Sanierung ist eine Knacknuss
02.06.2026 Region UnterfreiamtDritte und letzte Sanierungsetappe der Bahnhofstrasse in Dottikon ist in Planung
Kanton und Gemeinde luden zum öffentlichen Infoanlass zur geplanten Sanierung der Bahnhofstrasse ab Bünzbrücke bis Wohlerstrasse ein.
Walter ...
Dritte und letzte Sanierungsetappe der Bahnhofstrasse in Dottikon ist in Planung
Kanton und Gemeinde luden zum öffentlichen Infoanlass zur geplanten Sanierung der Bahnhofstrasse ab Bünzbrücke bis Wohlerstrasse ein.
Walter Minder
Die Regionalverbindungsstrasse quer durchs Dorf wird täglich von bis zu 8500 Fahrzeugen und zwei Postauto-Linien befahren. Bis zur Bünzbrücke befindet sich unter der Strasse zudem der Hägglingerbach-Kanal. Bereits mehrfach führte fehlende Durchleitungskapazität nach Starkregen zu heftigen Überschwemmungen, welche die Bahnhofstrasse in einen reissenden Fluss verwandelten. Vizeammann Laurenz Meier freute sich in seiner Begrüssung, dass er trotz des sommerlichen Wetters rund 50 Interessierte in der Risi-Aula begrüssen konnte. «Vor zehn Jahren feierten wir den Abschluss der zweiten Sanierungsetappe zwischen Einfahrt Hemmbrunnstrasse und Bünzbrücke, seit drei Jahren beschäftigt uns nun die letzte Sanierungsetappe, eine echte Knacknuss.»
Auslöser Bushaltestelle Gemeindehaus
Dass die dritte Sanierungsetappe mit einer Gesamtlänge von rund 250 Metern in Angriff genommen wird, liegt am notwendigen behindertengerechten Umbau der Bushaltestelle Gemeindehaus, so Projektleiter Tom Busslinger vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Zusätzlich sind das Hochwasserschutzdefizit vom Hägglingerbach-Kanal und die Strassensanierung ins Projekt integriert worden. «Die verkehrsorientierte Bahnhofstrasse führt durch die Dorfkernzone, wir müssen die Sicherheit für den Langsamverkehr dringend erhöhen.» Als weitere Projektziele erwähnte Busslinger die Lärmoptimierung durch den Einbau eines Flüsterbelages sowie den Werterhalt der Infrastruktur durch die Instandstellung des Strassenkörpers und der Werkleitungen. Wird an der Juni-«Gmeind» der beantragte Kredit genehmigt, erfolgt 2029 bis 2031 die Bauausführung, wobei für die beiden Teilabschnitte Bünz bis Mitteldorfstrasse und Mitteldorfstrasse bis Wohlerstrasse mit je einem Jahr gerechnet wird.
Anspruchsvolles Projekt
Kanton und Gemeinde werden unterstützt durch die Fachplaner Timon Obi, Ingenieurbüro Scheidegger + Partner AG, und Michael Leuppi, suisseplan Ingenieure AG. Obi präsentierte detailliert das Strassenbauprojekt. «Im Bereich Gemeindehaus entsteht eine zwei Meter breite Mittelinsel mit Fussgängerstreifen, die Bushaltestelle bekommt einen Personenunterstand und die Strassenentwässerung wird optimiert.» Leuppi informierte anschliessend über die notwendigen Anpassungen des Hägglingerbach-Kanals. «Die Abflusskapazität beträgt aktuell rund 4,5 bis 5,0 m3/s, das heisst der Kanal ist ausgelegt für ein Hochwasser alle 30 Jahre. Die geforderte Abflusskapazität beträgt aber 7,5 m3/s.» Eine spezielle Herausforderung ist, dass der Durchfluss während der Bauarbeiten funktionieren muss, «die Hägglinger können das Wasser nicht ein Jahr lang bei sich oben deponieren ...»
Die budgetierten Gesamtkosten inklusive Reserve von 780 000 betragen rund 9,1 Millionen Franken. Davon muss die Gemeinde 35 Prozent, das heisst rund 3,2 Millionen übernehmen, wobei zusätzliche Kosten für Beleuchtung und Bushäuschen dazukommen, sodass mit Investitionen von insgesamt 4,36 Millionen Franken gerechnet wird. Wird der Kreditantrag an der Juni-«Gmeind» genehmigt, folgt anschliessend die Kreditfreigabe durch den Kanton, sodass der Baustart im Idealfall 2029 erfolgen kann.
Sachliche Fragerunde
In der Fragerunde wurde vor allem das temporäre Verkehrskonzept während der zweijährigen Bauphase angesprochen. In der Phase 1 – Bünzbrücke bis Mitteldorfstrasse – wird der Verkehr voraussichtlich im Einbahnregime durch die Baustelle geführt. In der zweiten Phase – Mitteldorfstrasse bis Wohlerstrasse – ist dies wegen der Sanierung des Hägglingerbach-Kanals nicht möglich, sodass der beidseitige Verkehr via Mitteldorf-/Hendschikerstrasse zur Sternenkreuzung geführt wird. Vizeammann Meier: «Das wird zu vermehrter Staubildung und zu Umfahrungsverkehr führen, aber damit werden wir ein Jahr lang leben müssen.» Zudem liegt beim Kanton der Antrag, dass der Schwerverkehr in dieser Zeit umgeleitet wird. Auch die Sicherheit Velo fahrender Schüler wurde angesprochen: «Warum wird auf dem Trottoir nicht Platz für Fussgänger und Zweiradfahrer geschaffen?» Gemäss Busslinger fehlt dafür der notwendige Platz. Falls es während der Bauarbeiten zu einem Starkregen kommt, wird die Baugrube für die Wasserführung verwendet, damit es zu keinen Überschwemmungen kommt.
Viele der noch offenen Fragen werden in das temporäre Verkehrskonzept einfliessen. «Wir bleiben am Ball», schloss Vizeammann Meier den sachbezogenen Infoanlass.
Die weiteren Traktanden
Neben dem Kredit über 4,36 Millionen Franken für die Sanierung der Bahnhofsstrasse kommen an der «Gmeind» vom 19. Juni (19.30 Uhr, Risi) noch weitere Geschäfte zur Behandlung. So wird über einen zweiten Kredit abgestimmt. In diesem Fall geht es um 622 000 Franken, die für die Sanierung des Buchenwegs inklusive Wasser- und Abwasserleitung benötigt werden.
Umgekehrt wurden drei Projekte abgeschlossen und jetzt liegt die Abrechnung vor. Bei der Erschliessung Lehmhof wurde der bewilligte Kredit von 305 000 Franken um 36,75 Prozent (112 000 Franken) unterschritten. Auch die Sanierung des Dachs des Schulhauses Hübel kam deutlich günstiger als erwartet, statt 1,3 Millionen betragen die Kosten nur 786 000 Franken, was eine Kreditunterschreitung von 37,5 Prozent bedeutet. Dies lag vor allem daran, dass die Holzbauarbeiten deutlich tiefer vergeben werden konnten als budgetiert. Ebenfalls unter dem Budget schliesst die Sanierung des Parkdecks beim Altersheim ab. Von den bewilligten 280 000 Franken wurden lediglich 243 000 benötigt, das ist eine Einsparung von 13 Prozent.
Weiter vorgelegt werden der Rechenschaftsbericht, die Jahresrechnung mit einem Plus von 360 000 Franken (budgetiert war ein Minus von 1,2 Millionen) sowie die Verlängerung des Baurechtsvertrags mit dem Tennisclub für weitere 50 Jahre.
--wam


