Mit ganz viel Akribie
08.05.2026 MuriErste Bilanz ist nur positiv
Neuer Murianer Gemeinderat: Jörg Weiss
Tiefbau, Mobilität, Sicherheit. In diesen Bereichen ist Jörg Weiss die neue Ansprechperson im Gemeinderat von Muri. Von den drei Neuen wurde er mit dem besten Resultat ...
Erste Bilanz ist nur positiv
Neuer Murianer Gemeinderat: Jörg Weiss
Tiefbau, Mobilität, Sicherheit. In diesen Bereichen ist Jörg Weiss die neue Ansprechperson im Gemeinderat von Muri. Von den drei Neuen wurde er mit dem besten Resultat gewählt. Im neuen Alltag spielt das längst keine Rolle mehr. Weiss zieht eine nur positive erste Bilanz. «Es macht mir Spass.» Auch wenn gerade die Zürcherstrasse einiges an Aufwand mit sich bringt. --ake
Jörg Weiss blickt auf seine ersten Monate im Gemeinderat von Muri zurück
Die Sanierung der Unterführung an der Zürcherstrasse. Es ist das Thema in seinem Ressort. «Das Thema, das man am meisten wahrnimmt», sagt Jörg Weiss. Er betreut die Bereiche Tiefbau, Mobilität und Sicherheit und erzählt von einem «idealen Start».
Annemarie Keusch
Natürlich, es hat sich einiges verändert. Die vielen Termine abends beispielsweise. «Ich brauche am Wochenende mehr Schlaf», sagt Jörg Weiss und lacht. Und auch die Besuche in den Trainings der Senioren 50+ des FC Muri sind seltener geworden. «Seit Anfang Jahr zweimal», gesteht Weiss. Die Verbindung aber zum Verein ist nach wie vor eng. Als Gemeinderat bleibt eben einfach weniger Zeit. «Damit musste ich rechnen und daran habe ich mich rasch gewöhnt.»
Seit Anfang Jahr gehört Jörg Weiss dem Gremium an. Als Bestgewählter der drei Neuen. «Natürlich beflügelt das. Aber diese Tatsache ist längst im Hintergrund.» Im Vordergrund ist die Arbeit als Gemeinderat. Für Weiss im Ressort Tiefbau, Mobilität und Sicherheit. «Darauf habe ich immer geschielt», sagt er. Weil er hier als Projektleiter und ehemaliger Bau-Unternehmer viel Fachwissen mitbringt. Weil er in diesem Bereich aus dem Vollen schöpfen kann. Und das muss er auch. Schliesslich prägt mit der Sanierung der Unterführung an der Zürcherstrasse quasi seit seinem Start als Gemeinderat ein Tiefbauprojekt das Dorf. Er sagt: «Ein emotionales Thema.» Der Durchgangsverkehr im Hasli, die zeitweisen Fahrverbote an der Grindelstrasse. «Es mangelte nicht an Anfragen», meint Weiss. Ein schwieriger Start also? «Nein, ich bin es aus meinem Beruf gewohnt, auch bei emotionalen Themen gute Lösungen zu finden.» Zudem möge er es, wenn etwas läuft. Wenn es sofort losgeht. Trockenübungen mag er nicht. «Wobei ich bezweifle, dass man solche Situationen überhaupt üben kann.»
Tempo 30 statt Fahrverbot auf Grindelstrasse
Das Projekt an der Zürcherstrasse prägt die ersten Monate von Jörg Weiss als Gemeinderat. Auch wenn sich die Situation mittlerweile eingependelt hat. Das Fahrverbot bei der Grindelstrasse ist verschwunden, das Tempo- 30-Schild auch dort montiert – wie durch den Weiler Hasli und wie durch die Klosterfeldstrasse. «Alle sollen gleichbehandelt werden», betont Jörg Weiss. Ob es ihm ohne das Projekt an der Zürcherstrasse langweilig wäre? Der neue Gemeinderat schüttelt den Kopf, lächelt. Er weiss um die Themen, die im Dorf bewegen. Gerade auch in Bezug auf die Mobilität.
Bei der Sanierung der Unterführung Zürcherstrasse wird auch ein erster Meilenstein des neuen Velowegs realisiert. Weiss betont: «Der Langsamverkehr muss Platz haben.» Bei diesem Projekt wie auch bei allen weiteren. Ihm ist klar, dass aktuell gerade die Verkehrssituation für Velofahrerinnen und -fahrer nicht einfach ist. «Ich begreife alle, die aktuell mit dem Auto zum Einkaufen gehen.» Auch Weiss ist davon überzeugt, dass der hausgemachte Verkehr in Muri reduziert werden kann, wenn die Veloweg-Infrastruktur attraktiver ist. «Aber wir dürfen keine Wunder erwarten. Weder mit dem Tempo bei der Umsetzung des Veloweges noch bei der Anzahl Leute, die dann auch wirklich aufs Velo umsteigen.» Letzteres nimmt sich auch der neue Gemeinderat selber vor. «Es braucht ein Umdenken bei vielen.»
Sanierung der Unterführung Eggstrasse folgt
Was den Bau der Velowegverbindung angeht, sagt Weiss: «Ich hoffe, dass die erste Etappe bis zur Zürcherstrasse nächstes Jahr fertig ist.» Für die weiteren Etappen ist der Gemeinderat auch auf Unterstützung und Zustimmung von Landbesitzern angewiesen. «Natürlich hoffen wir, dass es so schnell wie möglich vorwärtsgeht.» Weiss spricht von einem guten Start ins Amt als Gemeinderat. «Die Situation in meinen Ressorts war ideal», sagt er und lobt die Vorarbeit seiner Vorgängerin. Projekte waren aufgegleist und standen vor der Realisation.
Oder sie stehen jetzt am Anfang. Wie beispielsweise die Unterführung Eggstrasse. Die SBB planen, auch diese zu sanieren. «Natürlich will der Gemeinderat aufspringen, um die Unterführung für den Langsamverkehr attraktiver zu machen.» Der Prozess sei noch ganz am Anfang und auf alle Seiten offen. Gerade auch im Hinblick auf die dereinstige Überbauung im Gebiet Brühl und die verkehrstechnischen Folgen und Möglichkeiten.»
Neues Fahrzeug für die Feuerwehr
Mobilität und Tiefbau – in vielen Projekten hängen zwei von Jörg Weiss’ Ressorts eng zusammen. Hinzu kommt das Thema Sicherheit. «Auch hier steht einiges an.» Weiss erwähnt ein neues Fahrzeug für die Stützpunktfeuerwehr Muri+, dessen Beschaffung ganz am Anfang stehe. Er erwähnt die Regionalpolizei, die im zweiten Jahr mit dem neuen Gemeindevertrag steht. «Da braucht es noch hie und da Feinjustierungen.» Vor allem aber betont Weiss, dass die Gemeinde im Bereich der Sicherheit bestens aufgestellt sei. «Vor allem personell. Und darüber bin ich sehr froh.»
Thematisch ist Weiss schnell in seinem neuen Amt als Gemeinderat angekommen. In Bereichen, wo er noch nicht sattelfest war, las er sich ein. «Mit viel Akribie, weil ich den Anspruch an mich selber habe, an Sitzungen vorbereitet zu sein und im Detail zu wissen, worum es geht. Nur so kann ich auch wirklich mitdiskutieren.» Kurz, prägnant – die Themen auf den Punkt bringen, das ist sein Ziel. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Planung. «Das muss es auch», sagt Weiss. Schliesslich arbeitet er nicht in Muri. Der Freitag ist für Gemeinderatstätigkeit reserviert, plus der spätere Montagnachmittag für die Gemeinderatssitzung und einige Abende.
Andere Perspektive
Von einem guten Start spricht Jörg Weiss nicht nur im Bezug auf seine ersten Monate im Murianer Gemeinderat. Sondern auch auf das gesamte Team. «Ich gestehe, dass ich durchaus skeptisch war, ob und wie schnell wir uns finden. Aber das ist schnell passiert.» Die Arbeit mache Spass, die Facetten seien vielfältig. «Ich erhalte viele neue Einblicke.» Gerade bei den sozialen Themen sei ihm vieles vorher gar nicht richtig bewusst gewesen. Diese andere Perspektive behage ihm, sei sehr interessant. «So kann es weitergehen», meint Jörg Weiss und lacht.


