Fast schon eine Bewerbung
27.05.2026 Dottikon, Region Unterfreiamt, Musik, Kommende EventsBrass Hoppers spielen am Sonntag mit der Swiss Armed Forces Brass Band
Während andere über Pfingsten die Badi stürmten, haben die Musiker und Musikerinnen der Brass Hoppers ein intensives Probewochenende absolviert. Am kommenden Sonntag um 17 Uhr stehen sie ...
Brass Hoppers spielen am Sonntag mit der Swiss Armed Forces Brass Band
Während andere über Pfingsten die Badi stürmten, haben die Musiker und Musikerinnen der Brass Hoppers ein intensives Probewochenende absolviert. Am kommenden Sonntag um 17 Uhr stehen sie mit einem Spitzenorchester auf der Bühne – und wollen brillieren.
Chregi Hansen
Die Swiss Armed Forces Brass Band gehört zu den gefragtesten Militärorchestern der Schweiz. Rund 30 Spitzenmusiker aus allen vier Landesteilen treten regelmässig in renommierten Konzertsälen im In- und Ausland auf und präsentieren jeweils ein hochstehendes, abwechslungsreiches und unterhaltendes Konzertprogramm. In diesem Frühling führt sie im Rahmen der «Youth Tour» ein neuartiges Projekt durch. Junge Musikerinnen und Musiker erhalten die Gelegenheit, mit dieser Militärformation zusammen auf der Bühne zu stehen. Eines dieser Konzerte findet im Freiamt statt.
Intensive Vorbereitung
Dass die Region in den Genuss dieses besonderen Konzerts kommt, hat viel mit Hansruedi Probst zu tun. Der Gründer und Leiter der Brass Hoppers hat sich auf eine Ausschreibung des Projekts beworben. Und weil seine Ensembles über einen so guten Ruf verfügen und so mancher von Probsts Musikschülern selber die Aufnahme schaffte ins Militärorchester, wurde Dottikon als einer von sieben Auftrittsorten ausgewählt. «Für mich als Fan der Blasmusik ein Highlight», sagte Probst schon im Februar. Uns seither wird intensiv am Auftritt gefeilt.
So auch über Pfingsten. Während andere die freien Tage geniessen, wird in der Aula des Risi geprobt. Denn natürlich sollen seine Brass Hoppers und die Crazy Hoppers nicht nur mitspielen, sondern brillieren. Und für manchen jungen Musikanten ist es die Chance, sich im besten Licht zu präsentieren. «Bisher haben immer wieder Mitglieder der Crazy Hoppers die Aufnahmeprüfung für das Militärspiel bestanden. Der Auftritt vom Sonntag ist für einige die Möglichkeit, sich quasi schon mal zu bewerben», meint Probst. Darum hat er auch durchgesetzt, dass zum Abschluss der «Zapfenstreich» gespielt wird, dann würden seine Hoppers den schon kennen. Eine Idee, von der er Philipp Werlen, den Leiter der Swiss Armed Forces Brass Band, erst überzeugen musste. «Er meinte, dass seine Jungs den nicht mehr beherrschen. Aber die haben den in der RS vermutlich täglich gespielt und sind alle professionelle Musiker, die haben das schnell wieder drauf», findet Probst.
Verstärkung durch Kinderchor
Das Konzert vom Sonntag, 17 Uhr, im Risi Dottikon ist dreigeteilt. Im ersten Block dürfen sich die Hoppers präsentieren. Seit Februar proben diese das Programm. Und je näher der Termin kommt, desto intensiver werden die Vorbereitungen. Gleichzeitig steige die Vorfreude, «denn jetzt erkennen alle, zu was wir fähig sind», so der musikalische Leiter. Darum werde sogar teilweise während den Pausen weiter geprobt. Und natürlich hat Hansruedi Probst für den eigenen Part eine Überraschung eingeplant. So wird sein Orchester während zwei Stücken durch den Kinderchor Villmergen von Manuela Gradinger begleitet. Verstärkt wird dieser durch Mitglieder der Mini Hoppers, damit auch diese beim Spektakel dabei sein dürfen. Am Montag üben Chor und Orchester die beiden Stücke und den Aufmarsch auf die Bühne. «Der Aufwand ist gross für ein einziges Konzert. Aber es ist eben auch ein besonderer Auftritt», sagt Probst.
Im zweiten Teil des Programms spielt dann das Militärorchester allein, bevor dann am Schluss beide Orchester zusammen zu erleben sind. Zu den Höhepunkten des Abends gehört das musikalische Märchen «Once Upon a Time …», das speziell dafür konzipiert wurde, dass Profis und Nachwuchsmusiker gemeinsam musizieren und so ein gemeinsames Ergebnis schaffen. Bei dem auch ein Erzähler zum Einsatz kommt. Und eines der gemeinsamen Stücke durfte Probst bestimmen. Natürlich wählte er eines, bei dem seine Jungs und Mädchen brillieren können.
Viel Stress am Konzerttag
Für die Brass Hoppers, die sich aus Teilnehmern mehrerer Musikschulen der Region zusammensetzen, ist das Konzert nicht nur musikalisch eine Herausforderung. Weil am Samstag noch das Jahreskonzert der Musikschule Dottikon stattfindet, kann erst am Sonntagmorgen mit dem Einrichten begonnen werden. Danach findet eine Stellprobe mit dem Chor statt. Das Armeeorchester selber trifft erst nach dem Mittagessen ein und richtet sich ein, danach findet nur eine gemeinsame Probe statt, bevor es um 17 Uhr losgeht. Wie viele Zuhörer kommen, kann Probst nicht sagen, das mache auch das Einrichten so schwierig. «Aber ein Orchester dieser Topklasse erlebt man nur selten in der Region, das sollte man sich nicht entgehen lassen. Und das erst noch bei freiem Eintritt.»
Probst selber betreibt wieder einen riesigen Aufwand mit dem Projekt. «Aber wenn man das Resultat sieht, dann lohnt sich dieser», sagt er nach der Probe am Montagmorgen. Und weil zuvor so intensiv und gut gearbeitet wurde, erhalten die Hoppers am Montagnachmittag frei. Und können doch noch die Badi geniessen.
Raum für Austausch schaffen
Der Weg in die Militärmusik ist nicht einfach
Die Militärmusik ist ein wichtiger Teil der Armee. Jährlich leistet sie rund 330 Einsätze. Sie umrahmt dabei Anlässe der Armee und besondere Veranstaltungen von Bund und Öffentlichkeit. Die Mitglieder rekrutiert sie über eine Eignungsprüfung, die vor der Rekrutenschule absolviert wird. Die meisten Absolventinnen und Absolventen der Eignungsprüfung besuchen vorab einen Vorbereitungskurs. Diese werden in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Blasmusikverbänden und dem Kompetenzzentrum Militärmusik angeboten.
Bei der Prüfung steht das instrumentale Können im Vordergrund. Der theoretische Teil und der schriftliche und mündliche Gehörbildungstest dienen zur Abklärung des musikalischen Hintergrundes. Im Anschluss erfolgt die 18-wöchige Rekrutenschule.
Musik verbindet und schafft Beziehungen. Mit diesem Gedanken entstand die Swiss Armed Forces Brass Band Youth Tour 2026, ein Projekt, das junge Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Schweizer Vereinen gemeinsam mit der Swiss Armed Forces Brass Band zusammenbringt und ihnen eine einzigartige Erfahrung bietet, die musikalische Ausbildung, persönliche Entwicklung und Live-Auftritte verbindet. Dabei arbeiten der Schweizer Jugendmusikverband und das Kompetenzzentrum Militärmusik zusammen.
Sieben Konzerte im Rahmen dieser Tour
Die Vereine konnten sich bewerben und aus den verschiedenen Eingaben wurden sieben aus der ganzen Schweiz ausgewählt. Die Youth Tour ist dabei mehr als nur eine Konzertreihe: Sie ist eine Begegnung zwischen Generationen, ein Raum für den Austausch von Energie, Ideen und Leidenschaft sowie eine Plattform, um durch die Musik nachhaltige Beziehungen aufzubauen.
Solche Projekte sind wichtig für die Militärmusik. Die Youth Tour ist ein neuartiges Konzertformat und zeigt Jugendmusikantinnen und Jugendmusikanten, was musikalisch in der Armee erreicht werden kann. So erhalten sie einen direkten Einblick in den Dienst der Militärmusik.
--pd


