Neues Zuhause gefunden
23.04.2024 Kelleramt, JonenIn Jonen hat die Familie D’Alessandro das «La Rotonda» wiedereröffnet
Ein Schicksalsschlag führt das junge Ehepaar Burcu und Francesco D’Alessandro ins Kelleramt. Hier schlagen sie im Restaurant «La Rotonda» ein neues Kapitel auf. ...
In Jonen hat die Familie D’Alessandro das «La Rotonda» wiedereröffnet
Ein Schicksalsschlag führt das junge Ehepaar Burcu und Francesco D’Alessandro ins Kelleramt. Hier schlagen sie im Restaurant «La Rotonda» ein neues Kapitel auf. «Wir haben uns in die Region verliebt», sagen sie.
Celeste Blanc
Gezielte Akzente, dunkle, aufeinander abgestimmte Farben, funkelnde Kristallleuchten: Das «La Rotonda» erstrahlt seit seiner Eröffnung an diesem Wochenende in neuem Glanz. Dazu haben Burcu und Francesco D’Alessandro zum grossen Apéro eingeladen – und dieser Einladung sind viele gefolgt.
Nebst Angehörigen des neuen Wirtepaars war auch der Joner Gemeinderat sowie Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde anwesend. «Schön, dass ihr da seid und willkommen in Jonen», begrüsst etwa ein älteres Ehepaar die Familie D’Alessandro. Und diese ist glücklich: «Wir fühlen uns hier sehr wohl.» In Jonen habe man ein neues Zuhause gefunden. «Hier können wir ein neues Lebenskapitel aufschlagen», so Francesco D’Alessandro.
Familie hat Glück im Unglück
Ein neues Kapitel aufschlagen – das war für das junge Ehepaar D’Alessandro zwingend. Denn am eigenen Leib haben sie erfahren, was es bedeutet, wenn sich das Leben von einem Tag auf den anderen komplett ändert. Vor gut zwei Jahren brannte aufgrund eines Kurzschlusses das Restaurant, das sie damals im solothurnischen Deitingen führten, nieder. Ein äusserst brenzliger Moment, auch für die junge Familie selbst – sie bewohnten zu diesem Zeitpunkt die Wohnung über dem Restaurant. Sich und die zwei kleinen Kinder konnte man glücklicherweise in Sicherheit bringen – ein Grossteil des Hab und Guts verlor man jedoch in den Flammen. «Es war traumatisch», erinnern sie sich zurück. Dank der grossen Unterstützung der Gemeinde Deitingen stand man bald wieder auf den Beinen. Und der Traum vom gemeinsamen Restaurant blieb bestehen. Da, wo das Leben stattfindet und Menschen sich treffen, fühlen sich der gelernte Pizzaiolo und seine Frau wohl. «Die Menschlichkeit, die man in einem Restaurant spürt, ist einmalig. Und es gibt nichts Schöneres, als wenn die Gäste glücklich sind, mit dem, was auf dem Teller serviert wird», so Francesco D’Alessandro.
Die Reusslandschaft erinnert an die Aare
Wie das Gericht muss aber auch das Lokal passen. Und so zog es sie – obwohl sie eigentlich im Kanton Solothurn bleiben wollten – in den Nachbarkanton. Das Lokal gefiel sofort. Und nebst dem modernen Ambiente vor allem auch, dass es ländlich gelegen ist. «Wir beide haben viele Jahre in einem Dorf gelebt, wo jeder jeden kannte. Das ist charmant, uns gefällt das. Und wir glauben fest, dass wir das auch hier in Jonen finden können», meint Burcu D’Alessandro. Zudem erinnert sie die Reuss an die Aare – und damit auch ein Stück weit an ihre Heimat.
Dass man mit dem jungen Wirtepaar neue Pächter gefunden hat, freut auch Conny Kissling. Ihr und ihrem Mann Urs Lehmann gehört die Liegenschaft am Chriesiweg 1. Es sei ein Herzenswunsch gewesen, dass das Restaurant weitergeführt werde. Das habe sie auch im Austausch mit der Bevölkerung gespürt. «Als ich im Dorfladen den Flyer aufgehängt habe, wurde ich angesprochen. Das Dorf scheint froh zu sein, dass es noch eine Möglichkeit des Einkehrens gibt», erzählt sie. Für Conny Kissling hat ein Dorfrestaurant eine wichtige Funktion. Hier kehren Vereine ein, Sitzungen werden abgehalten, Menschen verabreden sich. In Anbetracht dessen, dass in der Region in den letzten Jahren viele Restaurants verschwunden sind – und auch die Zukunft vom «Litzi» ungewiss ist –, ein nicht zu unterschätzender Faktor. Und auch auf einen anderen Aspekt freue man sich. «Wenn es keine Beiz im Dorf gibt, fehlt etwas Wesentliches.» Das sieht auch das Ehepaar D’Alessandro so. Und hofft, gerade eben durch seine Tätigkeit schnell Kontakte zu knüpfen. Der erste Versuch an diesem Wochenende ist zumindest gelungen.
Mittagstisch wird weitergeführt
Verköstigt wird im «La Rotonda» weiterhin mit italienischen Gerichten. Nebst hausgemachter Pasta und Pizzen nach typisch süditalienischem Rezept werden verschiedene Spezialitäten aus Francesco D’Alessandros Heimat Sizilien auf der Karte zu finden sein. Saisonal angepasst, versteht sich. Gekocht wird mit italienischen und Schweizer Produkten. Zudem wird morgens ab 8.30 Uhr ein «Büezer-Zmorge» angeboten und am Mittag klassische Menüs. Auch führt die Familie D’Alessandro den Mittagstisch weiter.
Für Gemeinderätin Doris Haas, die auch beim Eröffnungsapéro anwesend war, ist unter anderem auch deswegen sehr wertvoll, dass das «Rotonda» weitergeführt wird. Auch, weil es in unmittelbarer Nähe immer weniger Einkehrmöglichkeiten gibt. «Es braucht einen Treffpunkt im Dorf. Und auch, dass die Gastfreundlichkeit weitergepflegt wird.»

