Ferien im Freiamt gemacht
24.07.2026 Mühlau, Jugend, Region OberfreiamtSpielen, lernen und feiern
Pfadi-Corps-Lager Musegg, Luzern, gastiert in Mühlau
Die sechs Pfadis rund um die Stadt Luzern haben aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Pfadi Musegg, Luzern, nach 20 Jahren wieder ein Corps-Lager durchgeführt. ...
Spielen, lernen und feiern
Pfadi-Corps-Lager Musegg, Luzern, gastiert in Mühlau
Die sechs Pfadis rund um die Stadt Luzern haben aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Pfadi Musegg, Luzern, nach 20 Jahren wieder ein Corps-Lager durchgeführt. 350 Kinder und 150 Leitende genossen zwei Wochen auf den Feldern oberhalb des Krähenbühl in Mühlau. Gleich auf drei Gemeindegebieten stellten sie ihre Lager auf. Eine Woche haben rund 100 Personen gebaut. --vaw
Das Pfadi-Corps-Musegg, Luzern, bewohnt zwei Wochen die Felder und Wälder oberhalb von Mühlau
In fünf Zeltstädten, aufgeteilt in den drei Gemeinden Auw, Mühlau und Sins, sind die rund 350 Kinder, 150 Leitungspersonen und Helfende für zwei Wochen untergebracht. Sie spielen, leben und geniessen ihre Ferien im Freiamt. In dieser Zeit feiern sie auch das 100-Jahr-Jubiläum der Pfadi Musegg.
Verena Anna Wigger
Wenn man vom Krähenbühl in Mühlau Richtung Auw unterwegs ist, fallen sie gleich auf, die hoch gebauten Zelthütten und die darunter befindlichen Hängematten. Eine ganze Siedlung steht da. Und bei der Einfahrt in den Wald gleich die nächste. «Wir haben sie hoch gebaut, damit sie bei Regen nicht volllaufen», sagt Marius Schillig, der froh ist, dass sie so schönes Wetter haben.
Bei strahlendem Sonnenschein spielen Kinder und Jugendliche oder liegen plaudernd in den Matten unter den «Hochbauten». Dahinter hat es ein grosses flaches Zelt, welches in der Mitte ein viereckiges Gerüst aus Baumstämmen hat. Darin ist die Lagerküche eingerichtet. Rundherum sind sternförmig die Tische angeordnet. Hier im Kühlen sitzt eine Gruppe, die das nächste Essen plant und später zubereitet. Auf dem Lagerplatz hat es auch eine Bühne, einen Aussichtsturm und einen Kiosk. Dieser dient als Café und Treffpunkt. «Alles, was du zu Hause findest, findest du hier in anderer Form», so Schillig.
Stadtmauer und Wellness inklusive
Den Blick etwas schweifen lassend, sieht man in der Ferne am hinteren Waldrand Richtung Auw ein weiteres Lager. Dieses hat sogar einen Teil der Museggmauer von Luzern nachgebaut. Bei dieser Gruppe handelt es sich um die Pfadi Nölliturm. Sie kommen aus Reussbühl und Littau. Einer der Leiter mit dem Pfadi-Namen «Frodo», Robin Ciallella, springt kurzerhand auf die «Musegg-Mauer», um ein gutes Foto zu ermöglichen und das noch dort hängende Kleidungsstück zu entfernen.
Auch eine Wellnessoase mit Sauna, Hotpot und Pool gibt es auf dem Gelände. Die sanitären Anlagen und Duschen wurden im Wald positioniert. Das Wasser liefern Hydranten in der Nähe. Dafür wurde eigens auf der Strasse nach Auw vorübergehend das Tempo reduziert.
In einer Woche gebaut
Rund eine Woche haben rund 100 Helferinnen und Helfer zusammen mit dem lokalen Forstamt gebaut, damit die Kinder und das Leitungsteam einziehen konnten. Dicke Baumstämme wurden aufeinandergeschichtet oder in den von der Trockenheit festen Boden gerammt. 350 Kinder geniessen zwei Wochen lang das diesjährige Sommerlager im Freiamt. «Weil es nah ist und wir die Zusage bekommen haben», sagt Lagerleiter Marius Schillig auf die Frage nach der Standortwahl.
Stunden aufgewendet und Tonnen verlagert
Es sind fünf Standorte, denn wie im richtigen Leben soll es keinen Dichtestress geben. «Das haben sich die Kinder gewünscht», sagt Schillig. Nachdem die Pfadi-Leitung vor vier Jahren im Freiamt angefragt hat, haben zwei Mühlauer Bauern zugesagt. So dürfen die Luzerner ihre Felder während drei Wochen nutzen. Danach haben die Verantwortlichen rund 2000 Stunden geplant und vorbereitet, damit das Lager ein Erlebnis wird. Neben Lagermaterial mussten auch die Verpflegung und das Gepäck transportiert werden. «Da kommt ein Anhängerzug nach dem anderen, um die mehreren Tonnen wieder abzuholen», sagt Schillig, dessen Pfadi-Name «Tune» ist.
100 Jahre Pfadi Musegg
Bei den sechs Gruppen handelt es sich um sechs Luzerner Pfadis. Mit dabei ist auch die «Pfadi trotz allem» PTA, eine Pfadi mit Teilnehmenden mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Lagerleiter Marius Schillig, der zur jubilierenden Pfadi Musegg gehört, weiss, dass das letzte grosse Lager vor 20 Jahren stattfand. Zum Programm gehören auch die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum der Pfadi Musegg. Dieses wurde mit zwei Auftritten von Bands gefeiert.
Abwechslungsreiches Programm
Daneben organisierten die Leitungsteams der einzelnen Pfadis Spiele, Wanderungen oder auch den Besuch in der Badi. Auf jedem der fünf Plätze hat es mindestens ein Volleyballfeld. Die Pfadi Pulverturm hatte das Lagerthema «Mayas». Auch Gelände-Games stehen auf dem Programm oder Pfadi-Technik wurde eingeübt. Hierbei erhalten junge Nachwuchsleiterinnen und -leiter die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung im Leiten zu verstärken, um anschliessend die J+S-Ausbildung zu machen. Aber auch der Besuchstag und die Ferienwoche der Wölfli, also der Sechs- bis Siebenjährigen, standen auf dem Programm. Dazu wurde regelmässig der Instagram-Kanal mit News aus dem Lager bespielt, damit die Daheimgebliebenen auch Bescheid wussten. Morgen heisst es Abschied nehmen. Dann wird gepackt, das Gelände geputzt und rückgebaut. Mit im Gepäck viele schöne Erinnerungen an das Corps-Lager im Freiamt.






