Gewitter im Anmarsch
14.04.2026 Region Unterfreiamt, Hägglingen, TheaterFür das Freilichtspiel in Hägglingen startet morgen der Vorverkauf
Vier Jahre nach dem Erfolg von «Roduner & Co.» meldet sich der Verein Tellspiele Hägglingen mit der Eigenproduktion «Gwitternacht» zurück. In vier Monaten findet ...
Für das Freilichtspiel in Hägglingen startet morgen der Vorverkauf
Vier Jahre nach dem Erfolg von «Roduner & Co.» meldet sich der Verein Tellspiele Hägglingen mit der Eigenproduktion «Gwitternacht» zurück. In vier Monaten findet die Premiere statt. Ab morgen gibt es Tickets. Zudem liegt das Baugesuch für das Freilichtspiel auf.
Chregi Hansen
Für die Theatermacher ist es eine Rückkehr. Hier, direkt neben dem Forsthaus, hat der Verein Tellspiele Hägglingen schon so manches Stück aufgeführt. Zuletzt 2016 «Emmetfeld», eine Geschichte über das Gefecht bei Hägglingen im Jahr 1798. Damals zeigte sich das Publikum nicht nur vom Geschehen auf der Bühne begeistert, sondern auch von der besonderen Atmosphäre mitten im Wald.
Und ebendiese Atmosphäre soll jetzt wieder geschaffen werden. Nachdem die letzte Produktion 2022 vor einer Fabrik im Dorf gespielt wurde, geht es nun wieder in den Wald. Waren es in «Emmetfeld» die bedrohlichen Vorboten eines Krieges, die für Spannung sorgten, kündigt sich im neuen Stück ein gewaltiges Gewitter an. «Gwitternacht» heisst denn auch das Stück, welches der Villmerger Auto Paul Steinmann den Hägglingern auf den Leib geschrieben hat. Und das am 14. August seine Premiere erfährt.
Wenn das Radio kommt
Sommer 1969. Die Unterhaltungsredaktion vom «Schweizer Radio DRS» hat das Freiämter Dorf Hägglingen ausgewählt, um von hier aus «Bodeständig – ein bunter Unterhaltungsabend vom Land» live auszustrahlen. Im Dorf fiebert man also dem Samstagabend entgegen. Bei den Vorbereitungen auf die Radiosendung wird einiges über das Dorf und die Stimmung Ende der 60er-Jahre deutlich: Dinge, die man gern kundtun, aber auch Sachen, die man lieber für sich behalten möchte. Die Livesendung selber gerät immer mehr aus dem Ruder. Kommt dazu, dass sich das schon lange angesagte Gewitter genau in dieser Nacht entlädt. Während der Übertragung.
Die Regie führt diesmal Brigitt Maag, bekannt als Mitgründerin und langjährige Leiterin von «Karl’s kühner Gassenschau», die heute im benachbarten Othmarsingen lebt. Die musikalische Leitung hat Elisabeth Geissmann, für die Kostüme ist Natalie Péclard verantwortlich, als Choreografin wurde Mariana Coviello engagiert. Auf der Bühne werden rund 40 Laienschauspieler und -schauspielerinnen sowie Musikanten aus Hägglingen und der näheren Umgebung präsent sein. Seit Januar wird bereits intensiv geprobt. Vorgesehen sind 20 Aufführungen zwischen dem 14. August und 19. September.
So manches Hindernis überwunden
Die Vorbereitungen auf die Premiere laufen auf Hochtouren. «Im Moment ist alles ein wenig hektisch», gesteht Produktionsleiter Christian Roth. Erst musste die Regie-Assistenz aufgrund eines Skiunfalls ersetzt werden, was erst vor Kurzem gelungen ist. Bis anhin hatte Roth diesen Posten zusätzlich ausgefüllt. Daneben kämpft der Verein mit dem immer aufwendiger werdenden Bewilligungsverfahren für Anlässe im Wald. Aber man sei immer noch im Fahrplan, so Roth. Daneben laufen seit Januar die Proben. «Sie sind sehr interessant. Brigitt Maag hat als Regisseurin ein gutes Gespür für die Szenerie und ist eine Motivationskünstlerin. Jede Probe endet mit zufriedenen Gesichtern. Wir freuen uns, wenn wir ab Mitte Mai an Ort und Stelle beim Forsthaus proben können», so Roth, der auch Co-Präsident des Verein ist.
Baugesuch liegt auf
Eine Produktion im Wald ist stets eine grössere Herausforderung als ein Theater in einem Saal. Aktuell liegt darum das Baugesuch auf für das Freilichtspiel. Darin sieht man, wie sich die Macher das Bühnenkonzept vorstellen. Das angedachte Bühnenbild aus der Feder von Stefan Hegi ist auf zwei Ebenen geplant und enthält kleinere, drehbare Bauten. Der Aufbau ist direkt vor dem Forsthaus geplant. Die Rückverankerung der Bühne ist an den Dachträgern des Gebäudes vorgesehen, wofür temporär zwei Bretter des Vordachs entfernt werden. Die Tribüne, die Platz bietet für rund 300 Zuschauer, befindet sich entsprechend auf dem grossen Kiesplatz vor dem Forsthaus. Direkt am Weg zum Forsthaus wird ein kleines Kassenhäuschen aufgebaut.
Damit sich das Publikum vor Ort verpflegen kann, soll auch ein Theaterrestaurant in einem grossen Zelt geführt werden. Dieses befindet sich hinter dem Forsthaus, mit einem Anbau für die Küche. Zusätzlich sind neben dem Forsthaus weitere Verpflegungsstände und eine Bar geplant. Das Restaurant ist an den Aufführungsabenden jeweils ab 18 Uhr geöffnet und verwöhnt die Gäste mit wöchentlich wechselnden Menüs. Für die Anreise wird ein Gratisshuttle ab Bahnhof Dottikon-Dintikon eingerichtet, die Einwohner aus Hägglingen haben die Möglichkeit, im Dorf zuzusteigen. Parkplätze sind auf einer Wiese eines Bauern vorgesehen.
Tickets ab morgen erhältlich
Und ab morgen sind nun also auch Tickets erhältlich. Gespielt wird jeweils von Donnerstag bis Samstag sowie dreimal an einem Mittwochabend. Auf eine Zusatzvorstellung soll verzichtet werden. Mit dem Kauf des Tickets kann auch gleich die Reservation für das Theaterrestaurant gebucht werden – dies ist zu empfehlen, denn die Platzzahl ist beschränkt.
Informationen zum Theater und Tickets: www.gwitternacht.ch


