Stefan Sprenger, Redaktor.
Sonne, Strand, die Bierdose zischt. Ich nehme einen Schluck. Ich ahnte nicht, wie folgenschwer dieser schöne Moment im Jahr 2018 wird. Diese nächsten Tage auf Koh Rong (Kambodscha) werden nach diesem Bierchen ...
Stefan Sprenger, Redaktor.
Sonne, Strand, die Bierdose zischt. Ich nehme einen Schluck. Ich ahnte nicht, wie folgenschwer dieser schöne Moment im Jahr 2018 wird. Diese nächsten Tage auf Koh Rong (Kambodscha) werden nach diesem Bierchen vom Traumurlaub zum heftigen Shitstorm. Sechs Tage Alarm im Darm, braune Gewitter mit Sprühschiss-Regen, nonstop.
Sorry meine deutlichen Worte. Aber ich muss Sie warnen. Denn aus der Dose zu trinken, ist doch grusig. Staub, Bakterien und andere Hässlichkeiten lagern sich darauf ab. Wieso gibt es sonst Dosen mit schützender Alufolie obendrauf? Wenn Sie aus der Dose trinken, können Sie gleich die Türklinke ablecken. Stimmt das auch? Hier die 10 keimverseuchtesten Dinge aus unserem Alltag: Lichtschalter. Kühlschrankgriff. Schneidebrett. Geld. Handtuch. Kaffeemaschine. Schwamm. Fernbedienung. Tastatur. Handy. Die Dose ist nicht dabei. Das kann doch nicht sein.
Spurensuche. Die «Gottfried Krueger Brauerei» aus den USA brachte 1935 erstmals Bier in Dosen auf den Markt. «Es war die Erfindung aller Erfindungen. Es hat die Welt des Biers auf den Kopf gestellt», sagt die Familie Krueger. Nicht nur das: Heute werden weltweit pro Jahr über 230 Milliarden Getränkedosen produziert. Ein Siegeszug. Für den Hersteller top, die Konsumenten mögen es auch. Und die Bakterien? Investigativjournalist Jace Larson wollte es wissen. Er testete Dosen aus verschiedenen Quellen (Supermarkt, Automat, Haushalt). Bis auf eine Dose hatten alle Schimmel drauf. Die verseuchteste Dose hatte 600 Schimmelpilzkolonien und 3700 Bakterienkolonien drauf. Ich wusste es! Doch eine Mikrobiologin erklärt, dass diese Werte nicht besorgniserregend sind. Ein Hygienespezialist sagt sogar, dass auf der Dose Durchfall auslösende Bakterien gar schneller absterben und es hygienischer ist als ein Kunststoffverschluss.
Ich erinnere mich an Koh Rong 2018 zurück. Nach dem Dosenbier trank ich Wasser aus einer PET-Flasche – mit Kunststoffverschluss. Ich bin beruhigt und kann endlich wieder Dosenbier trinken. Denn irgendwie wusste ich es schon immer: Eine Palette hat 24 Dosen, der Tag hat 24 Stunden, das kann doch kein Zufall sein. Prost.