Solarpionier zu Besuch
13.03.2026 Muri, Energie, Schule, JugendLouis Palmer an der Oberstufe Muri – zwar mit dem SolarTaxi statt mit dem «SolarButterfly»
Der Luzerner Umweltaktivist Louis Palmer war zu Besuch an der Oberstufe Bachmatten in Muri. Vor den Sekundar- und Realklassen spricht er über seine Weltreise ...
Louis Palmer an der Oberstufe Muri – zwar mit dem SolarTaxi statt mit dem «SolarButterfly»
Der Luzerner Umweltaktivist Louis Palmer war zu Besuch an der Oberstufe Bachmatten in Muri. Vor den Sekundar- und Realklassen spricht er über seine Weltreise mit dem Solartaxi, stellt sein Projekt «SolarButterfly» vor und will den Jugendlichen das Thema Klimaschutz näherbringen.
1982 fasst Louis Palmer einen Entschluss: Eines Tages will er ein Solarauto fahren. Mit diesem Traum und seiner Lebensphilosophie «Gib nie auf, frag nach Hilfe und sei kreativ» steht er an diesem Morgen in der Bachmatten in Muri vor den Sekundar- und Realklassen der Oberstufe.
Zunächst setzen sich die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Posten mit seinem neusten Projekt auseinander: dem «SolarButterfly». Dabei erfahren sie, wie das elektrische Expeditionsfahrzeug funktioniert, weshalb der Anhänger die Form eines Schmetterlings hat und wie die Solarflügel Energie produzieren. Anschliessend folgt ein rund 40-minütiger Vortrag des Erfinders selbst. Als Palmer zu erzählen beginnt, verstummen die Gespräche im Raum.
«SolarButterfly» steckt in Amsterdam fest
Mit seinem Solartaxi hat Louis Palmer bereits über 40 Länder bereist. Auf seiner Weltreise sammelte er zahlreiche aussergewöhnliche Erlebnisse: einen Nilpferdangriff in Südafrika, einen Besuch beim jordanischen Prinzen und sogar sein eigenes Bild auf dem Times Square in New York. Der ehemalige Lehrer aus Luzern sorgt mit seinen Projekten immer wieder für Aufmerksamkeit und erhält dafür auch internationale Anerkennung. Für seine Weltreise mit dem Solartaxi wurde er 2008 mit dem UNO-Umweltpreis «Champion of the Earth» ausgezeichnet.
Am Tag seines Besuchs steckt der «SolarButterfly» allerdings noch in Rotterdam fest. Das auffällige Fahrzeug war für vier Jahre unterwegs.
Rund 40 Fahrerinnen und Fahrer besuchten damit Schulen, Städte und Unternehmen. Nun kehrt es wegen Zollproblemen mit etwas Verspätung zurück in die Schweiz.
Kleine Schritte für grosse Wirkung
In seinem Vortrag versucht Palmer, die Jugendlichen mit einfachen Beispielen aus dem Alltag abzuholen. Themen wie Solaranlagen auf Hausdächern, Kleiderproduktion oder Fleischkonsum kommen zur Sprache. Einige dieser Ansätze sind für viele Schülerinnen und Schüler noch neu, andere setzen sie bereits im Alltag um. Rund ein Drittel der Jugendlichen im Raum berichtet, dass auf ihrem Hausdach bereits eine Solaranlage installiert ist.
Nach dem Vortrag bildet sich eine kleine Gruppe um den Umweltaktivisten. Mehrere Jugendliche nutzen die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Besonders interessiert sie eine Aussage, die in ihrem Umfeld häufig gehört wird: «Wir machen doch schon viel.» Palmer nimmt sich Zeit, darauf einzugehen und erklärt, dass viele kleine Schritte zusammen eine grosse Wirkung haben können.
Das Interesse der Jugendlichen ist spürbar, auch wenn ihre Reaktionen nach aussen eher zurückhaltend bleiben. In ihren Köpfen scheint jedoch einiges in Bewegung zu geraten. Klimaschutz ist für viele Teil ihres Alltags geworden. Trotzdem gilt es noch nicht als «cool». Zu Hause wird der Abfall getrennt, viele fahren mit dem Velo oder dem E-Roller zur Schule. Gleichzeitig sind die Prioritäten in ihrem Leben auf anderen Dingen als etwa dem Kauf von Secondhand-Kleidung.
Auch Schulleiterin Sylvia Rodel möchte das Thema Klimaschutz im Schulalltag stärker verankern. Wöchentlich wird auf dem Schulareal «gfötzelet», also Abfall gesammelt. Die Diskussion rund um derartige Themen bleibt komplex. Viele Fragen sind offen, während gleichzeitig zahlreiche andere Bereiche die Aufmerksamkeit beanspruchen. Louis Palmer versucht deshalb, die Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie stehen. «Wenn ich sie zum Nachdenken und Diskutieren anstupse, habe ich schon etwas erreicht.» --abi
Am 18. Juni wird Palmer erneut nach Muri kommen, diesmal für einen Besuch in der Primarschule Rösslimatt.


