Sabrina Salm, Redaktorin.
Aus. Fertig. Vorbei. Die langersehnten Sommerferien sind passé. Mit der Schule hat für viele Eltern der Alltag wieder begonnen. Statt Ausschlafen und in den Tag hineinleben heisst es nun wieder: früh ...
Sabrina Salm, Redaktorin.
Aus. Fertig. Vorbei. Die langersehnten Sommerferien sind passé. Mit der Schule hat für viele Eltern der Alltag wieder begonnen. Statt Ausschlafen und in den Tag hineinleben heisst es nun wieder: früh aufstehen, «Znüniböxli» füllen, Zähneputzen kontrollieren und den Taktstock schwingen, damit der tägliche Wahnsinn pünktlich Fahrt aufnimmt.
Nach fünf langen Wochen ist Schluss mit dem unstrukturierten Regiment des Sommers. Die Kinder müssen sich wieder an Wecker, Stundenpläne und fixe Bettzeiten gewöhnen. Und auch die Eltern müssen ihren inneren Ferienmodus erst wieder auf «Normalbetrieb» umstellen. Keine einfache Aufgabe, wenn die Temperaturen weiterhin hoch sind, die Sonne bis spätabends scheint und eigentlich alles nach «Bleib noch ein bisschen draussen» schreit.
Dabei darf man sich nichts vormachen: Fünf Wochen Ferien sind für Familien nicht nur Erholung, sondern auch ein logistisches Grossprojekt. Kaum jemand kann sich fünf Wochen Ferien am Stück nehmen. Also wird zwischen Homeoff ice, Feriencamps, Grosseltern und Kinder-Bespassung jongliert. Von den Kosten ganz zu schweigen. Und trotzdem fehlt etwas. Die langen Abende. Das gemeinsame «Zmörgele» ohne Zeitdruck. Das Gefühl, dass der Tag einfach passieren darf, ohne dass ständig jemand irgendwohin muss.
Zum Glück gibt es Souvenirs. Und damit meine ich nicht den Kühlschrankmagneten, die Muschel oder das T-Shirt, das nach zweimal Waschen plötzlich eine Nummer kleiner ist. Die schönsten Souvenirs brauchen überhaupt keinen Platz im Koffer. Es sind die Momente, die sich irgendwo im Kopf festsetzen: die zufällige Begegnung mit einem Kolibri, der Nektar aus einer Blüte trinkt. Das gemeinsame Wachbleiben, um Sternschnuppen zu zählen. Warme Haut, lange Abende und dieses wunderbare Gefühl von Freiheit.
Solche Erinnerungen verstauben nicht und gehen auch nicht verloren, wenn der Wecker frühmorgens wieder klingelt. Sie sind der unsichtbare Vorrat, den wir aus den Ferien mitnehmen – und von dem wir im Alltag noch lange zehren können. Und falls das nicht reicht: In sieben Wochen sind ja schon wieder Herbstferien. Man muss schliesslich Ziele haben.