Gute Planung ist zentral
27.05.2026 Region Oberfreiamt, BettwilDominique Hoffmann ist seit Anfang Jahr Bettwils Gemeindeammann
«Gut und ruhig» ist Dominique Hoffmann in ihr Amt als Gemeindeammann von Bettwil gestartet. Schon bald steht die erste «Gmeind» an. «Das macht mich durchaus etwas nervös», ...
Dominique Hoffmann ist seit Anfang Jahr Bettwils Gemeindeammann
«Gut und ruhig» ist Dominique Hoffmann in ihr Amt als Gemeindeammann von Bettwil gestartet. Schon bald steht die erste «Gmeind» an. «Das macht mich durchaus etwas nervös», gesteht sie. Entsprechend wichtig ist ihr die Vorbereitung. Und die Planung.
Annemarie Keusch
Ohne Planung ginge es nicht. «Schon vorher nicht», sagt Dominique Hoffmann. Seit sieben Jahren ist sie mit ihrer Familie in Bettwil zu Hause. Mit ihrem Mann und vier Kindern. «Alle sportlich», erzählt sie. Heisst, alle benötigen Fahrdienste. «Ohne genaue Planung hätten wir keine Chance.» Mit dem Amt als Gemeindeammann wurde diese Herausforderung nicht kleiner. «Ich organisiere und optimiere gerne», erzählt Dominique Hoffmann. Und nach fast fünf Monaten im Amt kann sie sagen: «Wir haben es im Griff.» Auch wenn der Tag durchgetaktet ist, auch wenn es intensiv ist. Und sie sieht darin gar noch Vorteile. «Unsere Kinder übernehmen früher Verantwortung, wachsen daran, etwas früher selber in die Hand nehmen zu müssen als andere Kinder.»
Mehr Termine, mehr Präsenz im Gemeindehaus – das hat sich in Dominique Hoffmanns Alltag als Gemeindeammann geändert. Schon vorher gehörte sie während vier Jahren dem Gemeinderat an. «Ich wusste ziemlich genau, was auf mich zukommt», sagt sie, die in einem 40-Prozent-Pensum als Landschaftsbauzeichnerin tätig ist. Mehr Anlässe, die ihre Präsenz einfordern. Mehr Dokumente, die es zu unterschreiben gilt. Ein noch engerer Austausch mit der Verwaltung. Und sie wird im Dorf noch mehr angesprochen. Kürzlich auf der Seniorenreise zum Beispiel. «Es ging um ein Ruhebänkli. Ich schätze das sehr, wenn die Leute mit ihren Anliegen direkt auf mich zukommen.» Das sei in einem kleinen Dorf noch möglich.
Dorf steht hinter der Schule
Von grossen Projekten, von gewichtigen Themen kann Dominique Hoffmann nach ihren ersten fünf Monaten als Gemeindeammann noch nicht berichten. «Es ist ruhig bei uns», sagt sie. Die Gemeinderatsmitglieder arbeiten in ihren Ressorts, das Miteinander funktioniere gut. Von ersten Highlights kann sie trotzdem berichten. Die erfolgreiche Qualitätskontrolle der Schule zum Beispiel. «Das ist für das ganze Dorf ein gutes Zeichen», ist Dominique Hoffmann überzeugt. Nun steht die erste «Gmeind» bevor. Am 24. Juni jene der Ortsbürger und am 26. Juni jene der Einwohner. Traktanden, die sicher zu grossen Diskussionen führen, sind keine aufgelistet. Trotzdem sagt Dominique Hoffmann: «Ich bin etwas aufgeregt im Hinblick auf die Versammlungen.» Vor Leuten zu stehen und das Wort zu ergreifen, darin fehlt ihr die Erfahrung. «Das entspricht mir eigentlich auch nicht», meint sie und lacht. Eine gute Vorbereitung sei ihr umso wichtiger. Zwei Seminare hat sie besucht. «Ich will nicht nervös sein müssen», sagt sie und lacht.
Respekt und Sachlichkeit – das ist der neuen Frau Gemeindeammann von Bettwil wichtig. Und Offenheit. Dies lebt sie am Gemeinderatstisch vor, dies wünscht sie sich für die «Gmeind» und für das Miteinander im Dorf. Denn Dominique Hoffmann weiss: «Ohne Leute, die sich freiwillig engagieren, funktioniert das Miteinander nicht.» Nicht in den Vereinen, nicht im Gemeinderat. Hoffmann ist im Kelleramt aufgewachsen und übernahm seit jeher Verantwortung. In der Schulpflege, im Eltern-Kind-Verein, im Sportverein – und jetzt in Bettwil eben im Gemeinderat.
Richtung Muri und Richtung Seetal
«Schön, herzig, naturnah und überschaubar», so beschreibt Dominique Hoffmann Bettwil. Dass sie, die «erst» seit sieben Jahren hier lebt, die Verantwortung als Gemeindeammann übernehmen kann, bedeutet ihr viel. Entsprechend wichtig ist es ihr, das Bestmögliche zu geben. Das Ressort Bildung betreut sie weiterhin. Abgegeben hat sie hingegen die Kultur. «Ein sehr zeitintensiver Bereich.» Neu hinzugekommen ist die regionale Zusammenarbeit – der Einsitz bei der Repla Oberes Freiamt und beim Lebensraum Lenzburg Seetal. «Da muss ich mich noch vertieft einarbeiten», gesteht Hoffmann. Die Vernetzung sei ihr wichtig, gerade auch der Austausch mit anderen Gemeindeammännern. «Aber es ist nicht einfach. Wir zählen zum Bezirk Muri, sind aber in Richtung Seetal orientiert. Eine Herausforderung.»
Eine von verschiedenen, denen sich Dominique Hoffmann in ihrem Amt stellt. Etwa jene der Namen. «Ich kann mir diese leider nur schlecht merken, aber ich arbeite daran», sagt sie und lacht. Und übrigens kauft sie das Brot im Dorflädeli frühmorgens nach wie vor in Finken und Trainerhosen. «Zuerst dachte ich, dass das in der neuen Funktion nicht mehr geht. Aber ich bin, wie ich bin, und werde mich nicht verstellen.» Apropos Dorflädeli. Dieses ist am Chäsiplatz einquartiert und aktuell umgeben von einer Baustelle. «Darauf freue ich mich richtig. Wenn die Werkleitungen saniert sind und der Chäsiplatz endlich aufgewertet werden kann.» Bewilligt wurde der entsprechende Kredit an der Ortsbürger- «Gmeind» 2023. «Es geht nicht so schnell, wie wir, wie ich gerne hätte.» Aber auch daran hat sie sich als Gemeinderätin und nun als Gemeindeammannn bereits gewöhnt.

