Gesang, Genuss, grosse Lacher
14.04.2026 Region Oberfreiamt, Theater, Musik, ButtwilViel Unterhaltung mit Theater und Konzert in Buttwil
Der Männerchor Buttwil und das Theaterensemble unter der Leitung von Stephanie Wetzstein nehmen das zahlreich erschienene Publikum mit ins chaotische Hotel Schweizerhof nach Interwald.
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Viel Unterhaltung mit Theater und Konzert in Buttwil
Der Männerchor Buttwil und das Theaterensemble unter der Leitung von Stephanie Wetzstein nehmen das zahlreich erschienene Publikum mit ins chaotische Hotel Schweizerhof nach Interwald.
Bereits am Eingang der Buttwiler Turnhalle mit einem stilecht eingerichteten Empfang mit Schnurtelefon, Klingel und Gästebuch duftet es nach Spiessbraten. Auf der Bühne, im grossen Saal des Hotels Schweizerhof, halten die Sänger vom Männerchor Buttwil ihre gesangliche Hauptprobe ab. Wegen eines überraschenden Ausfalls des Dirigenten übernimmt Ruedi Bösch kurzerhand die künstlerische Leitung des Chors: «Wir suchten nach einer Lösung und wir haben eine gefunden», sagt er schmunzelnd.
Nach kurzem Einstimmen bringen die Männer stolz und aus voller Inbrunst die deutschsprachigen Stücke aus ihrem Repertoire zum Besten und haben dabei augenscheinlich viel Freude, die sich sofort auf das Publikum überträgt. «Ergreift das Glas und stosset an!» Das lassen sich die Gäste nicht zweimal sagen, sie lassen die Gläser klirren und prosten sich fröhlich zu. Ein sehr sympathischer Einstieg, den das Publikum umgehend mit langanhaltendem Applaus und Jubel quittiert.
Moralischer Verfall der Sitten
In Interwald finden zurzeit die Musikfestwochen statt und die Hotels im Ort platzen aus allen Nähten. Während laut Portier Alberto (Vitor da Silva) die letzten Mäuse im Schweizerhof längst an einer hausgemachten Lebensmittelvergiftung gestorben sind, sorgt sich die Managerin Jenny Müller (Barbara Ziswiler) immer noch um den «guten Ruf» ihres «1.-Klass-Hotels». Und um das Treiben ihrer zwielichtigen Gäste.
Da ist der Arzt Gabathuler (Andreas Meier), der mit seiner aufgebrezelten Sprechstundenhilfe und Geliebten Michèle Hübscher (Fabienne Peyer) ein romantisches Wochenende in Interwald verbringen möchte, ohne dabei erkannt zu werden. Nur hat dieser «leider» eine pedantische Frau, die ebenfalls im Hotel Schweizerhof logiert, weil sie als gefragte Harfenspielerin die Stellvertretung einer erkrankten Musikerin übernimmt. Wenigstens sie, Eva Gabathuler (Evi Frey) freut sich über die Wiedervereinigung mit ihrem Mann, wähnte sie diesen doch an einem Golfturnier in Montana.
Unterdessen kommt im ominösen Hotel auch das junge Paar Hansruedi und Annemarie Schmied (Florian Strickler und Selina Schweizer) an. Die verzweifelten Versuche von «Bärli», sein frisch angetrautes «Eichhörnli» in der Hochzeitsnacht endlich zur Zweisamkeit zu bewegen, scheitern jedoch vorerst an ihrem «Gluggsi».
Schwitzender Portier
Verhängnisvolle Verwechslungen bei der Belegung des Zimmers 12a, und so sind auch der Waldhornist Hubert Jäger (Josi Wetzstein) und seine überaus durstige Frau Rosa (Doris Wetzstein) schnell mitten im anrüchigen Geschehen des übelriechenden Gasthauses und von dessen besonderen Gästen. Der Leidtragende ist Portier Alberto, muss er doch ständig die Habseligkeiten der Gäste – darunter auch die «Halleluja-Gitarre» von Frau Gabathuler – von einem Zimmer in das andere wuchten. Wie lange das alles wohl gut geht?
Mit Tradition und ohne doppelten Boden
Regisseurin Stephanie Wetzstein, seit 20 Jahren leidenschaftliche Theaterspielerin und heuer das dritte Mal als Regisseurin dabei, holt das Maximum aus der Laiengruppe. «‹Zimmer 12a› ist ein schwieriges Stück. Ich kann mich aber auf die Unterstützung des gesamten Ensembles verlassen und dem Dorf somit etwas zurückgeben. Das ist das Schönste.» Das Publikum bedankt sich für die irrsinnig witzige, authentisch gespielte Theaterkomödie seinerseits mit herzhaftem Lachen, feuchten Augen und tosendem Applaus.
Seit Oktober übt die Gruppe zweimal pro Woche für den Zweiakter. Nach den Proben sitzen die Mitwirkenden jeweils in gemütlicher Runde beisammen. Aber wo? «Bei der Schliessung des Dorfrestaurants hat meine Mutter den Stammtisch erstanden. Dieser steht nun hinter der Bühne», erklärt Stephanie Wetzstein strahlend. So also lebt ein traditioneller Teil vom «Scheuber» hier weiter. --sca
Weitere Aufführungen diese Woche am Mittwoch, Freitag und Samstag, jeweils um 20 Uhr in der Turnhalle Buttwil.
Reservation: www.theater-buttwil.ch.


