Annemarie Keusch, Redaktorin.
Nichts löst vergleichbaren Schmerz aus. Der Abschied, die Endgültigkeit, die Endlichkeit. Der Tod hinterlässt starke Emotionen – vor allem Trauer. Franziska ...
Annemarie Keusch, Redaktorin.
Nichts löst vergleichbaren Schmerz aus. Der Abschied, die Endgültigkeit, die Endlichkeit. Der Tod hinterlässt starke Emotionen – vor allem Trauer. Franziska Stenico begegnet ihm im Alltag bei der spezialisierten Palliative Care quasi täglich. Und sie bemängelt, dass der Tod für viele Menschen ein Tabuthema geworden ist. Zu Recht.
Mit dem Tod kommt früher oder später jeder Mensch in Berührung. Die Grosseltern, die Eltern – Abschiede gehören dazu. Auch wenn sie noch so traurig sind. Ist der Tod vom Alltag verbannt, nie ein Gesprächsthema, dann trifft es einen noch unmittelbarer.
Religiöse oder spirituelle Überzeugungen sollen hier aussen vor bleiben. Stattdessen bleibt die Frage: Ist es richtig, aus dem Leben zu verbannen, was schmerzt, was wehtut, was traurig macht? Ich denke nicht. Schliesslich gehört die ganze Palette an Emotionen dazu. Licht und Schatten, Freud und Leid. Darum gehört der Tod nicht an den Rand der Gesellschaft, sondern in deren Mitte.