Filmemacher mit viel Spirit
12.06.2026 Wohlen, SchuleDie Privatschule «Lern mit» feiert die Ränge 1 und 2 beim Lernfilmfestival von SRF school
Rekordbeteiligung beim Lernfilmfestival des Schweizer Fernsehens. 1276 Filme wurden eingereicht – so viele wie noch nie. Und die jungen Filmemacher der ...
Die Privatschule «Lern mit» feiert die Ränge 1 und 2 beim Lernfilmfestival von SRF school
Rekordbeteiligung beim Lernfilmfestival des Schweizer Fernsehens. 1276 Filme wurden eingereicht – so viele wie noch nie. Und die jungen Filmemacher der Privatschule «Lern mit» sahnten so richtig ab. In der Kategorie Sek I feierte die Wohler Schule einen Doppelsieg.
Daniel Marti
Kreativ, klug, clever. So sollten Lernfilme daherkommen. Und Wissen sollte auch noch verständlich vermittelt werden. Wer diese Kriterien erfüllt, hat die Chance, von der Fachjury ausgezeichnet zu werden. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn 1276 Filme wurden eingereicht – und alle wollten eine gute Beurteilung durch die Jury. Die Konkurrenz war also riesig, die Herausforderung ebenfalls. Wer mit seinem Film aufs Podest in einer der vier Kategorien wollte, musste eine neunstufige Jurierung meistern und ein Meisterwerk abliefern.
«Cäsar» und die «Zeit»
Dieses Kunststück schaffte die Privatschule «Lern mit» – und zwar eindrucksvoll und gleich doppelt. In der Kategorie Sek I (7. bis 9. Klasse) war die Wohler Schule schlichtweg unschlagbar: Rang 1 und 2 – Gold und Silber – gingen an «Lern mit». Roan Hausherr, Liam Schaffhauser und Nils Bürgi waren die treibenden Kräfte beim Siegerfilm (siehe Artikel unten). Die Themen «Cäsar» und «Zeit» wussten die Fachjury zu überzeugen. «Das ist mega und eine tolle Wertschätzung», sagt Klassenlehrer Denis Ganath, der den Filmteams zur Seite stand. Dieser Erfolg sei der Beweis für den Effort, den die Schülerinnen und Schüler an den Tag gelegt haben. «Und es zeigt, dass das System der Kleinklassen sowie eine gute IT-Ausbildung Früchte tragen.» Er selber habe gar nicht so grossen Einfluss genommen, räumt Ganath ein. Er habe nur geschaut, dass sich die Schülerinnen und Schüler entfalten können. «So, wie es aussieht, hat das auf unsere Filmemacher abgefärbt.» Auch bei den Inhalten der beiden Filme hielt sich der Lehrer im Hintergrund. Das Leben von Cäsar sei natürlich interessant, «und das hatte ja auch seinen Einfluss auf die Schweiz». Die Recherchearbeit meisterten die Schülerinnen und Schüler selbstständig.
Dies gilt auch für das Thema «Zeit» (Rang 2). «Da wurden sehr coole Ansätze gewählt.» Ein Film durfte maximal drei Minuten dauern. Diese Filmlänge ist nicht einfach zu managen, wenn ganz viel Wissenswertes eingebaut werden soll.
Der zweite Streich von Lehrer Denis Ganath
Lernfilme zu produzieren, ist laut Veranstalter eine schöne Möglichkeit, einen Sachverhalt auf anschauliche Weise zu erklären. Dabei werden vielfältige Kompetenzen gefördert: der Umgang mit Medien, das Arbeiten in der Gruppe, das Verstehen und Erklären eines bestimmten Themas.
Beide Klassen haben einen grossen Aufwand betrieben. Zwei Stunden pro Woche über zwei Monate hinweg stand bei «Lern mit» das Filmemachen auf dem Stundenplan. Mit kleinen Klassen (zwölf oder vierzehn Jugendliche) zu arbeiten, sei natürlich ein wesentlicher Unterschied zur Volksschule, so Ganath. «Wir sind halt bei solchen Themen oder Arbeiten flexibler», gibt er zu. Und dann konnte er selber einen kleinen Vorteil geniessen: Denis Ganath nahm bereits vor zwei Jahren mit einer Klasse am Lernfilmfestival teil – irgendwie logisch, schon damals feierte «Lern mit» einen Sieg.
Die Filmemacher der Gewinnerfilme wurden heuer zum ersten Mal zusammen mit «SRF school» ins Fernsehstudio eingeladen und dort prämiert. Für den Sieg gab es 600 und für den zweiten Rang 400 Franken in die Klassenkasse. Ein schöner Effekt, aber nicht entscheidend. Das Erlebnis sowie die Erfahrung, Ideen zusammen umzusetzen, sind wichtiger.
Spirit entwickelt
«Wenn ein Film nach einem neunstufigen Verfahren einer Fachjury ganz vorne steht», so Denis Ganath, «zeigt das die Ernsthaftigkeit des Festivals. Dann muss ein Film richtig gut sein.» Das Engagement der beiden prämierten Klassen von «Lern mit» sei enorm gewesen. Das Filmemachen wurde gemäss Lehrer mit viel Herzblut betrieben und das alles verdient Respekt.
Und zu guter Letzt haben die Schülerinnen und Schüler von «Lern mit» ganz viel gelernt. «Sie haben gelernt, Verantwortung zu teilen und zusammen an einem Strick zu ziehen. Das hat coole Ergebnisse erst möglich gemacht», so Denis Ganath. «Beide Teams haben einen Spirit entwickelt und diesen über Wochen aufrecht gehalten. Das ist top – ob man nun gewinnt oder nicht.» Dieser Einordnung kann sich Reto Helbling, Schulleiter und Inhaber von «Lern mit», nur anschliessen. «Es ist toll, solche Mitarbeiter wie Denis Ganath zu haben. Er hat mit einer exakten Planung und Begleitung sehr viel möglich gemacht. Zudem mag ich den Jugendlichen die Erfolge von Herzen gönnen.»
Grosse Wertschätzung
Das Lernfilmfestival habe sich zu einer fixen Grösse entwickelt, betont Reto Helbling noch. «Darum sind diese zwei Topränge für unsere Schule und die Kids auch eine grosse Wertschätzung.» Da bleibe ihm nur eine Bewertung: «Das ist der Hammer. Nur top.» Oder in der Schulsprache: Note 6 mit Sternchen und Ausrufezeichen – für die Jugendlichen und die Schule.
Informationen: www.lernfilm-festival.ch – SRF 1 strahlt die Preisverleihung vom Lernfilmfestival morgen Samstag, 13. Juni, ab 10.15 Uhr aus.
«Lernfilm sehr gelungen»
Gewinner vom Lernfilmfestival
Die Gewinner des Lernfilmfestivals heissen Roan Hausherr, Liam Schaffhauser und Nils Bürgi von der Privatschule «Lern mit» in Wohlen. Sie durften sich gegen 1275 Mitbewerber durchsetzen und haben den 1. Rang abgeräumt. Warum habt ihr das Thema Cäsar genommen? «Uns hat die Schweizer Geschichte sehr interessiert und so sind wir auf das Thema Rom mit Julius Cäsar gekommen», sagte Liam Schaffhauser. Doch wie war die Teamarbeit? «Zuerst waren ich und Roan in einem Team und wollten das Thema Japan nehmen. Nachher hat das aber nicht richtig funktioniert, weil wir keine Ideen hatten. Mit der Zeit kam auch Liam dazu und brachte einige gute Ideen, so konnten wir uns gut ergänzen und kamen immer mehr in die Richtung vom Endresultat», meinte Nils Bürgi.
Wie gross war die Überraschung, als sie gewonnen hatten? Darauf sagte Roan Hausherr: «Ich persönlich fand unseren Lernfilm sehr gut gelungen und konnte daher ein bisschen ahnen, dass wir gewinnen werden. Aber am Schluss war es doch eine Überraschung.» Roan Hausherr, Liam Schaffhauser und Nils Bürgi wurden grosse Fans des Lernfilmfestivals. Wer weiss, vielleicht holen sie nächstes Jahr wieder den Sieg? --gst
Dieser Artikel stammt von Schnupperlehrling Gaël Stocker.


