Löschauftrag ennet der Grenze
15.05.2026 Hägglingen, Region Unterfreiamt, Museum, Traditionen2. Platz für die Feuerwehrvereinigung Hägglingen an historischem Wettbewerb
Karlsruhe feierte das 100-Jahr-Jubiläum der Berufsfeuerwehr und lud zum 12. Landesfeuerwehr-Oldtimertreffen und zum 34. Wettbewerb für historische Handdruck-Feuerspritzen in ...
2. Platz für die Feuerwehrvereinigung Hägglingen an historischem Wettbewerb
Karlsruhe feierte das 100-Jahr-Jubiläum der Berufsfeuerwehr und lud zum 12. Landesfeuerwehr-Oldtimertreffen und zum 34. Wettbewerb für historische Handdruck-Feuerspritzen in Deutschland ein. Unter 18 teilnehmenden Teams holte Hägglingen den 2. Platz.
Britta Müller
Auch wenn es nun schon ein paar Tage her ist – so etwas erlebt man doch nicht alle Tage und es ist einfach berichtenswert: Am Wochenende des 25. und 26. April verwandelte sich das Karlsruher Schloss in eine beeindruckende Bühne für Feuerwehrtradition, Technikgeschichte und gelebte, grenzenlose Kameradschaft.
Die Feuerwehrvereinigung von Hägglingen wollte sich diesen Festanlass nicht entgehen lassen und machte sich mit 16 Vertretern sowie der eigenen Handdruck-Feuerspritze auf den Weg zum 100-Jahr-Jubiläumsfest der Berufsfeuerwehr nach Karlsruhe. Kennengelernt haben sich die Karlsruher und die Hägglinger 2025 bei einem historischen Feuerwehr-Wettbewerb in der Schweiz. Daraufhin erreichte die Hägglinger Feuerwehr die Einladung des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg und der Berufsfeuerwehr Karlsruhe zum gemeinsamen Feiern und zu einem besonderen historischen Wochenende für 2026.
Wie verzollt man eine Handdruckspritze?
Rund 120 historische Feuerwehrfahrzeuge von nah und fern sowie 15 Handdruckspritzen trafen dazu an einem sonnigen Samstagvormittag in Karlsruhe ein. Eine Stadtrundfahrt mit einer historischen Strassenbahn sowie Besichtigungen rund um die Feuerwehr sorgten im Tagesverlauf für spannende Einblicke. Am Sonntagvormittag fand die Ausfahrt der Oldtimer durch die Stadt Karlsruhe statt und endete zur offiziellen Ausstellung am Karlsruher Schloss. Dort fand dann auch der 34. Wettbewerb für historische Handdruck-Feuerspritzen statt, an dem 18 Mannschaften aus Deutschland und benachbarten Ländern teilnahmen. Eindrucksvoll präsentierten sie die historische Feuerwehrtechnik. Teilweise waren über 200-jährige Maschinen im Einsatz. Rund um das Schloss war ein buntes Programm dazu geboten und konnte von den zahlreichen Besuchern und Besucherinnen bestaunt werden.
Damit das Festprogramm auch wie geplant stattfinden konnte, musste lange vorher organisatorisch einiges auf den Weg gebracht werden. Für die nationalen Teams bedeutete das vielleicht lediglich die Organisation eines Transports ihrer Oldtimer-Lieblinge. Für die Hägglinger, das Schweizer Team, war das aber eine andere knifflige Herausforderung – denn eine historische Handdruck-Feuerspritze ist wertvoll und darf nicht einfach so die Grenze, sprich den Zoll, passieren. Aber wie funktioniert so eine Grenzüberschreitung genau und welche Papiere sind dazu nötig? Um das herauszufinden, profitierten die Hägglinger von ihrem starken Dorf-Netzwerk: «Mit Markus Hochstrasser haben wir eine erfahrene Unterstützung gefunden», berichtet René Remmele dankbar, «er konnte uns aufgrund seines berufliches Knowhows sehr helfen.» René Remmele wiederum ist Spritzenkommandant bei der Hägglinger Feuerwehrvereinigung und begleitete dieses sicherlich nervenaufreibende bürokratische Vorhaben von Anfang an.
Ein Fondue durfte nicht fehlen
Als alle Zollpapiere vorlagen, konnte die Pumpe, verfrachtet auf einen Anhänger, in Begleitung der Hägglinger Delegation am frühen Morgen des 25. April die schweizerisch-deutsche Grenze anstandslos passieren. In Karlsruhe erwartete sie ein festliches Programm. Bevor die Hägglinger aber durchstarteten, genossen sie ihr traditionelles Käsefondue im herrlichen Sonnenschein – nur so waren sie gestärkt für ihren Wettbewerb und all die gesprächsreichen Begegnungen und Erlebnisse. Untergebracht wurden sie in Mannschaftslagern – die wertvolle Hägglinger Feuerspritzpumpe stand derweil gut bewacht in einem Karlsruher Depot.
Medaille geholt
Der Wettbewerb fand vom dem Karlsruher Schloss statt. 12 Personen der Hägglinger Feuerwehrvereinigung in historischer, schicker Uniform gaben ihr Bestes und erreichten mit ihrer Schweizer Handdruck-Feuerspritze und durch Muskelkraft durchschnittlich 26 Meter Löschwasser-Spritzweite, dazu pumpten sie 1415 Liter Wasser in vier Minuten. Eine grossartige Leistung, mit der sie den zweiten Platz erreichten und dafür am Nachmittag festlich geehrt wurden, bevor sie sich mit Siegermedaille und vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und nach wunderbaren Begegnungen wieder auf den Weg nach Hägglingen machten.




