Schönes Wetter und Besucherrekord
28.07.2026 MuriUnplugged auf Tuchfühlung
Musiker Marc Amacher ist Überraschungs-Act am Autokino in Muri
Zum Auftakt des Autokino-Wochenendes in Muri pilgerten Hunderte Stammgäste und viele neue Besucher ins Muri-Dorf. Das schöne Wetter und die Filme locken. Andere kamen wegen der Autos, alle bekamen ein Konzert der Extraklasse geschenkt.
Verena Anna Wigger
Nicht schlecht gestaunt haben die Besucher des Autokinos, als Marc Amacher und Band auftraten. Der Musiker und seine Band haben diesen Frühsommer ohne Ankündigung verschiedene Plätze bespielt. Cyrill Räber, OK-Präsident, sagte: «Wir haben vereinbart, dass niemand Werbung macht.» Man sieht es ihm an, leicht fiel ihm das nicht. Doch die zahlreichen Besucher geniessen die spontane Unterhaltung aus Blues und Rock. Den einen ist der Berner Musiker ein Begriff, für andere ist er Neuland. Da und dort wippt man mit und viele Gesichter strahlen. Ein Fan kommt vor dem Konzert auf Amacher zu. Sie begrüssen sich, man kennt sich. Amacher, gerade mit einem Interview beschäftigt, nimmt sich geduldig Zeit, um die Single-Anfrage des Fans aufzunehmen. Dazwischen kommt eine Rückfrage zu einem Gig in Wien, auch diese wird beantwortet. Natürlich, echt und authentisch mit seinen Zuhörenden auf Tuchfühlung, so will er rüberkommen und das lebt er. Er nimmt sich auch Zeit für das spontane Interview.
Hautnah, authentisch sein, so ist Marc Amacher
Das Konzept der Tournee ist simpel. Amacher und Band kommen und spielen, handgemacht und ohne «Schnickschnack». Das tun sie auch in Muri. Ihm ist es auf dieser «Overdrive-Spontan-Tournee» wichtig, dass die Musik nicht vorher abgemischt ist. «Wir machen das unter widrigsten Umständen», sagt er. Damit meint er, dass sie all die Ansprüche herunterschrauben, um ihre Musik live zu präsentieren. Einfach, handgemacht, auf der Wiese neben der Festwirtschaft stellen sie ihre Instrumente auf, verbinden sie mit dem Verstärker und los gehts.
Amacher ist überzeugt: Wenn die Menschen erleben, wie echt ihre Musik ist, dann passiert etwas bei ihnen. Das haben sie auch beim Nummer-1-Album «Load» im vergangenen Jahr erlebt. Seit rund 10 Jahren kennt man den Berner Blues- und Rock-Musiker durch seinen Auftritt bei «The Voice of Germany». Da sang er mit Grössen wie Robbie Williams. Aber auch Eric Clapton und die Brüder «BossHoss» haben schon bei ihm angefragt. Der ganze Platz geniesst den Sound, bevor der Film losgeht.
Die 29. Ausgabe des Autokinos in Muri ging bei schönstem Sommerwetter über die Bühne.
Rund 1400 Autos wurden an den drei Tagen gezählt. Dazu hat das OK eine neue Software für die Essensbestellung eingesetzt, damit das Warten einfacher wird. Das Programm mit Film, alten Autos und einem «chilligen» Abend im Muri-Dorf wurde einmal mehr zu Sommernachtsmärchen.
Verena Anna Wigger
Das Autokino-Wochenende erlebt drei schöne Tag und über 3000 Besucher. Diese wollten zum einen die drei Streifen sehen, welche gezeigt wurden. Sie kamen aber auch wegen dem Treffen und den Autos, die es zu bestaunen gibt. «Seit Langem wieder drei Tage mit guter Wettervorhersage», sagt Daniel Hold.
Rekord gebrochen und Neuerungen, die helfen
Das Erlebnis Autokino ruft an den drei Tagen jedes Jahr bis zu 1100 Besucher nach Muri. In diesem Jahr nun der neue Rekord: 1400 Autos an drei Tagen. Viele von ihnen kommen schon früh, damit sie sich vor dem Eindunkeln noch verpflegen können. Und die Warteschlaufe beim Essenszelt war legendär. Doch wie sagte es Präsident Räber: «Unser Fritteusen-Meister hat eine Software entwickelt, die diesen
Prozess entschlackt.» Auch der damit verbundene Stress in der Küche wird merklich geringer. «Wir hatten ein paar kleine Startschwierigkeiten», sagt Andreas Stierli. Doch diese hingen mehr mit der Stabilität im Netz zusammen. Das Programm läuft reibungslos und die Gäste, die ihr Essen abholen, sind entspannt, während in der Küche fleissig produziert wird. Präsident Cyrill Räber sagt: «Für uns ist es eine grosse Erleichterung.»
Das Picknick im Gepäck
Entspannt nehmen es auch die Gäste, welche mit dem Picknick auf den Platz kommen. Auto parkiert, Heckklappe geöffnet, Stuhl und Tisch aufgestellt und das Picknick geniessen. Das haben Antoinette Sidler aus Mühlau und Serge Kirchhofer aus Birrhard gemacht. Zusammen mit Hund Leny geniessen sie ein feines Essen und ein Cüpli, bevor der Film losgeht. Ihnen gefällt die einmalige Atmosphäre, die vielen spannenden Autos und natürlich sind sie auf den Film gespannt. Währenddessen haben es sich Laura Henseler und Benny Glättli aus Bonstetten auf der Brücke ihres blauen Offroaders gemütlich gemacht. Sie geniessen gerade ihre Pizza und verraten: «Wir haben heute Abend Date-Night.» Auch das gibt es am Autokino. Daneben sind Leni Valente und Lara Zimmermann aus Küsnacht Schwyz angekommen. Sie beide müssen morgen früh raus, denn die Pflege ruft wieder. «Für uns ist es eine Premiere», sagen sie und das Konzert von Marc Amacher als Zugabe gefällt ihnen, obwohl sie den Künstler bis anhin nicht kannten.
Seit 29 Jahren organisiert der Verein Autokino Muri den Anlass. Zuerst waren es zwei, heute sind es drei Abende. Zwar gabs Corona-bedingt einen Aussetzer. Nicht so bei den rund 55 Helfenden und dem OK. Präsident Räber freut sich, dass sie so ein eingespieltes Team
sind. «Wir konnten sogar die Zahl der OK-Sitzungen reduzieren», sagt er. Sie wissen mittlerweile alle, wie die Vorbereitungen laufen. Daniel Hold, Personal, und Cyrill Räber, Präsident, freuen sich, dass auch die Helfer den Anlass so gut kennen. «Jeder kommt auf den Platz und weiss schon, was er oder sie macht», so Räber. Und das, obwohl sie mit Tim Seres ein neues Mitglied im OK haben, das für den Bau zuständig ist.
Das Wetter hat das letzte Wort
Letztlich aber entscheidet das Wetter, ob sie 40 Autos haben oder über 400 dastehen werden. «Jedes Jahr haben wir das Ziel, den Rekord zu knacken.»
Und dieses Jahr spielte das Wetterglück mit. Überhaupt wissen sie nie, wie viele Gäste kommen. «Abschätzen können wir dies vielleicht anhand des Mailverkehrs im Vorfeld», sagt Hold. Doch die eigentliche Zahl zeigt sich erst am Abend.
Auch mit dem Velo oder zu Fuss kamen sie
Da das Wetter so schön ist, haben sie den Nachbar-Grundstücksbesitzer angefragt, ob sie den Lastwagen mit der Leinwand bei ihm aufs Feld stellen dürfen. So bringen sie locker eine Reihe mehr aufs Feld und jeder soll ja einen guten Platz bekommen. Und sie scheinen recht zu behalten. Am Donnerstag füllt sich die Festwirtschaft schon früh. «Es kommen auch Besucher einfach zum Nachtessen», sagt Räber. Es gibt auch Besucher, die kommen mit dem Velo und setzten sich in die Festwirtschaft, um den Film zu sehen. Und dann gibt es noch jene wie die Männerriege Muri, die hochmarschiert sind. Jürg Gerber, Mitglieder der Männerriege Muri freut sich über das Überraschungs-Konzert von Marc Amacher: «Mir gefällt seine Musik.» Sein Kollege Albert Lang sagt: «Die Musik passt hierhin.»







