsten Konkurrenten gibt. Ich muss also meine Leistung abrufen und ein paar Schwinger rauskugeln. Wenn mir dies gelingt, dann bin ich zufrieden.
Sie sind auch technischer Leiter des SK Freiamt. Wie sieht da Ihre Erwartungshaltung aus?
Ich rechne mit drei Kranzgewinnen. Natürlich von Joel Strebel, von mir – und von noch einem weiteren Schwinger. Pascal Joho ist beispielsweise in guter Form.
Ihr Bruder Lukas Döbeli hat sich erneut eine Muskelverletzung zugezogen und muss die Saison beenden. Ihre Gedanken dazu?
Natürlich sehr doof. Es tut mir leid für ihn. Immerhin muss er sich nicht operieren lassen. Lukas lässt die Verletzung nun auskurieren und kann dann im Wintertraining wieder einen sauberen Aufbau machen.
Lukas Döbeli sagte, er wolle herausfinden, wieso er sich so oft verletzt. Haben Sie eine Erklärung?
Leider nein. Er versucht sich immer zu verbessern und Anpassungen zu machen, damit solche Verletzungen in Zukunft weniger passieren. Lukas ist wohl grundsätzlich einfach anfälliger als andere Schwinger, damit muss er wohl umgehen können. Seine Verletzung am Niklaus-Thut-Schwinget passte zum ganzen Tag.
Wie meinen Sie das?
Es lief an diesem Tag nicht alles, wie es sollte. Joel Strebel hat den Schlussgang nach wenigen Sekunden verloren, Lukas Döbeli hat sich verletzt, ich persönlich habe auch schon bessere Tage eingezogen. Und den AMAG-Cup haben wir auch nicht geholt.
Joel Strebel kritisierte danach die Joho-Brüder Pascal und Philip, weil sie nicht an diesem Rangfest teilgenommen hatten. Was denken Sie darüber?
Das ist eine interne Sache. Ich denke, sie werden das miteinander besprechen.
Vor der Saison setzte sich der SK Freiamt das Ziel, total 20 Kränze zu gewinnen. Aktuell sind es 12. Das Saisonziel wird man verfehlen. Wieso?
Es liegt einerseits sicherlich an den Verletzungen. Alle drei Eidgenossen verpassten aufgrund der Gesundheit Kranzfeste. Jonas Wüthrich und Dominic Strebel holten dafür wieder einmal einen Kranz. Niklas Stocker war sehr nahe dran. Manchmal fehlte auch bei anderen Schwingern nur wenig. Da spielt sicherlich auch die Einteilung und das letzte Quäntchen Glück mit.
Und dies braucht es manchmal für einen Kranzgewinn. Wenn man sieht, wie es am Weissenstein gelaufen ist, dann macht das Hoffnung für die Zukunft.
Erklären Sie.
Das Bergfest auf dem Weissenstein ist einer der höchsten und wichtigsten Wettkämpfe in der Saison. Die Gegner sind stark. Und ausgerechnet an diesem Fest hat der SK Freiamt am meisten Kränze geholt. Alle drei Eidgenossen haben abgeliefert. Das beweist, wie gross unser Potenzial ist, wenn wir alle fit sind.
Wie würden Sie die Saison 2026 zusammenfassen bislang?
Unser Jahr war ordentlich bis gut. Wir hatten ganz bestimmt zu viele verletzungsbedingte Ausfälle.
Und Ihre eigene Saison?
Ich konnte beim Fricktaler Abendschwinget ein Rangfest gewinnen. Ich habe am Weissenstein einen Bergkranz gemacht. Und nun habe ich am Nordwestschweizerischen mit einer guten Leistung die Chance auf einen Kranz und die Nomination für den Kilchberger Schwinget. In Anbetracht meiner Vorgeschichte und der einjährigen Verletzungspause nach dem Kreuzbandriss ist das gut. Ich bin jedenfalls zufrieden.
Ein Blick in die Zukunft: Was sollte der Schwingklub Freiamt im Jahr 2027 besser machen?
Wir sollten uns weniger verletzen. Aber immerhin musste sich niemand von uns einer Operation unterziehen. Wir versuchen, die Trainings immer nach bestem Wissen und Gewissen durchzuführen. Aber leider gehören Verletzungen zum Schwingsport dazu und oftmals sind auch äussere Einflüsse mitentscheidend. Grundsätzlich macht der Schwingklub Freiamt einen guten Job, die Kranzausbeute ist in Ordnung. In diesem Jahr haben über 20 verschiedene Schwinger des SK Freiamt an einem Schwingfest teilgenommen. Wir sind also nicht nur stark an der Spitze, sondern auch in der Breite. Und darauf dürfen wir stolz sein. Auch der Trainingsbetrieb war stets gut besucht, was für uns als Verein sehr wichtig ist. Denn der Schwingsport lebt nicht nur von den Spitzenathleten, sondern auch von der Breite. Deshalb würde ich zusammenfassen, dass wir vieles richtig machen.
Einen Neukranzer gab es in dieser Saison beim Schwingklub Freiamt nicht. Wem trauen Sie dies 2027 zu?
Potenzielle Neukranzer sind sicherlich Jannis Furter, Dario Meier und Pascal Grod. Die sind körperlich auch weit und wenn sie sich gut auf die nächste Saison vorbereiten, dann ist ihnen ein Kranzgewinn sicherlich zuzutrauen. Nun gehen wir aber das Nordwestschweizerische am Sonntag in Mümliswil an. Vielleicht gibt es ja noch einen Neukranzer am Nordwestschweizerischen, wer weiss.

