Mehr als ein Fest
27.05.2026 Sport, TurnenZwischen Party und Sport
Am Wochenende fand die 39. Ausgabe des Freiämter Cups statt. Gastgeber des Turnfests der Freiämter Vereine war anlässlich seines 110-Jahr-Jubiläums diesmal der STV Jonen. Der Verein dufte rund 2500 Menschen auf der Schulanlage ...
Zwischen Party und Sport
Am Wochenende fand die 39. Ausgabe des Freiämter Cups statt. Gastgeber des Turnfests der Freiämter Vereine war anlässlich seines 110-Jahr-Jubiläums diesmal der STV Jonen. Der Verein dufte rund 2500 Menschen auf der Schulanlage begrüssen. Darunter waren 1200 Sportlerinnen und Sportler, die sich in den verschiedenen Disziplinen untereinander messen wollten.
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Freiämtercup in Jonen mit rund 2500 Besuchern
Die Mischung aus sportlichem Wettkampf und Dorffest-Atmosphäre lockt zahlreiche Menschen an den Freiämtercup in Jonen. Für den STV Jonen wird der Anlass trotz Doppelbelastung als Organisator und Teilnehmer auch sportlich zum Erfolg.
Josip Lasic
Die Sonne strahlt über der Schulanlage in Jonen. Auf dem Festgelände des Freiämtercups mischen sich Kinderlachen, Anfeuerungsrufe und der Duft von Grillfleisch und Pommes frites. Die Stimmung erinnert an eine Chilbi oder ein Jugendfest. Mitten im Festbetrieb dringt lautes Jubeln aus einer der beiden Sporthallen. Die Gastgeber des STV Jonen beenden gerade ihre Vorführung am Barren. Der Heimvorteil ist spürbar. Die vielen Zuschauer sind begeistert vom Gezeigten. «Es ist wichtig, dass man überhaupt turnen kann», sagt Erika Odermatt, OK-Präsidentin der diesjährigen Ausgabe des Freiämtercups. «Das ist der Kern des Anlasses. Und wenn man dann vor Heimpublikum eine gute Leistung zeigt, ist es das Sahnehäubchen.»
Den Gastgebern gelingt diese Krönung. Mit ihrer Darbietung erreichen sie Rang 2 am Barren. Von insgesamt sieben Vereinen ist nur der TV Merenschwand besser als die Joner. Eine starke Leistung, gemessen an der Herausforderung, die der Heimverein hatte. «Unsere Sportler haben einen engen Zeitplan. Sie turnen Schlag auf Schlag, um ihr Programm schnell durchzubringen und anschliessend wieder zu arbeiten. Alle sind gleichzeitig Helfer am Freiämtercup. Das ist anspruchsvoll», erklärt Odermatt.
Der Barren war nicht die einzige Disziplin, in der die Gastgeber angetreten sind. In der Gymnastik der Aktiven auf dem Rasen klassierte sich der STV Jonen mit dem 5. Rang auf einem guten Mittelfeldplatz. Die Jugi Jonen konnte auf dem Schulstufenbarren sogar den 4. Platz holen. Die Aktiven sind auf dem Schulstufenbarren und in der Gerätekombination weiter hinten in der Rangliste anzutreffen. Gemessen an der Doppelbelastung, die der Heimverein zu stemmen hatte, dürfen die Joner aber mit dem sportlichen Abschneiden durchaus zufrieden sein.
Athleten gehen sehr seriös in den Wettkampf
Der Freiämtercup dient als Vorbereitung für grössere Wettkämpfe. Für die Besucher gleicht er einem grossen Dorffest, doch die Sportler nehmen ihre Aufgaben ernst. Jan Schweingruber vom TV Sarmenstorf bestätigt: «Es ist ein Vorbereitungswettkampf, aber für die Freiämter Vereine sehr wichtig. Im Vorfeld stellt sich die Frage nicht, ob wir hier starten. Es ist jedem klar, dass man am Freiämtercup dabei ist», erzählt er. «Einerseits ist das Niveau hoch, andererseits ist es ein Heimspiel. Man kennt sich, turnt vor Freunden und Verwandten. Das ist anders als bei Turnfesten, wo man die anderen Vereine kaum kennt.» Wie familiär der Anlass ist, zeigt sich schon während des Gesprächs mit Schweingruber. Mehrere Personen bleiben stehen, begrüssen ihn oder wechseln ein paar Worte mit ihm. Die Freiämter Vereine sind eine grosse Turnfamilie, aber der gesunde Konkurrenzkampf gehört dazu. «Es ist schön, nach dem Wettkampf auf die Leistung anzustossen, aber das Turnen steht im Fokus.»
Das zeigt sich auch, als Schweingruber auf die Darbietung der Sarmenstorfer an den Schaukelringen angesprochen wird. «Leider haben wir ein paar kleine Fehler gemacht, aber es war eine Leistung, auf der wir aufbauen können.» Der TV Sarmenstorf erreicht in der kombinierten Wertung «Schaukelringe, Sprung, Boden» den 4. Rang. Der TV Wohlen folgt in dieser Rangliste auf Platz 5 mit seiner Leistung im Bodenturnen. «Es ist unser erstes Jahr in dieser Disziplin, daher zahlen wir noch Lehrgeld», sagt Marco Huonder vom TV Wohlen. Am Reck hingegen will die Geräteturn-Riege angreifen und holt den 3. Rang. «Auch wenn es ein Vorbereitungswettkampf ist, nehmen die Vereine ihn ernst und gehen mit Ambitionen ins Rennen», so Huonder. «Es wäre auch riskant, wenn nicht. Ist man unkonzentriert, verletzt man sich schnell. Alle sind mit 100 Prozent bei der Sache. Aber unter den Freiämter Vereinen gönnt man sich den Erfolg. Wenn das Nachbardorf besser abschneidet, stösst man gemeinsam darauf an.»
Auf viele Arten geniessbar
Organisatorisch ist der Freiämtercup für den STV Jonen ein Erfolg. Mit 1200 Sportlern (700 Aktive und 500 Nachwuchs-Athleten) und zahlreichen Besuchern erscheinen rund 2500 Menschen am Anlass. «Wir hatten Glück mit dem Wetter», sagt OK-Präsidentin Erika Odermatt. «Eine Woche vorher hätten wir das nicht so durchziehen können. Der Aufwand bleibt für uns der gleiche, aber für die Besucher und Sportler ist es bei Regen natürlich nicht so angenehm.»
Viele Zuschauer wurden von der Dorffest-Atmosphäre angezogen. Bar, Bierwagen, Festzelt, Foodtruck und diverse Stände für das leibliche Wohl machten den Freiämtercup auch abseits der Wettkämpfe attraktiv. Die Chance war gross, auf dem Gelände bekannte Gesichter zu treffen und ins Gespräch zu kommen. Doch trotz allem ist der Freiämtercup in erster Linie ein sportlicher Wettkampf. Einer, der den Turnerinnen und Turnern einiges bedeutet. Der Anlass ist mehr als nur ein Fest.
Alle Resultate gibt es unter: https://turnverband-freiamt.ch/






