Gemeinsam Schlimmeres verhindert
11.08.2026 Region UnterfreiamtBrand in Heuschober: Der Feuerwehreinsatz in Hilfikon dauerte rund 36 Stunden
Der Alarm traf am Mittwoch gegen 21 Uhr ein. Am Freitagvormittag verliessen die letzten Feuerwehrleute den Brandort. Kommandant Andreas Köchli lobt den Einsatz der Truppen und die gute ...
Brand in Heuschober: Der Feuerwehreinsatz in Hilfikon dauerte rund 36 Stunden
Der Alarm traf am Mittwoch gegen 21 Uhr ein. Am Freitagvormittag verliessen die letzten Feuerwehrleute den Brandort. Kommandant Andreas Köchli lobt den Einsatz der Truppen und die gute Zusammenarbeit mit den anderen Rettungskräften.
Chregi Hansen
Am Mittwochabend war schnell klar, dass etwas Aussergewöhnliches im Gang ist. Fast ganz Villmergen war in Rauchschwaden gehüllt, immer wieder hörte man die Sirenen der Rettungskräfte, und später am Abend wurde die Bevölkerung sogar aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten. Der Brand eines Heuschobers in Hilfikon hielt die Region über Stunden in Atem. Dann die Entwarnung: Menschen kamen nicht zu Schaden, und alle Tiere konnten lebend gerettet werden. Trotzdem war der Brand noch lange grosses Thema im Dorf und in der Region.
Gefordert war an diesem Einsatz vor allem einer: Andreas Köchli, Kommandant der Feuerwehr Rietenberg. Mehr als 24 Stunden war er im Einsatz, bevor er sich eine erste Pause gönnte. Am frühen Freitagmorgen war er aber bereits wieder am Einsatzort. «Das hat sich nicht abgezeichnet, als wir ausgerückt sind. Es sah erst nach einem kleineren Brand aus», schaut er auf den Einsatz zurück. Schnell merkte man, dass die Sache viel grösser war als erwartet. «Es gab 300 Kubikmeter Heu, das wir nach draussen schaffen und löschen mussten.» Immer wieder stiess man auf neue Glutnester im Heuschober. «Ja, es war ein aussergewöhnlicher Einsatz. Gerade auch wegen der starken Rauchentwicklung. Aber dafür üben wir, darauf sind wir vorbereitet», macht der Kommandant deutlich.
Gegen 200 Personen im Einsatz
Speziell waren vor allem die Umstände. Da ist zum einen die anhaltende Trockenheit. «Wir haben schon vor einiger Zeit angefangen, uns dazu Gedanken zu machen. Denn aus den Bächen können wir kein Wasser mehr pumpen», erklärt Köchli. Man habe die Leitungen überprüft und verschiedene Szenarien geprüft und konnte nun profitieren. Sehr schnell reagierten die Gemeindewerke und pumpten mehr Wasser nach Hilfikon. Dumm nur, dass es nur wenige Meter entfernt vom Brandort zu einem Wasserrohrbruch kam. Auch hier war schnelles Handeln gefragt.
Speziell war auch die Zahl der Rettungskräfte. Neben der Feuerwehr Rietenberg, die mit rund 80 Männern und Frauen vor Ort war, kamen auch Angehörige der Feuerwehren Wohlen, Maiengrün und Oberes Seetal zum Einsatz. Auch der Zivilschutz war zur Stelle, half bei den Drohenaufnahmen, sorgte aber vor allem im Hintergrund dafür, dass die Rettungskräfte gut versorgt waren. «Das war für uns enorm wertvoll. Wir konnten uns einfach an einen fertigen Tisch setzen und essen und trinken», so Köchli. Insgesamt waren es wohl gegen 200 Personen, die im Einsatz standen. Die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Truppen habe hervorragend funktioniert. «Jeder und jede weiss, worauf es ankommt. Und ist bereit, alles stehen und liegen zu lassen um zu helfen. Wir kennen und schätzen einander eben und wissen, dass es nur gemeinsam geht», lobt Köchli. In dieses Lob schliesst er auch alle Arbeitgeber ein, die in solchen Situationen auf Mitarbeiter verzichten müssen. Auch er selbst hat einen wichtigen Termin verpasst. «Der Kunde hat angefragt, wo ich bleibe. Als ich sagte, dass ich bei einem Brand in Hilfikon bin, wusste er sofort Bescheid und hatte Verständnis.»
Als Zugabe gab es noch den Familientag
Überhaupt war er ein gefragter Mann in diesen Stunden, musste vielen Medien Red und Antwort stehen. Aber ein Dirigent sei nichts ohne seinen Chor. «Ich bin zwar der Kommandant. Aber ohne eine gute Truppe kann ich nichts machen. Ich habe Leute, auf die ich mich zu 100 Prozent verlassen kann. Hier in der Feuerwehr entstehen Freundschaften fürs Leben», sagt der Villmerger Kommandant. Am frühen Freitagmorgen konnte er dann die letzten Feuerwehrleute nach Hause schicken, welche die Brandwache übernommen hatten. Der Einsatz war beendet. Allerdings nicht für ihn. «Jetzt folgt noch die ganze administrative Arbeit», erklärt er. Und am Sonntag stand auch noch der Familientag der Feuerwehr Rietenberg auf dem Programm. Ein Anlass, mit dem die Rettungstruppe den Familien etwas zurückgeben will für die vielen Stunden, die sie zu Hause fehlen. «Nach diesem Einsatz ist ein solches Dankeschön erst recht angebracht», meint Kommandant Andreas Köchli zum Schluss.




