Rock ’n’ Roll und Guggengwändli
02.06.2026 MuriErlebnistag für Gross und Klein
Die Pflegi Muri feierte ihr zweites Frühlingsfest
Die zweite Ausgabe des Frühlingsfests begeisterte mit einem vielfältigen Programm und sorgte mit zahlreichen Höhepunkten für gute ...
Erlebnistag für Gross und Klein
Die Pflegi Muri feierte ihr zweites Frühlingsfest
Die zweite Ausgabe des Frühlingsfests begeisterte mit einem vielfältigen Programm und sorgte mit zahlreichen Höhepunkten für gute Laune.
Vom italienischen Buffet über Fischknusperli bis hin zu Thai-Food und veganen Burgern: Das gastronomische Angebot überzeugte. Mit Livemusik, Fotobox, Kinderschminken und vielem mehr lockte die Pflegi Muri zahlreiche Besucher in das liebevoll dekorierte ehemalige Benediktinerkloster.
Spannende Einblicke
Das Wetter spielte mit, die Stimmung war hervorragend: «Überall blickt man in glückliche Gesichter», freute sich Dennis Lehmann, Leiter Hotellerie, über den Erfolg und den Einsatz der rund 100 Mitarbeitenden, die sowohl auf dem Festareal als auch hinter den Kulissen Grosses leisteten. «Ob am Stand, im Service oder in der Küche, jeder hat merklich Freude, den Tag so schön wie möglich zu gestalten.»
Was vor über 50 Jahren begann, lebt heute weiter: Der traditionelle Basar der grössten Pflegeinstitution im oberen Freiamt wurde letztes Jahr durch das Frühlingsfest abgelöst. Die offenen Türen boten spannende Einblicke in den Alltag der Bewohner und an mehreren Infoständen stellten Angestellte ihre vielfältigen Berufe vor. In gemütlicher Atmosphäre ergaben sich generationenübergreifende Gespräche und ein warmherziges, familiäres Miteinander.
--sca
Ein Rundgang durch das Frühlingsfest: Unbeschwerte Stunden für Bewohner und Gäste
Ausgelassene Atmosphäre, bekannte Gesichter und eine geballte Ladung an Kreativität machten die Pflegi auch bei der zweiten Auflage des Frühlingsfests zum «Place to be» in Muri.
Sofern es ihr gesundheitlicher Zustand erlaubt, sind die meisten Heimbewohner auf dem weitläufigen Festgelände anzutreffen. Unter ihnen Kurt Widmer, Jahrgang 1960, Sarmenstorfer und begeisterter Fasnächtler. «Geniessen tu ich es hier, und das Bier ist gut!», sagt er und trinkt einen Schluck. Widmer, der in seinen jungen Jahren im legendären «Chäber» bei Irma Koch serviert hat, zieht es dennoch wieder nach Wohlen: «Dort kenne ich mehr Leute.» Eine Murianer Fasnacht wird er aber, des kurzen Heimwegs wegen, wohl noch hier in der Pflegi erleben. Oder zwei. Das Guggengwändli jedenfalls liegt oben im Zimmer bereit.
Beklemmende Hilflosigkeit am eigenen Leib erfahren
Die ausgelassene Atmosphäre erlebt auch Bewohner Markus Lanz, der wohl grösste Elvis-Fan auf dem gesamten Platz. Stilecht mit Presley-Jacke und passendem Nummernschild am Rollstuhl geniesst er das Konzert der Band «The JB Ramblers» und lässt sich vom Rock ’n’ Roll zurück in die 50er-Jahre entführen.
Am Demenz-Simulator stellt sich den Besuchern eine vermeintlich einfache Aufgabe: Mit Messer und Gabel sollen farbige Papierknäuel auf eingezeichnete Teller gehoben werden, während das Sichtfeld eingeschränkt und durch einen getrübten Spiegel verzerrt wird. Am eigenen Leib erfährt man so auf beeindruckende Weise die Verzweiflung, welche viele an Demenz erkrankte Personen täglich erleben. Es ist berührend, wie der Pfleger Gerhard Fina den täglichen Umgang mit seinen Patienten erklärt – vor allem braucht es Geduld, Verständnis und Empathie. Eine Herzlichkeit, die sich direkt auf das Publikum überträgt: «Alle sind so freundlich und hilfsbereit, das ist wirklich schön!», staunt Jeannine Hobus, die mit ihrer Tochter Ann-Kathrin im Zelt der Aktivierung anzutreffen ist. Unzählige Materialien und Bastelutensilien haben die Gastgeber im hinteren Teil des blühenden Klostergartens bereitgestellt, damit sich die Kinder beim kreativen Gestalten von Blumenkronen und Bemalen von Steinen nach Lust und Laune austoben können.
Finale mit Jazz und guter Laune
Während sich eine Schar Kinder auf der Hüpfburg im schattigen Pflegipark vergnügt, herrscht rund um den Biergarten gesellige Freude. Soeben hat die Schweizer Eishockey-Mannschaft 6:0 gegen Norwegen gesiegt. Mittendrin prostet der gut gelaunte Daniel Strub, CEO des Spitals Muri, seinen Kollegen zu. «Ein Bier liegt noch drin, das letzte!», lacht er. «Man trifft hier Jung und Alt, Freunde und Bekannte. Ein wirklich tolles Fest!»
Begleitet von den Klängen der jungen Jazzsängerin Salome Moana zieht Dennis Lehmann zufrieden Bilanz: «Es war eine schöne Stimmung. Wir hatten sogar mehr Besucher als im Vorjahr!»
Wie er das mit dem guten Wetter hingekriegt hat, behält er allerdings für sich.
--sca




