«Mega-Erleichterung»
11.08.2026 Bremgarten, MusikDas FIDM 2026 begeistert – und kehrt in die schwarzen Zahlen zurück
Am Wochenende wurde die Marktgasse mal wieder zur Festbühne. Rund 2600 Menschen feiern gemeinsam ein fröhliches Musikspektakel. Das Festival überzeugt auch 2026 mit seinem ...
Das FIDM 2026 begeistert – und kehrt in die schwarzen Zahlen zurück
Am Wochenende wurde die Marktgasse mal wieder zur Festbühne. Rund 2600 Menschen feiern gemeinsam ein fröhliches Musikspektakel. Das Festival überzeugt auch 2026 mit seinem unvergleichlichen Spirit. In einem Jahr, das für die Veranstalter besonders wichtig war.
Marco Huwyler
Es ist irgendwann gegen Mitternacht am zweiten Festivaltag. Die meisten der hier Anwesenden haben schon viele Stunden Musik- und Tanzgenuss in den Beinen. Von Überdruss oder Müdigkeit herrscht aber keine Spur. Die Stimmung ist auch beim letzten der zwölf Acts nochmals grossartig. Edb, der Berner Mundart-Indiepopsänger, überzeugt mit emotionalen Songs voller Leidenschaft.
Bereits vor zwei Jahren war er hier. Seither hat Edb markant an Bekanntheit gewonnen. Doch an Bremgarten erinnert er sich bestens. «Ich hatte so viel Spass bei euch letztes Mal», richtet er sich zwischen zwei Songs ans Publikum. «Ich kanns offen zugeben – ich habe mich deshalb selbst nochmals eingeladen. Es ist einfach ein so unglaublich schöner Ort für ein Konzert.»
Drei finanziell schwere Jahre
Nico Schulthess lächelt. Es sind Aussagen wie diese, die ihm in den letzten Jahren immer wieder viel Motivation gegeben haben. Künstler und Musikliebhaber – sie lieben das FIDM gleichermassen. Mit seiner Altstadtkulisse und dem bunt durchmischten, fröhlichen und friedlichen Publikum. Das war immer so in den letzten Jahren. Bloss war man dennoch irgendwie in Schieflage geraten. Seit der Pandemie schafften es die Verantwortlichen partout nicht mehr, in die Gewinnzone zu kommen. Das lag an vielen verschiedenen Faktoren. Nicht zuletzt an einer generellen Entwicklung (gestiegene Fixkosten und geringerer Konsum), mit der die ganze Branche zu kämpfen hat.
Das Schicksalsjahr
Schulthess und seine Kolleginnen und Kollegen vom OK haben viel versucht. Und auf dieses Jahr hin taten sie das nochmals besonders. So, dass sie die Ausgabe 2026 letztlich zur schicksalsträchtigen erkoren. Nun musste die Wende gelingen, wenn es dauerhaft weitergehen soll mit dem Festival in der Bremgarter Marktgasse. Und nun, nach getaner Arbeit, darf ein erschöpfter, aber überglücklicher Schulthess verkünden: «Es ist uns gelungen. Wir werden schwarze Zahlen schreiben dieses Jahr.»
Zurück in der Agenda
Die Erleichterung darüber ist riesig. «Es ist ein megagrosser Stein, der abfällt», lächelt Schulthess. Das OK hofft, dass 2026 im Rückblick ein Wendepunkt gewesen sein wird. «Wir sind zuversichtlich, dass wir jetzt am Punkt sind, wo wir vor Corona schon mal waren. Und dass es von nun an wieder dauerhaft rosiger aussieht», sagt Schulthess. Ein riesiger Gewinn sei es zwar nicht. «Aber das streben wir ja auch gar nicht an.» Bloss selbsttragend sollte es sein, das FIDM. So, dass die Organisatoren nicht jedes Mal drauflegen müssen. «Wir glauben, dass wir – so wie wir jetzt aufgestellt sind – gut unterwegs sind. Auch definitiv zurück in der Bremgarter Agenda. Als Fixpunkt für möglichst viele.»
Viel Goodwill gespürt
Tatsächlich ist die Marktgasse gut gefüllt dieses Wochenende. Es sind wohl über 2600 Menschen, die das FIDM über die beiden Festivaltage besucht haben. «Rund 100 bis 200 mehr als letztes Jahr», schätzt Schulthess, denn die genauen Zahlen liegen noch nicht vor. Die meisten davon haben auch ein Bändeli erworben – so, wie es die Fairness gebührt.
Gemeinsam mit Anpassungen am Ticketpreis, dem überarbeiteten Gastrokonzept und dem gestärkten Familienprogramm konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent gesteigert werden. Dazu hat man auch die Kostenseite optimiert. Und nicht zuletzt hat auch der Goodwill der Bevölkerung das seinige zur Rückkehr in die Gewinnzone beigetragen. «Es war für uns sehr schön zu spüren, dass das Schicksal des FIDM die Menschen nicht kaltliess», berichtet Schulthess. «Ich habe oft Rückmeldungen erhalten von Leuten, die sich bedankten, dass es den Anlass gibt, und die mit uns mitgefiebert haben, dass es aufgeht.»
Künstler überzeugen
Zum positiven Ergebnis beigetragen hat sicherlich auch der Umstand, dass die Menschen dieses Jahr im Durchschnitt lange in der Marktgasse verweilten. «Wir hatten heuer erstmals mehr Besuchende am Samstag als am Sonntag», berichtet Schulthess. Trotz Hitze und Konkurrenzveranstaltungen, wie der Streetparade. «Der neu aufgegleiste Familiennachmittag hat sich super bewährt», sagt Schulthess deshalb. Dadurch, dass viele schon früh anwesend waren – und lange blieben, wurde entsprechend mehr konsumiert. Ein Umstand, zu dem überzeugende Künstler ihren grossen Anteil beitrugen. Allesamt traten sie mit viel Herzblut und Freude auf und übertrugen dies entsprechend aufs Publikum.
«Crimer» am Samstagabend zur Primetime war mit seiner Energie und extravaganten Art ein grosses Highlight, das bei allen Altersschichten ankam. Aber auch die junge Rapperin «Soukey» begeisterte mit Talent, Verve und Ausstrahlung längst nicht nur junge Generationen für ihre Musik. Einen Abend zuvor berührte Zoë Më mit einfühlsamen Klängen. Nennen könnte man noch viele weitere. «Es haben eigentlich alle gut funktioniert und auf ihre Art gematcht», findet Schulthess. Bestätigt wurde er in diesem Empfinden von einem schönen Moment. «Ein älterer Herr ist auf mich zugekommen und hat sich für das gut zusammengestellte Programm bedankt. Das hat mich berührt», lächelt Schulthess.
Das Datum für 2027 steht
Und so fühlen er und sein OK sich letztlich getragen von Künstlern und vom Publikum gleichermassen. Längst nicht nur Edb hat den Auftritt in Bremgarten genossen. So wird es wiederum viele geben, die gerne hierher zurückkehren. Zum Glück wird dies auch weiterhin möglich sein. Das darf Schulthess mit grosser Freude offiziell verkünden. «Das Datum für nächstes Jahr steht bereits», sagt er glücklich. Am 6. und 7. August 2027 findet wieder ein FIDM statt. Hoffentlich eines von noch ganz vielen.







