Motorex-CEO Edi Fischer hielt die 1.-August-Rede
Das Familienunternehmen Motorex AG vertreibt seine selber produzierten Schmiermittel und Reinigungsprodukte in über 90 Länder. Ihr CEO Edi Fischer lebt seit über 20 Jahren in Eggenwil. In seiner ...
Motorex-CEO Edi Fischer hielt die 1.-August-Rede
Das Familienunternehmen Motorex AG vertreibt seine selber produzierten Schmiermittel und Reinigungsprodukte in über 90 Länder. Ihr CEO Edi Fischer lebt seit über 20 Jahren in Eggenwil. In seiner 1.-August-Rede sprach darüber, wie das «Erfolgsmodell Schweiz» weitergeführt werden könnte.
«Diese Erklärung ist viel zu bequem», sagte Edi Fischer. Er meinte damit die Behauptung, dass es der Schweiz gut geht, weil die Menschen hier besonders clever und fleissig sind. Fischer sprach von der Gefahr, zunehmend einer lähmenden Selbstzufriedenheit zu verfallen. «Wir sind so erfolgreich, weil in der Vergangenheit mutige Entscheidungen gefallen sind. Dies zum Beispiel für den Bau von Infrastrukturen wie Strassen, Schienen oder für Sozialversicherungen. All das ermöglicht uns ein erfolgreiches Wirtschaften.» Er plädierte dafür, auch heute wichtige Entscheidungen zu fällen, die in den nächsten 50 Jahren noch positiv wirken.
Umgekehrte Realität
Fischer versteht den Frust über die neue Generation nicht: «Diejenigen, welche heute über die jungen Leute lästern, sind diejenigen, welchen man als 68-Genaration mit ihren Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll selber keine grosse Zukunft zumutete. Viele von denen haben später erfolgreiche Unternehmen gegründet und sind reich geworden.» Er würde heute sehr viele tolle junge Leute sehen.
Der Motorex-CEO sprach sich dafür aus, innovative Ideen zu fördern. «Voraussetzung dafür sind gute Rahmenbedingungen. Damit können Unternehmen hier Wertschöpfung generieren. Der Staat dagegen schöpft nur ab und verteilt.»
Stabile Verhältnisse mit Nachbarn erwünscht
Als weiteres Thema beleuchtete Edi Fischer die Beziehung unter Nachbarn. Europa verglich er dabei mit einem mehrstöckigen Haus. «Die Schweiz hat da mittendrin eine Wohnung. Die Stockwerkeigentümer haben teilweise dieselben Interessen, wie zum Beispiel eine zuverlässige Energieversorgung. Die daraus resultierenden Aufgaben sollten wir gemeinsam lösen.» Natürlich könne man sich seine Nachbarn nicht aussuchen. «Aber wir sollten mit der Europäischen Union ein stabiles und geregeltes Verhältnis haben.» In jeder Beziehung gebe es Verhandlungen, die man nicht verpassen sollte. «Oder hatten Sie bei Ihrer heutigen Partnerin auch 100 Chancen?»
Zum Begriff «Tradition» zitierte Edi Fischer einen französischen Politiker, der diese Aussage um 1910 gemacht hatte: «Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.»
Scherzhaft sprach der Motorex-CEO eine Warnung aus. «Der Genuss einer Gemeindeversammlung kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen.» So zum Beispiel, dass man ein paar Monate danach eine 1.-August-Rede halte.
Fischer hatte damals wohl ein Versprechen für diese Aufgabe gegeben. Und die Gemeinde hatte ihm vertraut. Von diesem Vertrauen sprach Gemeindeammann Pascal Vogel: «Vertrauen lebt von Respekt und Verlässlichkeit. Ich hoffe, dass wir all diese Werte weiterhin leben können.» Aufgrund der Trockenheit wurde kein Feuer entzündet. Der traditionelle Lampionumzug fand mit elektrischen Kerzen statt. «Dafür erhält jeder Teilnehmer danach eine Glace-Rakete», so Vogel. «Damit haben wir doch noch Raketen, halt ohne Feuerwerk.»
--rwi