Im neuen Legislaturprogramm der Gemeinde Wohlen taucht der Grundsatz «Reduktion auf das Maximum» auf. Der Ausdruck klingt modern, effizient und entschlossen, bleibt aber inhaltlich leer und mutlos.
Wenn eine Gemeinde «reduziert», stellt sich die Frage: ...
Im neuen Legislaturprogramm der Gemeinde Wohlen taucht der Grundsatz «Reduktion auf das Maximum» auf. Der Ausdruck klingt modern, effizient und entschlossen, bleibt aber inhaltlich leer und mutlos.
Wenn eine Gemeinde «reduziert», stellt sich die Frage: Was genau wird reduziert? Ohne klare Definition kann die- ser Grundsatz vieles bedeuten: weniger Projekte, weniger Dienstleistungen, weniger Innovation oder weniger Transparenz? Gleichzeitig wird ein «Maximum» versprochen, aber wovon? Wirkung, Effizienz, Einsparungen?
Der Satz wirkt wie ein rhetorischer Trick, der Gegensätze kombiniert, ohne Orientierung zu geben. Damit besteht die Gefahr, dass unter dem Schlagwort «Reduktion» vor allem gestrichen wird, was politisch unbequem oder langfristig anspruchsvoll ist. Das wäre keine strategische Fokussierung, sondern ein getarnter Leistungsabbau.
Ein Legislaturprogramm sollte Prioritäten offenlegen und dem Gemeinderat als verbindliches Steuerungsinstrument dienen. Das vorliegende Programm bleibt jedoch vage, blendet zentrale Aufgabenfelder aus und zeigt keinen erkennbaren Gestaltungswillen. In dieser Form hält es einer sachlichen Prüfung nicht stand und ist als ungenügend zu bewerten.
Patrik Stocker, Wohlen