Nun doch keine Brücke
05.06.2026 Muri«Gmeind» entscheidet am 11. Juni über die Sistierung eines Projektes
Die Spannweite genügt nicht. Nun soll die geplante Brücke über die Bünz nicht realisiert werden. Zudem entscheiden die Stimmberechtigten über 300 000 Franken ...
«Gmeind» entscheidet am 11. Juni über die Sistierung eines Projektes
Die Spannweite genügt nicht. Nun soll die geplante Brücke über die Bünz nicht realisiert werden. Zudem entscheiden die Stimmberechtigten über 300 000 Franken für die ICT an den Murianer Schulen.
Annemarie Keusch
Eigentlich lief alles wie am Schnürchen. Das Ja an der «Gmeind» vor zwei Jahren zum Verpflichtungskredit von 160 000 Franken für den Neubau einer Fusswegbrücke über die Bünz bei der Bachmatten. Die Baubewilligung erfolgte letzten Sommer, nachdem keine einzige Einsprache einging. Eine besser Anbindung an den Bahnhof – das war das Ziel des Projekts. Zwischen der Sportanlage Brühl und dem Gebiet Bachmatten war darum diese Brücke geplant, anschliessend an den Kiesweg und die heutige Umwegführung über die Egg- und die Bachmattenstrasse. Direkte Querung statt Umweg.
Doch im letzten August meldete sich der Kanton. Die geplante Spannweite von 9,5 Metern genüge den Anforderungen für eine künftige Revitalisierung der Bünz nicht. Eine Mindestspannweite von 19,5 Metern wurde gefordert, um damit ausreichen Platz für die Revitalisierungsmassnahmen zu gewährleisten. Zudem seien Beschaffenheit und Lage der Widerlager vorgängig mit der Sektion Wasserbau abzustimmen. Nur knapp zwei Wochen später folgte eine Koordinationssitzung, wo seitens des Kantons jedoch keine Alternativen zur geforderten Spannweite signalisiert worden seien.
Der Gemeinderat schreibt in der Einladungsbroschüre zur «Gmeind»: «Aufgrund der gestiegenen Anforderungen an den Bau und der voraussichtlich hohen Kosten hat der Gemeinderat entschieden, das Projekt bis auf Weiteres zu sistieren.» Knapp 12 800 Franken wurden in die vorbereitenden Projektarbeiten investiert. Geld, das direkt als Aufwand in der Erfolgsrechnung des vergangenen Jahres verbucht wurde.
Veraltete und störungsanfällige Geräte
Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheiden an der «Gmeind» zudem über die Erhöhung des Globalbudgets um 300 000 Franken für die Erweiterung des Gerätebestandes, den Ausbau des Supports sowie die zusätzlichen Softwarekosten ab 2027. Es geht dabei um die ICT an der Schule. «Der bestehende Gerätebestand für den digitalen Unterricht ist teilweise veraltet, störungsanfällig und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen», hält der Gemeinderat fest. Eine Erneuerung sei notwendig. Auch weil die kantonalen Vorgaben und Empfehlungen diesbezüglich in den letzten Jahren gestiegen sind.
2014 wurde ein erstes gesamtschulisches ICT-Konzept für die Schule Muri erarbeitet. Nach der Pandemie und im Zuge des Lehrplans 21 wurde dieses 2021 überarbeitet. «Die damalige Erweiterung ergänzte einen bestehenden Gerätebestand und erfolgte bewusst zurückhaltend», blickt der Gemeinderat zurück. Den gezielten Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu fördern und die Kompetenzen der Lehrpersonen weiter auszubauen, das war damals das Ziel. Und das ist es heute noch, einfach unter gestiegenen Anforderungen. Was in den letzten Jahren laut Ausführungen des Gemeinderates auch dazu geführt hat, dass technische Bewirtschaftung durch Lehrpersonen notwendig wurden. Die 300 000 Franken Erhöhung des Budgets beinhalten auch externe Dienstleistungen und technischen Support. «Die technische Bewirtschaftung soll künftig vermehrt durch externe Fachpersonen erfolgen, damit der interne Support wieder stärker auf pädagogische Aufgaben ausgerichtet werden kann.»
Mieten, nicht mehr kaufen
Der Grossteil der 300 000 Franken – 254 000 Franken – wird in die Erneuerung und den Ausbau des Gerätebestandes investiert. Diese Geräte werden künftig nicht mehr gekauft, sondern über ein Mietmodell beschafft. Im Kindergarten und in der Unterstufe sind vier beziehungsweise sechs iPads pro Klasse vorgesehen, in der dritten und vierten Klasse pro zwei Schüler ein Gerät und in der fünften und sechsten Klasse sowie in der Oberstufe sollen alle Schülerinnen und Schüler mit Convertibles ausgestattet werden. Diese werden ähnlich bedient wie Tablets, erlauben aber dank einer zusätzlichen Tastatur auch textlastigere Arbeiten und komplexere Aufgaben. «Im Zyklus 1 liegt die Ausstattung leicht über den kantonalen Vorgaben, da digitale Geräte bereits heute regelmässig im Schulalltag eingesetzt werden», schreibt der Gemeinderat. In den höheren Klassen sei diese Erweiterung notwendig.
Der Zeitplan sieht vor, dass die Einführung des neuen ICT-Konzepts per Januar 2027 erfolgt – wenn die Stimmbürger dies an der «Gmeind» bewilligen.
Die Traktanden
Die Einwohnergemeindeversammlung findet am Donnerstag, 11. Juni, 19.30 Uhr, im Festsaal statt. Dies sind die Traktanden: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Jahresrechnung. – 4. Baurecht Stiftung St. Martin; Verlängerung zweier Baurechte. – 5. Sanierung Luzernerstrasse: Kommunale Infrastrukturanlagen; Verpflichtungskredit. – 6. ICT Schule: Erneuerung des Gerätebestands. – 7. Sistierung des Projekts Neubau Fusswegbrücke über Bünz bei Bachmatten. – 8. Kreditabrechnungen, a) Radweg- und Fusswegverbindung Personenunterführung Mürlefeld, b) Neubau einer provisorischen Trainingshalle mit Garderobe und öffentlicher WC-Anlage in der Sportanlage Bachmatten, c) Immobilien- und Infrastrukturmanagement. – 9. Verschiedenes.

