«Scheinbar unbegrenzte Energie»
02.06.2026 Kallern, Region OberfreiamtFür die Kinder, für das Dorf
Kallern: Luigia Giroud ist «Kopf des Monats Mai»
Der Spielplatz in Kallern ist erneuert. Zur Eröffnung Anfang Mai ist das halbe Dorf da. «Dieser Ort ist ein wichtiger Treffpunkt für ...
Für die Kinder, für das Dorf
Kallern: Luigia Giroud ist «Kopf des Monats Mai»
Der Spielplatz in Kallern ist erneuert. Zur Eröffnung Anfang Mai ist das halbe Dorf da. «Dieser Ort ist ein wichtiger Treffpunkt für uns», sagt Gemeindeammann Christian Widmer. Dass der Spielplatz derart grosszügig saniert werden konnte, ist vor allem Luigia Giroud zu verdanken. Die Redaktion wählte die Präsidentin der Spielplatzkommission zum «Kopf des Monats Mai».
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Ohne sie wäre der Kallerer Spielplatz ein anderer: Luigia Giroud ist «Kopf des Monats Mai»
Für 40 000 Franken einen neuen Spielplatz bauen. So lautete der Auftrag an den Gemeinderat. Eine Spielplatzkommission setzte sich dafür ein, dass mehr Geld investiert werden konnte und sammelte dieses gleich selbst. An der Spitze: Luigia Giroud. Für ihr Engagement zugunsten der Kinder im Dorf wählt sie die Redaktion zum «Kopf des Monats».
Annemarie Keusch
Es ist mehr als ein Spielplatz. Es ist der Treffpunkt des Dorfes. Beim Schul- und Gemeindehaus, beim Dachsaal. Ruhig ist es auf dem Spielplatz in Kallern nie. Erst recht nicht, seit dieser neu gestaltet und Anfang Mai eingeweiht wurde. «Galaxie und Raumfahrt» lautet das Thema, samt Rakete. Kreativer und spielerischer Raum, wo sich die Kinder des Dorfes austoben können. Wo sie und ihre Eltern einander treffen. Wo die Pausen verbracht werden. Wo die Kinder lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und einander zu helfen. «Ja, ohne Luigia Giroud und die Spielplatzkommission sähe es hier anders aus», sagt Christian Widmer, Gemeindeammann. Einen Spielplatz gäbe es trotzdem – gab es schliesslich auch vorher. Aber dieser musste saniert werden.
40 000 Franken standen dem Gemeinderat dabei zur Verfügung. «Damit hätten wir einen 0815-Spielplatz realisieren können, aber sicher kein solches Bijou», sagt Widmer. 70 000 Franken standen schliesslich zur Verfügung. Dank der Spielplatzkommission, die Ideen entwickelte und die vor allem Geld sammelte. Unermüdlich an deren Spitze stand dabei die zweifache Mutter Luigia Giroud. «Gerade die Finanzierung ist zum Grossteil ihrem Engagement zu verdanken», sagt Widmer.
«Duracell-Hase im Quadrat»
Er beschreibt Giroud als Frau, die über scheinbar unendliche Ressourcen an Energie verfügt. Familie, Beruf, Feuerwehr, Hobbys – «es ist gewaltig, was sie alles stemmt». Widmer spricht von «einem Duracell-Hasen im Quadrat». Sie scheue keinen Aufwand, gehe mit Vollgas an die Sache ran. «Ihr ist nur das Maximum gut genug.» Das sei vielleicht nicht immer für alle Beteiligten einfach, «aber ohne solchen Effort wäre vieles gar nicht möglich». Für Widmer ist klar, dass es gerade in kleinen Dörfern wie Kallern solche Leute braucht. «Wir sind zwar klein, aber was das Engagement der Menschen im Dorf betrifft, sind wir sehr gross.» Luigia Giroud sei ein sehr gutes Beispiel dafür. Mit ihrem Einsatz für den Spielplatz. Aber auch mit dem Yoga-Angebot, dass es wegen ihr im Dorf gibt. «Dank Menschen wie ihr, dank Vereinen, dank Engagierten lebt das Dorf.»
Von einem aussergewöhnlichen Einsatz rund um den neuen Spielplatz in Kallern spricht auch Priscilla Wüthrich.
Sie lebt im Dorf und ist mit Luigia Giroud befreundet. «Sie ist eine ausgesprochen empathische, engagierte und ambitionierte Person», sagt sie. Was sie anpacke, mache sie mit Herzblut, Leidenschaft und Hingabe. Standardlösungen, das reicht ihr nicht. «Sie verfolgt stets das Ziel, das Beste aus einer Situation oder einem Projekt herauszuholen.» So auch beim Spielplatz. «Dabei hat sie viel Zeit und Energie investiert und sich auch von Herausforderungen nicht entmutigen lassen.» Ihr Einsatz sei geprägt gewesen von Ausdauer, Überzeugung und dem Wunsch, etwas Nachhaltiges für die Gemeinschaft zu schaffen.
Einzige aktive Frau im Atemschutz
Den neuen Spielplatz bezeichnet Priscilla Wüthrich als «enormen Gewinn». Als attraktiven Begegnungsort für Familien, Kinder und das ganze Dorf.
«Solche Orte fördern das Miteinander und tragen wesentlich zur Lebensqualität in einer Gemeinde bei.» Der neue Spielplatz sei für sie «ein wunderbares Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn sich engagierte Menschen mit Leidenschaft für die Gemeinde einsetzen».
Der Spielplatz und das Yoga sind aber noch nicht alle Beispiele von Luigia Girouds Einsatz für die Allgemeinheit. Mit viel Leidenschaft ist sie Teil der Regio-Feuerwehr Freiamt-Mitte. Deren Kommandant Seppi Schönenberg sagt: «Sie ist ein wertvolles, immer aufgestelltes Mitglied in unserer Feuerwehr. Und auch als einzige aktive Frau im Atemschutz steht sie den Männern in nichts nach.» Giroud ist Gruppenführerin, gestaltet den Social-Media-Auftritt der Feuerwehr. Und sie betreibt Feuerwehr-Sport. In nächster Zeit startet sie den Versuch, den Weltrekord im Lauf auf den Niesen zu brechen – in voller Atemschutzmontur. Seppi Schönenberg betont: «Unsere Gesellschaft funktioniert nur mit Menschen, die Ideen haben, die Ärmel hochkrempeln und alles unternehmen, damit etwas funktioniert. Ein solcher Mensch ist Luigia Giroud.»
Die bisher Gekürten
Als Kopf des Monats Januar wurde Melanie Müller gekürt. Sie ist seit zwei Jahren Leiterin der Bibliothek Wohlen. Sie war die treibende Kraft bei der Organisation des Jubiläumsanlasses «50 Jahre Bibliothek». Im Februar wurde Daniel Güntert gewählt. Am 13. Februar feierte das Schweizer Strohmuseum seinen 50. Geburtstag. Güntert arbeitet die Geschichte des Museums unermüdlich auf. Kopf des Monats März ist die Bremgarter Tanzlehrerin Christel Hell. Unter ihr sind die jährlichen Auftritte der Bremgarter Schülerinnen und Schüler im Casino zum Spektakel geworden. Im April hiessen die Gewählten Andreas Stierli (Handball Wohlen) und Pitsch Müller (HC Mutschellen). Die Zusammenarbeit der beiden Vereine gipfelte im 1.-Liga-Aufstieg.
--red


