Dies ist keine Kolumne, in der ich mich darüber beschwere, am 1. August kein Feuerwerk zünden zu dürfen. Da bin ich ehrlich gesagt absolut emotionslos und schlage mich weder auf die Seite der Befürworter noch der Gegner. Auch als Kolumnist darf man einmal keine Meinung ...
Dies ist keine Kolumne, in der ich mich darüber beschwere, am 1. August kein Feuerwerk zünden zu dürfen. Da bin ich ehrlich gesagt absolut emotionslos und schlage mich weder auf die Seite der Befürworter noch der Gegner. Auch als Kolumnist darf man einmal keine Meinung haben zu einem Thema.
Hingegen sehe ich vor dem Hintergrund des ungewöhnlich trockenen Sommers den Sinn dieser Massnahme. Und mit ein bisschen Fantasie schmeckt die Bratwurst vom Gasgrill genauso gut wie eine, die über Holzkohle brutzelte.
Ausserdem bietet unser Nationalfeiertag genügend Gelegenheiten, sich rhetorischen Raketen auszusetzen, wenn man dies denn möchte und klassisches Feuerwerk sehr vermisst.
Morgen stehen sie landauf, landab wieder hinter Rednerpulten und vor Festbänken und halten Vorträge. Manche bieten bereichernde Texte, die einen nachdenklich zurücklassen, wie der allmählich verblassende Schweif bengalischer Zündhölzer, andere gleichen eher emotionalen, feuerspeienden Vulkanausbrüchen. Einige Votanten sind laut wie Luftheuler, wiederum andere beschränken sich auf eine pointierte Spitze wie ein Knalltüüfeli. Ein paar wenige lassen es krachen und feuern aus allen Rohren vorzugsweise gegen einzelne, aus ihrer Sicht, unliebsame Zeitgenossen. Am schönsten sind natürlich diejenigen, die sich langsam, aber kontinuierlich in ein sprachliches Schlussbouquet steigern, um mit einem letzten Böller Begeisterungsstürme auszulösen.
Für Feuer ist also trotz Verbot gesorgt, zumindest, falls man sich an eine 1.-August-Rede begibt.
Wenn man den Horizont etwas öffnet und globaler denkt, wäre angesichts der immer martialischer werdenden Weltlage aber über ein generelles Feuerverbot nachzudenken, nicht für Feuerwerk, sondern für Feuerwaffen. Das würde dann sowohl bei Trockenheit als auch unter allen anderen klimatischen Bedingen greifen und Wirkung entfalten.
Aber das wäre wohl kein Thema für eine Kolumne, sondern für eine 1.-August-Rede.