Muri gehen die Spieler aus
22.05.2026 Sport, FussballHeftige Probleme
Vor dem Spitzenkampf hat Muri Personalnöte
Hoppla. Da müsste sich der FC Muri eigentlich riesig auf den 2.-Liga-Spitzenkampf freuen. Am Freitagabend (20.30 Uhr) wird die Partie auswärts gegen den FC Baden II angepfiffen. ...
Heftige Probleme
Vor dem Spitzenkampf hat Muri Personalnöte
Hoppla. Da müsste sich der FC Muri eigentlich riesig auf den 2.-Liga-Spitzenkampf freuen. Am Freitagabend (20.30 Uhr) wird die Partie auswärts gegen den FC Baden II angepfiffen. Doch das Spiel scheint schon vor Ankick entschieden. Man munkelt, dass die Badener ihr Team mit Spielern der ersten Mannschaft aus der 1. Liga classic aufpolieren. Gleichzeitig haben die Murianer aber grobe Personalprobleme. Aufgrund von Sperren (Getrim Uka), privaten Anlässen und vielen Verletzten muss Trainer Alain Schultz tief in die Spielerkiste des FC Muri greifen. So werden beispielsweise Ernes Paden und Nico Stadelmann (beide von den Senioren) oder Peach Lang (Co-Trainer) im Kader stehen am Freitagabend. Man versucht das Beste herauszuholen aus diesem Spitzenkampf, der wohl keiner werden wird. --red
Der FC Muri geht mit Problemen in das Spitzenspiel gegen Baden II (Freitag, 20.30 Uhr)
Vier Teams kämpfen um den Aufstieg in die 2. Liga interregional – darunter Baden II und der FC Muri. Heute Freitag treffen beide aufeinander. Die Ausgangslage spricht aber deutlich gegen den FC Muri. Die Freiämter reisen mit einem Rumpfkader an, während Baden II voraussichtlich Spieler aus dem Fanionteam einsetzt.
Josip Lasic
Muri hätte es in den eigenen Füssen und könnte im Spitzenkampf gegen Baden II einen grossen Schritt Richtung Aufstieg machen. Aber es gibt ein heftiges Manko. Die personelle Lage im Klosterdorf ist prekär. Zahlreiche Spieler fehlen wegen Verletzungen, Sperren – oder aus teilweise schrägen Gründen.
Ein Tattoo und viele Kuriositäten
Ersatzkeeper Davide Silano muss beispielsweise passen, weil er sich ein Tattoo stechen liess und nicht schwitzen darf. Aber die Absenzenliste ist deutlich länger und gewichtiger. Gentrim Uka, Tihomir Grabovica, Jan und Fabian Burkard, Burim Hasanramaj, Momo Seferi, Valentin Gashi, Eltion Shabani – die Freiämter müssen auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. Peter «Peach» Lang, der 41-jährige Co-Trainer von Alain Schultz, wird voraussichtlich in der Abwehr in der Startaufstellung stehen. Auch Nico Stadelmann, Co-Trainer und Spieler der Muri-Senioren, sitzt auf der Bank, ebenso wie Ernes Paden, ein weiterer Seniorenspieler. Das Kuriositätenkabinett geht weiter: Lulzim Aliu, eigentlich erst für die nächste Saison eingeplant, könnte nach langer Verletzungspause schon heute sein Comeback feiern. Joel Trüb, der in den USA studiert und Fussball spielt, ist derzeit in der Schweiz. Gegen Schöftland stand er bereits im Kader, obwohl er seit Dezember kein Spiel bestritten hat. Schultz ist sich bewusst, dass die meisten Spieler im Aufgebot vermutlich nur für einen Kurzeinsatz infrage kommen. Präsident Michael Stadelmann sagt: «Uns fehlt die Breite. Mit all den Ausfällen stellt sich die Mannschaft fast von selbst auf. Der Trainer hat kaum Möglichkeiten, von der Bank frische Impulse zu bringen.»
Eigentlich wäre es spannend
Zwar dürfen zweite Mannschaften in den letzten drei Spielen nur eingeschränkt Verstärkung aus ihren Fanionteams holen, doch heute Freitag, vier Spieltage vor Schluss, dürfte Baden noch aus dem Vollen schöpfen – und will das offenbar nutzen. Der Freiämter Sasa Stankovic ist Trainer der Badener. Gerüchte kursieren, dass er mit bis zu acht Spielern aus der 1. Liga classic antreten will.
Die Spannung wäre im Endspurt der 2. Liga riesig. Vier Spieltage vor Schluss steht Muri mit 42 Punkten auf Rang 4, drei Zähler hinter Leader Lenzburg. Neben diesen beiden Teams gehören auch Suhr und Baden II zur Spitzengruppe. Muri spielt heute Freitag, 20.30 Uhr, auswärts in Baden und trifft am zweitletzten Spieltag direkt auf Lenzburg. Aber eben: Die Partie zwischen Muri und Baden II scheint schon vor Anpfiff entschieden.
Trübsal blasen will man in Muri deswegen nicht. Zu Beginn der Saison wurde ein Top-Vier-Platz als Ziel kommuniziert. Im Klosterdorf war man sich bewusst, dass man einen Kader hat, mit dem man in der 2. Liga zu den Aufstiegskandidaten gehört. Nach den schwierigen letzten Saisons, in denen das Team von der 1. Liga classic in die 2. Liga durchgereicht wurde, hielt man sich mit Ambitionen bewusst zurück. Selbst ohne die aktuelle Ausfallliste sieht der Präsident sein Team nicht als Topfavorit im Endspurt. Er sagt, dass die Murianer vielleicht das stärkste Team der Liga stellen. «Andere Mannschaften sind aber eingespielter, haben ein stärkeres Kollektiv. Wir haben vor der Saison einige neue Spieler geholt, die sich erst finden mussten. Diese Entwicklung sieht man jetzt. Wichtig ist, dass wir den Kern der Mannschaft zusammenhalten und diesen Weg fortsetzen. Selbstverständlich würden wir aufsteigen, wenn wir am Ende auf Rang 1 stehen», sagt er. «Ich bin mir nur nicht sicher, ob es diese Saison qualitativ reicht für uns.»
Ein Platz unter den Top Vier würde Stadelmann am Saisonende genügen. «Natürlich wäre ich enttäuscht, wenn wir die letzten vier Spiele alle verlieren. Aber wenn wir die Saison sauber zu Ende bringen, können wir mit der Leistung und der Entwicklung zufrieden sein.»
Derby, WM und gleichzeitig Endspiel um Aufstieg?
Für den Präsidenten zählt vor allem die Spannung. Nach Baden II trifft Muri auf Schönenwerd-Niedergösgen, Lenzburg und Mutschellen. «Wenn im Spitzen-Duell gegen Lenzburg oder im Derby gegen Mutschellen noch alles möglich ist, wäre das grossartig. Solche Endspiele locken die Zuschauer ins Stadion.» Besonders das Freiämter Derby gegen Mutschellen weckt Vorfreude. «Sie haben uns aus dem Cup geworfen. Da haben wir noch eine Rechnung offen. Ausserdem ist es unser Heimspieltag. Nach dem Spiel kann man auf der Brühl das WM-Auftaktspiel der Schweiz gegen Katar schauen. Und wenn wir an diesem Tag mit einem Sieg den Aufstieg sichern könnten, wäre das die perfekte Kulisse.»
Der Aufstieg scheint ein bisschen unverhofft zum Greifen nah für den FC Muri – doch aufgrund der Personalsituation doch so fern. Mit den vielen Ausfällen wird der Endspurt für Muri schwer, sehr schwer. Das Team will trotzdem alles geben, um die Spannung hochzuhalten.

