Kampf um WM-Platz
04.08.2026 Sport, HandballLou Wey aus Muri bestreitet mit dem Schweizer U18-Nationalteam die Europameisterschaft in Belgrad
Lou Wey steht mit der Schweizer U18-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Belgrad vor entscheidenden Spielen. Gegen Israel und Tschechien geht es für die ...
Lou Wey aus Muri bestreitet mit dem Schweizer U18-Nationalteam die Europameisterschaft in Belgrad
Lou Wey steht mit der Schweizer U18-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Belgrad vor entscheidenden Spielen. Gegen Israel und Tschechien geht es für die Schweiz darum, die Chance auf die Qualifikation für die nächste U19-Weltmeisterschaft zu wahren. Der 18-jährige Murianer hat im Turnier bereits auf sich aufmerksam gemacht.
Josip Lasic
An seiner ersten EM-Endrunde wurde Lou Wey bereits als bester Spieler einer Partie ausgezeichnet. Beim 36:28-Sieg gegen Montenegro spielte der Murianer drei Viertel der Begegnung und überzeugte im Schweizer Tor. Nach dem Spiel erhielt er den Preis als «Best Player».
Die Einsatzzeiten teilt sich Wey mit dem zweiten Schweizer Goalie. Beim 30:33 zum Auftakt gegen Ungarn hatte noch sein Teamkollege drei Viertel der Partie bestritten. Wey kam während eines Viertels zum Einsatz. Gegen Montenegro war es umgekehrt – und der Freiämter nutzte seine Chance. An die Leistung aus diesem Spiel kamen die Schweizer gegen Island nicht heran. Nach dem 28:33 belegte die U18-Nati in ihrer Vorrundengruppe hinter Ungarn und Island den dritten Rang. Damit verpasste sie den Einzug in die Hauptrunde.
«Schade. Unser Ziel war es, die Hauptrunde zu erreichen und dort so viel wie möglich herauszuholen», sagt Wey. Mit einem Platz unter den ersten beiden Teams der Gruppe wäre die Schweiz bereits für die nächste U19-Weltmeisterschaft qualifiziert gewesen. Diese Chance besteht weiterhin. «Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass wir mindestens Rang 14 erreichen.»
Spielpraxis bei Stans, Einblicke beim Meister
Dass Wey auf internationaler Ebene um die WM-Qualifikation kämpft, ist das Ergebnis einer Entwicklung, die in Muri begann. Mit 13 Jahren wechselte er vom TV Muri in den Nachwuchs von Pilatus. Die gemeinsame Nachwuchsabteilung von Stans und Kriens-Luzern führte ihn Schritt für Schritt an den Spitzenhandball heran. Heute spielt Wey mit einer Doppellizenz für Stans in der Nationalliga B. Gleichzeitig gehört er als dritter Goalie zum erweiterten Kader des amtierenden Schweizer Meisters Kriens-Luzern. Bei Stans sammelt er Spielpraxis auf der zweithöchsten Stufe. In Kriens-Luzern lernt er das Umfeld eines Spitzenteams kennen. Für den 18-Jährigen ist diese Kombination ein Entwicklungsschritt und eine Chance. Sein langfristiges Ziel ist klar: Er möchte eines Tages vom Handball leben können.
Eines Tages will er auch studieren
Auch sein älterer Bruder Levi spielt Handball. Er ist kein Goalie, besitzt aber ebenfalls eine Doppellizenz. Levi Wey steht für Stans in der Nationalliga B und für den Stammverein Muri in der 1. Liga im Einsatz. Neben dem Handball besucht Lou Wey die Sportkanti am OYM. Er befindet sich im vierten Jahr und steht kurz vor dem Abschluss. Für ihn steht fest, dass er eines Tages studieren möchte. «Ich weiss aber noch nicht, in welche Richtung es genau gehen soll. Zuerst möchte ich mich eine Zeit lang nur dem Handball widmen.»
Kaum Freizeit in Belgrad
Bis zum 10. August bleibt Wey mit dem Nationalteam in Belgrad. Der Alltag während der EM ist eng getaktet. Trainings, Spiele und Workshops folgen aufeinander; für Freizeit bleibt wenig. Die Spieler verbringen beinahe den ganzen Tag gemeinsam. «Das ist schon etwas ungewöhnlich im Vergleich zum Meisterschaftsalltag.» Zuschauertechnisch sind die Spiele nicht besonders zahlreich besucht. Ausnahme sind die Partien von Gastgeber Serbien. Bei allen anderen Mannschaften sind es in erster Linie Freunde und Familienangehörige, welche die Spieler unterstützen.
Auch Weys Vater verfolgt die Spiele vor Ort. Viel Zeit konnten die beiden während des Turniers bisher nicht miteinander verbringen. Wey geht aber davon aus, dass sich im weiteren Verlauf der EM noch eine Gelegenheit dazu ergibt. Zunächst steht der sportliche Auftrag im Vordergrund.
Noch ein weiter Weg
In der Zwischenrunde trifft die Schweiz auf Montenegro, Israel und Tschechien, wobei das gewonnene Spiel aus der Vorrunde gegen Montenegro nicht mehr absolviert sein muss und schon als ein Sieg für die Schweizer gewertet wird. Das Nationalteam muss die Gruppe gewinnen oder als bester Gruppenzweiter abschliessen, um in die Play-offs um die Ränge 9 bis 16 einzuziehen. Dort warten auch alle Gruppenvierten aus der Hauptrunde sowie der drittbeste Gruppendritte aus der Hauptrunde. «Es wird also definitiv keine einfache Aufgabe.» Die Schweiz muss am Ende zwar nur zwei Teams hinter sich lassen, um Rang 14 oder besser zu erreichen, was die Qualifikation für die nächste U19-Weltmeisterschaft bedeuten würde, allerdings muss sich das Team zuvor erst mal für die Play-offs um die Plätze 9 bis 16 qualifizieren.


