Gut vorbereitet, gut gestartet
27.05.2026 MuriDer Kopf der Feuerwehr Muri
Ein Neuling ist Roman Strebel ganz sicher nicht. Schon 25 Jahre lang engagiert er sich in verschiedensten Positionen in der Stützpunktfeuerwehr Muri+. Und dennoch hat sich vor rund fünf Monaten einiges verändert. Denn Strebel ...
Der Kopf der Feuerwehr Muri
Ein Neuling ist Roman Strebel ganz sicher nicht. Schon 25 Jahre lang engagiert er sich in verschiedensten Positionen in der Stützpunktfeuerwehr Muri+. Und dennoch hat sich vor rund fünf Monaten einiges verändert. Denn Strebel übernahm das Kommando. «Ja, es ist eine ganz andere Rolle», gesteht er. Dank guter Vorbereitung sei der Start jedoch geglückt.
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Seit Anfang Jahr heisst der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri+ Roman Strebel
Der tödliche Unfall auf der Talstrasse überschattete alles. Auch Roman Strebels Start als Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri+. «Abgeschlossen ist das noch nicht», betont er. Was das Organisatorische betrifft, spricht er nur positiv über die ersten Monate im neuen Amt.
Annemarie Keusch
Nein. Anfragen für Ämter beantwortete Roman Strebel in einer ersten Reaktion eigentlich immer zuerst negativ. «Ausser zum Kommando», sagt er und lacht. Gefreiter, Gruppenführer, stellvertretender Ausbildungs-Chef Zug Rot, Pionierchef, Kassier und Aktuar im Vorstand. Und vieles mehr. Obwohl er zuerst ablehnte, hat er schliesslich alles doch eine Zeit lang gemacht. «Weil ich es eben einfach gern mache.» Und weil es ihm die Feuerwehr immer mehr angetan hat. «Anfänglich war dem nicht unbedingt so», gesteht er. Zur Feuerwehr kam Roman Strebel vor rund 25 Jahren durch seinen Vater. «Er war bereits Kommandant.» Aber eben, eigentlich wollte er anfangs gar nicht Feuerwehrmann werden. «Weil im Kollegenkreis viele der Feuerwehr beitraten, folgte ich ihnen schliesslich.»
Nun ist Roman Strebel seit knapp fünf Monaten Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri+. «Nein, damit hätte ich natürlich nie gerechnet.» Über die Jahre ist er gewachsen. An den Aufgaben, die immer vielfältiger wurden. An der Verantwortung. Auch am Team um ihn herum. Vor zwei Jahren als Vize-Kommandant gewählt, trat er nun in die Fussstapfen von Thomas Strebel. «Halt wieder ein Strebel», sagt er und lacht. Vorteile im Bewerbungsverfahren habe man aber wegen des Namens keine.
Teilweise jeden Abend im Magazin
Die Feuerwehr bedeutet dem 46-jährigen Familienvater viel. Und er investiert auch viel. Offiziell umfasst sein Pensum als Kommandant 20 Prozent. Zwei Halbtage pro Woche setzt er fix für die Feuerwehr ein. Hinzu kommen Abende. «Viele Abende. Es gibt Wochen, da bin ich jeden Tag hier im Magazin.» Halbbatzig, das gehe als Kommandant einer Stützpunktfeuerwehr eben nicht. Und es entspräche nicht Roman Strebels Naturell. Denn er weiss: «Mit 46 Jahren beenden andere ihren Feuerwehr-Dienst.» Zumal es einem ungeschriebenen Gesetz entspricht, dass ein Kommandant rund zehn Jahre im Amt bleibt. «Kontinuität ist wichtig auf diesem Posten.» Garantieren könne er natürlich nichts. «Aber ich plane, nicht nur zwei, drei Jahre Kommandant zu sein.»
Der Start sei dabei geglückt. «Weil ich das ganze letzte Jahr mit meinem Vorgänger unterwegs war, war ich bestens vorbereitet», sagt Roman Strebel.
Und nach 25 Jahren in der Feuerwehr kennt er die Aufgaben, die Mannschaft, die Hintergründe. «Nun bin ich aber in einer neuen Funktion, das bringt schon Veränderungen mit sich.» Dass man sich da etwas finden müsse, sei nur logisch. «Die Mannschaft versucht hie und da Grenzen auszuloten oder mich aus der Reserve zu locken», erzählt er. Etwa in Form von Budget-Wünschen. «Aber alles geht nicht, schliesslich muss ich das Budget bei gleich drei Gemeinden vertreten können.» Zur Stützpunktfeuerwehr Muri+ gehören neben Muri auch Geltwil und Buttwil.
110 Personen, gleich viele Charaktere
Hart, aber fair, so beschreibt sich Roman Strebel als Kommandant. «Ich versuche es immer zuerst auf Kollegiale Art, bevor ich deutlich werde.» Strebel spricht von einer Gratwanderung. Davon, dass die Angehörigen der Feuerwehr zwar freiwillig dabei sind und man einige davon nicht oft oder unregelmässig sieht, trotzdem aber Disziplin gefordert ist. «Schliesslich müssen wir uns im Ernstfall bedingungslos aufeinander verlassen können.» Gespräche führen, das sei wichtig. 110 Personen zählt die Mannschaft. «110 Charaktere. Alle über einen Kamm zu scheren, das geht schlicht nicht.» Feingefühl sei entsprechend wichtig. Grundsätzlich kann Roman Strebel aber sagen: «Die Mannschaft hat mich als neuen Kommandanten und meinen Vizekommandanten Tobias Jeger sehr gut aufgenommen.»
Das erste Jahr im neuen Amt ist gleichzeitig ein intensives. Die Inspektion der Aargauischen Gebäudeversicherung steht an, der Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges will aufgegleist sein und im Herbst präsentiert sich die Feuerwehr an der Gewerbeausstellung. Zudem verfolgt Strebel weitere Ziele. Die Digitalisierung ist eines. Etwa, dass in der Datenablage alle dasselbe Dokument nutzen und dieselben Prozesse einhalten. Oder dass die Rapporte alle digital ausgefüllt werden. Hinzu kommt die Nachwuchsförderung. «Ein Thema, das nie vernachlässigt werden darf», sagt Strebel, der hauptberuflich bei der Regionalen Bauverwaltung in Muri tätig ist und seit einigen Jahren als Brandschutzverantwortlicher der Gemeinde Muri amtet.
Und wichtig ist ihm auch die enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und anderen Blaulichtorganisationen im ganzen Gebiet, das die Stützpunktfeuerwehr bei grösseren Einsätzen abdeckt. «Bei einigen hält sich das Klischee, die Stützpunktfeuerwehr meine, etwas Besseres zu sein. Das stimmt nicht. Wir löschen auch nur mit Wasser.»
Tödlicher Unfall beschäftigt nach wie vor
Wer mit Roman Strebel über seine ersten Monate als Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri+ spricht, kommt um den tödlichen Unfall von Anfang April nicht herum. Ein junger Mann kollidierte mit einem Baum, das Auto fing Feuer und der Mann verstarb auf der Unfallstelle. «Ja, diesbezüglich war es ein heftiger Einstieg», gesteht er. Strebel war selbst vor Ort im Einsatz. «Es ging nachher niemand nach Hause.» Reden, das helfe am besten. Strebel weiss es aus 25 Jahren Erfahrung in der Feuerwehr. Eine Woche nach dem Unfall kamen einige Feuerwehrleute nochmals zusammen. «Es ist meine Aufgabe, dass es der Mannschaft gut geht. Und ich weiss, vorbei ist das noch nicht.» Auch ihm kommen die Bilder immer wieder in den Sinn, etwa, wenn er die Talstrasse passiert.
Was Strebel aber bisweilen mehr forderte: die mediale Aufmerksamkeit. «Darauf war ich schlicht nicht vorbereitet. Darauf kann man sich wohl auch gar nicht vorbereiten.»


