Die SRG-Initiative klingt nach Sparen und «Zurück zum Wesentlichen», doch inhaltlich ist sie nichts anderes als eine Neuauflage der 2018 deutlich abgelehnten No-Billag-Vorlage. Damals hat das Schweizer Stimmvolk mit fast 72 Prozent Nein-Stimmen unmissverständlich ...
Die SRG-Initiative klingt nach Sparen und «Zurück zum Wesentlichen», doch inhaltlich ist sie nichts anderes als eine Neuauflage der 2018 deutlich abgelehnten No-Billag-Vorlage. Damals hat das Schweizer Stimmvolk mit fast 72 Prozent Nein-Stimmen unmissverständlich klargemacht, dass es einen starken, unabhängigen Service public will. Dieser Volkswille hat sich seither nicht in Luft aufgelöst. In Wahrheit aber gefährdet sie genau das, was für die Schweiz entscheidend ist: verlässliche Informationen aus allen Regionen. Wenn die SRG massiv zusammengestrichen wird, trifft es nicht die Chefetagen, sondern die Regionalstudios, die lokalen Journalistinnen und Journalisten und die Berichterstattung aus den Kantonen.
Gerade in einer Zeit, in der das Internet voller Fake News, Halbwahrheiten und ausländischer Propaganda ist, brauchen wir starke Medien, die sauber recherchieren und unabhängig berichten. Wer glaubt, dass TikTok, YouTube oder irgendwelche Social-Media-Kanäle die Arbeit der SRG ersetzen, macht sich etwas vor. Wer die Kosten ehrlich vergleicht, merkt schnell: Für rund einen Franken pro Tag erhält die Bevölkerung ein umfassendes Informations-, Kulturund Bildungsangebot in allen Landesteilen, etwas, das kein Streamingdienst leisten kann. Netflix, Disney+ oder Amazon Prime bieten Unterhaltung, aber keine demokratierelevante Grundversorgung, keine regionale Berichterstattung, keine Live-Debatten, keine Minderheitensprachen, sie kosten in der Summe oft mehr als die heutige Abgabe.
Ohne regionale Medien wird die Schweiz blind für das, was im eigenen Land passiert. Wer in ländlichen Gebieten lebt, weiss genau: Wenn wir nicht selbst für unsere Sichtbarkeit sorgen, tut es niemand. Die SRG ist eine Institution, die über lokale Politik, Vereine, Wirtschaft und Kultur berichtet, unabhängig von Klickzahlen oder Werbegeldern. Darum sage ich klar: Nein zur SRG-Initiative. Sie schwächt die Schweiz, spaltet Stadt und Land und öffnet Fake News Tür und Tor. Wir brauchen Medien, die unser Land verbinden, nicht solche, die nur noch das berichten, was sich finanziell lohnt.
Franziska Stenico, Grossrätin Die Mitte, Beinwil