Stefan Sprenger, Redaktor.
«Früher war es auch schon heiss im Sommer», sagt Ueli aus Hinterpfupfikon. In den sozialen Medien und den Kommentarspalten kursieren immer wieder Relativierungen in Bezug auf die Hitzewellen. Oder sind ...
Stefan Sprenger, Redaktor.
«Früher war es auch schon heiss im Sommer», sagt Ueli aus Hinterpfupfikon. In den sozialen Medien und den Kommentarspalten kursieren immer wieder Relativierungen in Bezug auf die Hitzewellen. Oder sind es doch schon Hitze-Tsunamis? Auf Schwitzerdüütsch heisst es übrigens «Zuwarmi».
Dass viele Menschen meinen, früher war es genauso heiss, ist übrigens nicht überraschend: Im Gedächtnis bleiben vor allem persönliche Momente, also zum Beispiel besonders warme und sonnenreiche Sommer. Die kühlen und nassen haben wir vergessen – oder verdrängt.
Die Schweiz und Europa hat schon zwei grobe Hitzeperioden durchgemacht. Es gab Temperaturen über 40 Grad, das Wasser wird teilweise rationiert, die Waldbrandgefahr ist aufgrund der Trockenheit massiv, das Badiwasser und die Gewässer sind seichwarm. Bald spielt man nur noch «Stadt, Land, Dürre». Ein historischer Hitzerekord jagt den nächsten – auf der ganzen Welt. Und ich frage mich: Kann man die 30-Grad-Wäsche auch bei 40 Grad zum Trocknen raushängen?
Auch wenn das Thema alles andere als witzig ist, kann man es eigentlich nur mit Humor nehmen. Wir Menschen sind wohl zu blöd, um den Klimawandel noch zu stoppen. Wir und vor allem unsere Kinder müssen sich mit den Konsequenzen abfinden und irgendwie damit umgehen. Wir müssen unsere Lebensweise und unser Verhalten so anpassen, dass wir auch in einer Umwelt leben können, die deutlich heisser ist. Siesta lässt grüssen.
Oder wir kaufen uns alle eine Klimaanlage. Wussten Sie: In den USA haben 90 Prozent der Haushalte ein Klimagerät. In der Schweiz sind es nicht mal 10 Prozent. Die Amis sagen, wir Europäer sollen nicht so rumjammern, sondern runterkühlen. Das löst das Problem zwar in keinster Weise, ist aber cool, sagen die Amis. Leider geht das nicht. Denn während in der Coronazeit das WC-Papier ausverkauft war, sind es nun die Klimageräte.
Am Donnerstag (23. Juli) beginnen die Hundstage, die bis zum 23. August dauern. In jener Zeitperiode erleben wir in der Regel die heisseste Zeit des Jahres. Vom 17. Juli bis 24. August zieht aber auch der Meteorsturm der Perseiden durch und man hat die Chance, viele Sternschnuppen zu sehen. Dann darf man sich etwas wünschen. Vielleicht eine Klimaanlage?