Mehr und mehr zu KMU
29.05.2026 MuriDer Verein Familienberatung Bezirk Muri tagte zum 20. Mal
Die Anzahl Fälle nimmt zu. Die Komplexität ebenfalls. Der Verein Familienberatung bewilligt mehr Stellenprozente und wählt Hanna Hoenig, Mühlau, neu in den Vorstand.
...Der Verein Familienberatung Bezirk Muri tagte zum 20. Mal
Die Anzahl Fälle nimmt zu. Die Komplexität ebenfalls. Der Verein Familienberatung bewilligt mehr Stellenprozente und wählt Hanna Hoenig, Mühlau, neu in den Vorstand.
Annemarie Keusch
Um Veränderungen kommt der Verein Familienberatung Bezirk Muri nicht herum. «Wir müssen prüfen, ob wir mit der heutigen Struktur den Ansprüchen von Mitarbeitenden, Klientinnen und Klienten sowie den Trägern auch künftig in genügender Weise gerecht werden können», hält Präsidentin Monika Stutz in ihrem Jahresbericht fest. Dabei geht es einerseits darum, dass die Fahlzahlen und die Komplexität unaufhörlich steigen. Die Belastungsgrenzen sind erreicht, die bisher für Führungsaufgaben reservierten Stellenprozente der Stellenleitung müssen zunehmend für die operative Arbeit eingesetzt werden. Die steigende Belastung wird in der Rechnung deutlich, wo Aufwand und Ertrag rund 100 000 Franken über dem Budget liegen.
Sichtbar wird diese Entwicklung auch in weiteren Traktanden. Noch für das laufende Jahr ist eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle beantragt. Gegenstimme gibt es keine, der Bedarf scheint den Mitgliedern und Vertretern von Gemeinden und Kirchgemeinden ausgewiesen zu sein. Im Budget für das nächste Jahr kommen zusätzliche 20 Prozent im Sekretariat dazu. 970 Stellenprozent wird der Verein dann umfassen: 660 für die Jugend-, Ehe- und Familienberatung, 110 für das Sekretariat, 160 für die Mütter- und Väterberatung und 40 für die Tagesfamilienvermittlung. Monika Stutz betont dabei: «Wir versuchen, die Ressourcen so schonend wie möglich einzusetzen.»
Drei Kirchgemeinden traten bisher aus
Die zunehmende Anzahl Fälle und die steigende Komplexität sind aber nicht die einzigen Gründe, weshalb sich der Verein Familienberatung Gedanken macht. Es geht auch um die Zukunft der Organisation. «Wir entwickeln uns zunehmend in Richtung eines kleinen KMU», hält Monika Stutz fest. Ist die heutige Vereinsform mit den tragenden Organisationen aus Einwohner- und Kirchgemeinden auch in Zukunft die richtige? Eine Frage, auf die man in nächster Zeit Antworten finden will.
Ein weiterer Grund dafür liegt bei den Kirchgemeinden. Drei haben bisher ihren Austritt aus dem Verein bekundet. «Auch diese Entwicklung zeigt, dass der Zeitpunkt richtig ist, um die organisatorische und strukturelle Zukunft unserer Beratungsstelle sorgfältig zu prüfen», ist Monika Stutz überzeugt. Denn, wenn Kirchgemeinden austreten, müssen die Einwohnergemeinden mehr zahlen, damit die Rechnung am Schluss aufgeht.
Bei 30.35 Franken je Einwohner für die Jugend-, Ehe- und Familienberatung, 6.46 Franken für die Mütter- und Väterberatung und 0.54 Franken für die Tagesfamilienvermittlung liegt der Ansatz laut Budget für das kommende Jahr. Eine Arbeitsgruppe soll sich der strukturellen Zukunft annehmen. «Wir werden rechtzeitig auf euch zukommen.» Zudem stand eine Ersatzwahl auf der Traktandenliste. Neu nimmt Hanna Hoenig Einsitz im Vorstand. Hoenig ist Gemeinderätin von Mühlau und arbeitet als Berufsbeiständin. Damit sind die Gemeinden wieder im Vorstand vertreten.
Übrigens, das 20-Jahr-Jubiläum des Vereins wurde nicht speziell begangen. Vielmehr liegt der Fokus auf den Kernaufgaben, in der Beratung. Auch da gehen der Familienberatung die Herausforderungen nicht aus. Diese nimmt das Team unter neuer Leitung in Angriff. Per Anfang Jahr übernahm Regula Schlup die Stellenleitung – samt Blumenstrauss der Präsidentin an der Vereinsversammlung.

