Gemeinsam vorwärts
05.05.2026 Sport, HandballMiteinander zum Erfolg
Die SG Wohlen Mutschellen ist in die 1. Liga aufgestiegen. Die Präsidenten Pitsch Müller (HC Mutschellen) und Andreas Stierli (Handball Wohlen) sind als Väter der Zusammenarbeit die Köpfe des Monats April.
--jl
Miteinander zum Erfolg
Die SG Wohlen Mutschellen ist in die 1. Liga aufgestiegen. Die Präsidenten Pitsch Müller (HC Mutschellen) und Andreas Stierli (Handball Wohlen) sind als Väter der Zusammenarbeit die Köpfe des Monats April.
--jl
Andreas Stierli (Handball Wohlen) und Pitsch Müller (HC Mutschellen) sind «Köpfe des Monats» April Es gab auch Gegenwind und kritische Stimmen. Doch die Zusammenarbeit von Handball Wohlen und dem HC Mutschellen ist bislang erfolgreich – und gipfelte zuletzt im 1.-Liga-Aufstieg. Die beiden Präsidenten Pitsch Müller (HC Mutschellen) und Andreas Stierli (Handball Wohlen) brauchten dafür aber viel Mut und Überzeugungsarbeit. Die Redaktion kürt sie zu den Köpfen des Monats.
Josip Lasic
Gemeinsam ist man stärker. Dieser Überzeugung sind Andreas Stierli und Pitsch Müller. Vor zwei Jahren stiegen die ersten Mannschaften ihrer Vereine aus der 1. Liga ab. Für das Duo war es der Zeitpunkt, um eine Spielgemeinschaft zu formieren. Zwei Jahre später feiert die SG Wohlen Mutschellen den Aufstieg in die 1. Liga und hat ein schlagfertiges und junges Team beisammen. Das Projekt trägt erfolgreiche Früchte.
Widerstände blieben nicht aus
Für Stierli und Müller setzt die Spielgemeinschaft im Männerhandball eine Zusammenarbeit fort, die auf anderen Ebenen längst funktioniert. Im Nachwuchs arbeiten Handball Wohlen, der HC Mutschellen und der TV Muri unter dem Namen SG Freiamt Plus schon länger zusammen. Im Frauenhandball bilden die drei Vereine die SG Freiamt. Die Frauen feierten am selben Tag wie die Männer den Aufstieg in die 1. Liga. An jenem Tag erlebte die Hofmattenhalle in Wohlen ein sportliches Freudenfest mit beinahe 1000 Zuschauern. Das unterstreicht den Erfolg der gemeinsamen Arbeit.
Im Männerhandball war der Schritt dennoch einschneidend. Für Mitglieder, Fans und Sponsoren. Kritik, Widerstände und Hürden blieben nicht aus. Doch die Verantwortlichen hielten an ihrer Vision fest – der sportliche Erfolg gibt ihnen bislang Recht. Und am Aufstiegstag war auch ein grosser, vereins- und regionenübergreifender Zusammenhalt zu spüren.
Dem Nachwuchs schuldig
«Ohne diese beiden wäre das nicht möglich gewesen. Dieses Projekt hätte es so nicht gegeben», sagt Manuel Frey. Als Marketing- und Sponsoringverantwortlicher von Handball Wohlen sitzt er mit Stierli im Vorstand. Früher standen sie gemeinsam auf dem Feld und kennen sich seit rund 25 Jahren. «Als Andreas das Präsidentenamt übernahm, war ich positiv überrascht, wie engagiert, seriös und ruhig er den Verein führt.»
Frey schätzt an Stierli besonders dessen unkomplizierte und mutige Art, vor allem in der Zusammenarbeit mit dem HC Mutschellen. «Er ist offen für alles, hört Ideen an und nimmt konstruktive Kritik ernst. Gleichzeitig bleibt er seinen Überzeugungen treu und scheut sich nicht, schwierige Entscheidungen zu treffen. Für ihn war die Spielgemeinschaft notwendig, weil wir eine Verantwortung gegenüber den Junioren haben. In der SG Freiamt Plus können sie auf höchstem Niveau trainieren und spielen. Ohne eine Mannschaft im Aktivbereich, die daran anknüpft, ist das Ganze aber nicht nachhaltig. Stierli war überzeugt, dass wir den Junioren diese Perspektive schulden, damit sie nicht zu anderen Vereinen abwandern. Deshalb hat er sich so stark für die Spielgemeinschaft eingesetzt.»
Zwei absolute Leaderfiguren
Pitsch Müller ist seit Ende der 90er-Jahre Präsident des HC Mutschellen. Nach 27 Jahren gibt er sein Amt bei der kommenden Generalversammlung ab. Sein Nachfolger soll Pascal Baur werden, einst Captain der ersten Mannschaft. Baur kennt Müller seit 27 Jahren. «Er ist mein Handballvater. Ich konnte mir bei ihm jederzeit Tipps und Tricks holen, durfte aber ebenso jederzeit mit Problemen und Sorgen zu ihm.»
Obwohl der HC Mutschellen und Handball Wohlen früher schon in der 1. Liga spielten, glaubt Baur, dass der aktuelle Erfolg ohne die Zusammenarbeit nicht möglich gewesen wäre. «Der Aufstieg wäre nur mit externen Spielern, die man dazuholt, machbar gewesen. Damit wäre ein Identitätsverlust verbunden gewesen. Genau das haben Pitsch Müller und Andreas Stierli mit der Spielgemeinschaft verhindert.» Baur kennt Stierli aus früheren Tagen als Gegenspieler. «Er und Pitsch sind beides absolute Leaderfiguren. Sie waren entscheidend dafür, dass dieses Projekt zustande kam. Wenn sie eine Vision haben, verfolgen sie sie mit voller Überzeugung. Ich erinnere mich, wie Pitsch davon sprach, den HC Mutschellen in die Nationalliga B zu bringen. Das war kein leeres Gerede – er wollte dieses Ziel wirklich erreichen. Auch wenn es nicht geklappt hat, steckt er jetzt mit derselben Energie in diesem Projekt.»
Baur betont, wie wichtig die Spielgemeinschaft für das Handball-Freiamt ist. «Ohne die Spielgemeinschaft wären viele Talente nach den Abstiegen abgewandert. Die beiden Präsidenten haben mit ihrer Idee einen Mehrwert für die Region geschaffen. Die Fanionteams der Vereine bleiben bestehen und tragen die Tradition weiter. Gleichzeitig bietet die SG Wohlen Mutschellen eine Plattform für Handball auf hohem Niveau.»
Milosevic: «Das sind keine leeren Worte»
Alex Milosevic hat die SG Wohlen Mutschellen als Trainer in die 1. Liga geführt. Er sieht jedoch Andreas Stierli und Pitsch Müller als die Väter dieses Projekts und des Erfolgs. «Sie waren diejenigen, die das Ganze vorangetrieben haben. Die Spieler und ich haben am Ende ‹nur ausgeführt›. Und unser Plan ist jetzt aufgegangen.» Milosevic betont, dass es kaum Überzeugungsarbeit brauchte, um ihn für die SG Wohlen Mutschellen zu gewinnen. «Die beiden Präsidenten waren so motiviert, voller Energie und Tatendrang, dass ich nicht Nein sagen konnte. Manche Dinge spürt man einfach. Und bei ihnen war sofort klar: Das sind keine leeren Worte, sie brennen für dieses Projekt. Ich war dermassen angetan von dieser Aura, die sie ausgestrahlt haben.» Milosevic ist auch der Ansicht, dass sich die beiden Präsidenten gut ergänzen. «Pitsch ist derjenige, der sofort sagt: ‹Wir machen das›, wenn ihn eine Idee packt. Andreas Stierli ist überlegter, aber genauso zielstrebig. Man muss vorwärts orientiert sein, darf nicht stehen bleiben. Genau das verkörpern die beiden.» Der Erfolg des Aufstiegs ist das eine. Doch es ist jener Mut, auch Hürden zu überwinden und ein Ziel ehrgeizig zu verfolgen, dass die beiden Präsidenten auszeichnet. Im Monat April hatte das Handball-Freiamt viel zu feiern. Müller und Stierli standen dabei am Ursprung.
Die bisher Gekürten
Als Kopf des Monats Januar wurde Melanie Müller gekürt. Sie ist seit zwei Jahren Leiterin der Bibliothek Wohlen. Sie war die treibende Kraft bei der Organisation des Jubiläumsanlasses «50 Jahre Bibliothek Wohlen». Im Februar wurde Daniel Güntert zum Kopf des Monats gewählt. Am 13. Februar feierte das Schweizer Strohmuseum seinen 50. Geburtstag. Güntert arbeitet die Geschichte des Museums unermüdlich auf. Kopf des Monats März ist die Bremgarter Tanzlehrerin Christel Hell. Unter ihr sind die jährlichen Auftritte der Bremgarter Schülerinnen und Schüler im Casino zum Spektakel geworden.
--red

