Sich auf die Wurzeln besinnen
04.08.2026 MuriHemmungslos gefeiert
Feier zum Geburtstag der Schweiz in Muri
Der Betrieb auf dem Festgelände war den ganzen Tag gross. Gespielt hat Jung und Alt. Alle genossen die Angebote, welche der Verein 1. August in der Bachmatte und im Dorf bereitstellte. Ein ...
Hemmungslos gefeiert
Feier zum Geburtstag der Schweiz in Muri
Der Betrieb auf dem Festgelände war den ganzen Tag gross. Gespielt hat Jung und Alt. Alle genossen die Angebote, welche der Verein 1. August in der Bachmatte und im Dorf bereitstellte. Ein wahres Kinderparadies wurde den Kleinen bei den sommerlich heissen Temperaturen geboten. Festredner waren in diesem Jahr Vivienne Huber und Hans Wey.
--vaw
An der 1.-August-Feier in der Bachmatte in Muri nahmen über 600 Personen teil
Jassturnier, Kinderspielplatz und Lampionumzug liessen die Herzen höherschlagen. Über 400 Gäste lauschten den Ansprachen von Hans Wey und Vivienne Huber. Der ganze Tag stand im Zeichen des zusammen Feierns und sich Treffens.
Verena Anna Wigger
Wiederum sprach eine junge und eine betagtere Stimme in Muri zur 1.-August-Gemeinde. Jung-SVP-Politikerin Vivienne Huber ging in ihrer Ansprache auf Wurzeln ein. Die 25-Jährige begann ihre Rede mit der Überlegung: «Man kann die Krone eines Baumes stutzen, der Baum treibt wieder aus.» Damit lenkte sie ihre Gedanken auch in Richtung Verwundbarkeit einer Gesellschaft. Doch an einer Stelle sei jeder Baum verwundbar, sagte sie: «Wer einem Baum die Wurzeln nimmt, muss ihn nicht fällen», so Huber.
Sie rief dazu auf, die Werte, die uns ausmachen, anzuschauen und hochzuhalten. Denn genau das mache das Land aus. Man spürte es ihr an, für sie ist dies ein wichtiges Anliegen und damit zeigte sie sich in der forschen Rede auch als Politikerin. Denn laut Huber bilden gute Wurzeln eine Basis für Wachstum. Für sie ist Geschichte nicht nur Ballast, weil nicht alles rund lief. Traditionen seien gelebte Geschichte, Kultur und gemeinsame Erfahrungen, die über Generationen weitergegeben werden. Genau das wünsche sie der Schweiz, «dass wir nicht die Generation werden, die ihre Wurzeln gekappt hat.» Vielmehr wünschte sie, dass man dereinst sagen könne, «dass wir sie gestärkt haben».
Im Alltag leben und feiern für die Zukunft
Hans Wey, der 85-jährige ehemalige Gemeindeammann von Muri, wies in seiner Rede darauf hin, dass das Wichtige am 1. August nicht sei, zu feiern und Reden zu halten. «Sie gehören zwar dazu. Das Wichtigste geschieht davor und danach», betonte er. Dass Menschen zusammenstehen, miteinander sprechen, einander zuhören und gemeinsame Freude teilen, darauf komme es doch an. Weiter sagte der ehemalige Spitaldirektor: «Freiheit zeigt sich nicht in grossen Worten, sondern im alltäglichen Miteinander.» Dort, wo jeder Einwohner Verantwortung übernehme und gemeinsam dafür sorge, «dass unsere Demokratie lebendig bleibt». Die Einladung zum 1. August biete Platz, darüber nachzudenken, was unsere Freiheit im Alltag wirklich trägt.
Er wies darauf hin, dass die Schweiz nicht in Bern beginne, sondern in unseren Herzen. Demokratie lebe vom Miteinander und das im Alltag. Er machte sich Gedanken über unsere Stimmbeteiligungen. Freiheit heisse nicht nur, tun zu können, was man will. Freiheit heisse auch, Verantwortung zu übernehmen. Er ist überzeugt, «wenn es uns gelingt, einander zuzuhören, respektvoll zu bleiben und nicht vorschnell in Lagern zu denken, dann hat das, was wir heute feiern, auch morgen noch Bestand», so Hans Wey.
Glückliche Kinderaugen
Genau dieses Miteinander wurde den ganzen Tag in Muri gelebt. Die Strassen im Dorf waren, nicht nur Baustellenbedingt, ruhig. Auf vielen Plätzen und in Gärten, aber auch auf dem Festplatz in der Bachmatte wurde fröhlich, ausgelassen, gefeiert, gejasst und die Kinder konnten auf dem paradiesischen Spielplatz herumtollen, ins Bassin springen, sich unter der Sprühdusche abkühlen oder auch im Sandkasten mit extraviel Sand ausleben. Wer am Abend am Lampionumzug dabei sein wollte, der hatte die Möglichkeit, Lampions zu basteln. «Wir konnten über 80 Kinder damit glücklich machen», sagte die Verantwortliche für das Kinderparadies Daniela Schweizer. Und ja, es gab ein kühles, aber täuschend echtes Feuer, zu dem die Lampions zogen. Aus Holz, Stoff und Seidenpapier mit der passenden Beleuchtung wurde die perfekte Illusion konstruiert.
Die Bundesfeier in Muri zog Gäste aus dem Kelleramt oder dem Zürcherischen Säuliamt an. Ob zum Jassturnier oder bei der Feier am Abend, unter den rund 400 Gästen der abendlichen Feier waren auch Gäste mit verschiedenen Landessprachen auszumachen. Sie genossen die musikalische Unterhaltung, das Miteinander und die fröhlich, ausgelassene Stimmung, welche schon den ganzen Tag auf dem Festgelände herrschte und der sich niemand entziehen konnte.
Ein Fest für alle
Denn am Nachmittag besuchten zahlreiche Familien das Gelände mit ihren Kindern. Da war Johlen, Lachen und fröhliches Kindergeschrei zu hören. Für die ältere Generation und jene, die gerne daran teilnahmen, gab es am Vormittag die Messe in der Klosterkirche und den Brunch in der Pflegi.





