Sauberes Wasser über die Reuss
10.04.2026 Region Oberfreiamt, Kommende Events, Merenschwand, BaugewerbeAm 4. Mai findet der Spatenstich für das Grossprojekt ARA Reuss-Schachen in Merenschwand statt
Die ARA Reuss-Schachen der Gemeinden Aristau, Merenschwand, Beinwil wird künftig auch das Wasser der Zürcher Gemeinde Obfelden reinigen. Dies kommt nach dem Aus ...
Am 4. Mai findet der Spatenstich für das Grossprojekt ARA Reuss-Schachen in Merenschwand statt
Die ARA Reuss-Schachen der Gemeinden Aristau, Merenschwand, Beinwil wird künftig auch das Wasser der Zürcher Gemeinde Obfelden reinigen. Dies kommt nach dem Aus des ARA-Megaprojekts zustande. Fünf Jahre Planung brauchte es für eine neue ARA, welche 31 Millionen Franken kosten wird.
Verena Anna Wigger
Eigentlich wollte die ARA Reuss-Schachen Teil des ARA-Megaprojekts im benachbarten zürcherischen Säuliamt werden. Dort hatten der Kanton Aargau und der Kanton Zürich bereits einen Vertrag unterschrieben, dass dieses Projekt kantonsübergreifend laufen könnte. Nach mehreren Jahren der Planung und Vorbereitung sollten die Gemeinden einen Absichtsvertrag unterzeichnen. Als es 2019 zur Unterzeichnung des Vertrags ging, entschieden sich einige Gemeinden, dies nicht zu tun. Das geplante ARA-Megaprojekt der Gemeinden Hedingen, Zwillikon, Affoltern, Aeugst, Obfelden, Maschwanden, Aristau, Merenschwand und Beinwil wurde verworfen.
Wie weiter nach dem Scheitern
Bei der Idee zum Megaprojekt hat die ARA Reuss-Schachen ihre Investitionen zurückgestellt, genauso wie die ARA Obfelden. Nun mussten sie von Neuem mit dem Planen beginnen. Hier entschieden die Verantwortlichen der ARA Reuss-Schachen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie wussten, dass Investitionen in ihre ARA dringend nötig sind. Das erzählt Albert Betschart, Präsident der ARA Reuss-Schachen. «Damals war jedoch guter Rat teuer», wie er sagt.
In einer ersten Phase wurde das Gespräch mit der Gemeinde Obfelden für eine langfristige Lösung gesucht. Zu diesen Gesprächen wurde eine spezialisierte Firma hinzugezogen, welche aufzeigen konnte, dass ein möglicher Zusammenschluss sehr viele Vorteile ergibt. Mit diesem Wissen fragten die Aargauer die Gemeinde Obfelden an, ob sie sich eine Zusammenarbeit mit der ARA Reuss-Schachen vorstellen könnte. Innert Wochenfrist erhielten sie die Zusage zur Zusammenarbeit.
Das ist Betschart sehr präsent und freut ihn. So wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese zeigte auf, «dass die Zusammenlegung der ARA Reuss-Schachen mit der ARA Obfelden eine ideale Lösung darstellt», erklärt er. Die kantonsübergreifende Vereinbarung gab es ja bereits.
2024 wurde durch einen Volksentscheid in Obfelden dem Zusammenschluss zur ARA Reuss-Schachen zugestimmt. In den Aargauer Gemeinden haben die Gemeindeversammlungen Ja zum Grossprojekt gesagt. Zugleich wurde in den Aargauer Gemeinden wie auch in Obfelden der Planungs- wie auch der Baukredit genehmigt.
Landkauf inklusive
Nun planen die Verantwortlichen der Gemeinden zusammen mit den Kantonsvertretern Aargau und Zürich einen Bau mit Kosten von 31 Millionen Franken. Dazu gehören ein Landkauf, der Bau von acht neuen Becken, die Druckleitung unter der Reuss für den Anschluss der Gemeinde Obfelden, die Sanierung des Betriebsgebäudes und den Einbau einer neuen Reinigungsstufe. Dazu gehört aber auch der Rückbau der Anlage in Obfelden.
Planungszeit zog sich hin
Im Jahr 2022 wurde ein Vorprojekt samt allen erforderlichen Unterlagen zur Bewertung an den Kanton Aargau geschickt. Präsident Albert Betschart sagt, «die Antwort fiel grundsätzlich positiv aus», allerdings seien mit dem Schreiben einige Auflagen und Massnahmen verbunden gewesen. Die Auflagen bestanden vor allem im Amphibienschutz. So sollten sie beispielsweise Lebensräume und einen ökologischen Ausgleich erbringen. All diese Auflagen und Massnahmen mussten geklärt und dokumentiert werden, damit das Baugesuch allen Vorgaben entsprach. Im Juni 2024 wurde das Baugesuch eingereicht. Die Baubewilligung konnte Betschart im Februar 2026 auf der Bauverwaltung Merenschwand in Empfang nehmen. «In der Bewilligung stehen noch wenige Auflagen, welche vor Baubeginn bereinigt werden müssen», sagt Betschart, und diese werden jetzt bearbeitet und den zuständigen Ämtern zugestellt. «Fünfeinhalb Jahre sind ein langer Prozess», sagt Betschart, ohne müde zu wirken.
Die Herausforderungen kommen jetzt, da während des ganzen Bauprozesses der Betrieb weiterläuft. Die umfassende Erweiterung und Erneuerung der ARA Reuss-Schachen wird in drei Etappen umgesetzt und zum Schluss die Anschlussleitung von Obfelden an die ARA Reuss-Schachen erstellt.
Abklärungen und Verzögerungen
Begonnen hat die Planung vor rund fünf Jahren. Damals gingen Betschart und der Vorstand davon aus, dass der Bau 2028 beendet sein würde. Er selbst ist seit 2008 im Vorstand der ARA. Seit vielen Jahren ist er deren Präsident. Die Länge des Zeithorizonts bei der Planung überraschte ihn. Diplomatisch sagt er: «Mit gewissen Stellen hat es viel Geduld und Überzeugung gebraucht.» Da müsse man manchmal auch hinstehen und seinen Willen bekunden. «Wir wollten oft schneller sein, als die Ämter arbeiten», gesteht er. Bei der Projektvorstellung wurden 16 Abteilungen eingeladen. Ihnen stellten die Freiämter das Projekt vor. Die Baugenehmigung ist bereits erteilt, und die letzten erforderlichen Auflagen werden derzeit geklärt, sodass der Baustart in Kürze erfolgen kann. «Der Termin für den Spatenstich steht», sagt Betschart und blickt zuversichtlich auf den 4. Mai.

