Strassenfest mit lokaler Vielfalt
08.05.2026 Region OberfreiamtTreffpunkt auf der Strasse
Sympathisches Dorffest «Seis uf de Bei»
Vor zwei Jahren hat es erstmals für Begeisterung gesorgt, das Strassenfest «Seis uf de Bei». Nun hat es auch in zweiter Auflage die Bevölkerung ...
Treffpunkt auf der Strasse
Sympathisches Dorffest «Seis uf de Bei»
Vor zwei Jahren hat es erstmals für Begeisterung gesorgt, das Strassenfest «Seis uf de Bei». Nun hat es auch in zweiter Auflage die Bevölkerung bewegt. Trotzdem wird der Zweijahresrhythmus nun gebrochen. 2028 steigt in Sins nämlich das Nordwestschweizerische Jodlerfest. Deshalb findet das nächste «Seis uf de Bei» erst 2029 statt. --tst
Auch bei der zweiten Auflage von «Seis uf de Bei» wurde ausgiebig gefeiert – in zwei Jahren folgt das Jodlerfest
Würde es an den Erfolg der ersten Auflage anknüpfen können, das Dorffest «Seis uf de Bei»? Und wie: «Wir hatten wiederum ein unvergessliches Fest», zieht OK-Co-Präsident Pius Vogel Bilanz, «mit sogar etwas mehr Besuchern als letztes Mal.»
Thomas Stöckli
Erneut ist es der Bevölkerung und den beteiligten Vereinen gelungen, die Aarauerstrasse in eine abwechslungsreiche Genuss-, Erlebnis- und Begegnungszone zu verwandeln. Schon zum Morgengottesdienst um 9.30 Uhr waren deutlich über 100 Leute auf Platz. Über den ganzen Tag dürften es rund 2200 Festgängerinnen und Festgänger gewesen sein. Das Wetter spielte mit, fast zu gut sogar. So waren gegen Mittag bei sommerlichen Temperaturen und drückender Sonne Schattenplätze begehrt.
Vereine geben alles
Direkt neben der Bühne haben die Z-Fighters Oberwil-Sins ihre Basis eingerichtet. Die Inlinehockeyaner haben nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern auch zum Schuss-Contest eingeladen. Dabei waren allerdings weder Schärfe noch Präzision gefragt, wie Pascal Zürcher, Eventverantwortlicher im Vorstand, ausführt. Vielmehr ging es darum, mit möglichst konstantem Tempo zu schiessen. Die Teilnahme wurden mit einem kleinen Geschenk belohnt.
Der Männerchor verwöhnte mit Grillwürsten, der Turnverein mit Risotto – «das ist unsere Kernkompetenz», so Männerriegen-Präsident Anton Nussbaumer. Um den Geschmack der Jugend zu treffen, bereitete man diesen mit Gemüsebouillon vegetarisch zu – bei «SpiGrü» brutzelte derweil der Braten. «SpiGrü» steht für «Spiess im Grünen», verrät Mitglied Peter Wolfisberg und erzählt die Gründungsgeschichte des «kleinsten Vereins» von Sins: «Vor 70 Jahren haben einige Veloclub-Kollegen im Wald einen Spiess gemacht.» Anlass war damals ein erfolgreich organisiertes Velorennen des damaligen Radfahrer-Vereins Sins. Offenbar schmeckte der Spiess so gut, dass aus der einmaligen Aktion eine Routine wurde. Die ersten zwei, drei Mal wurde der Spiess noch von Hand gedreht, dann schaffte der Verein bereits einen ersten Elektroantrieb an. Heute zählt «SpiGrü» acht Mitglieder, wobei drei davon seit der Gründung mit an Bord sind. Unter ihnen Klaus Konrad, der im August 95 Jahre alt wird. «Wir treffen uns noch drei- bis viermal im Jahr», sagt Wolfisberg.
Seilziehen und Schiessen
Anpacken war beim Seilziehclub Sins gefragt: Am Einzelbock konnten sich Interessierte voll reinhängen und die eigene Zugkraft messen. Vizepräsidentin Elena Beier nutzt die Gelegenheit, um auf das grösste internationale Seilzieh-Jugendturnier aufmerksam zu machen, das ihr Club am 28. und 29. August in der Küfermann ausrichten darf. «Wir Sinser konnten das Turnier schon dreimal gewinnen», sagt sie. Zum Unterhaltungsangebot trugen weiter die Schnitzeljagd des Familienvereins «Kreativ 77», der nächstes Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum feiern darf, und die Jungwacht ihren Teil bei.
Bereits dieses Jahr feiern die Sportschützen Sins Jubiläum – und zwar bereits den 100. Geburtstag. «Wir nahmen das zum Anlass, auch etwas für die Bevölkerung zu machen», so Präsident Fabrice Ineichen. Die zu diesem Zweck angebotene Schiessbude wurde rege genutzt. Routinier Peter Bittel blickt auf die bewegte Geschichte des Vereins zurück, vom Anbau des eigenen Schützenstands in den 80er-Jahren über die Anschaffung der ersten elektronischen Trefferanlage vor über 25 Jahren bis zum grössten sportlichen Erfolg, dem zweiten Rang im Vereinswettkampf am Kantonalen Schützenfest in Chur vor 20 Jahren. Damals siegte Bittel selbst übrigens im Nachdoppeln.
Rhythmus wird unterbrochen
Im geschichtsträchtigen «Sprützehüsli» hat der Fussballclub Sins sein «Irish Pub» eingerichtet – natürlich mit passender Musik und charakterstarkem Stout-Bier. Hierhin verlagerte sich das Geschehen spätestens nach dem Eindunkeln. «Bis morgens um 3 Uhr genossen es immer noch zahlreiche Leute in den Bars», so Vogel. Als Mit-Organisator des Nordwestschweizerischen Jodlerfests hatten die Fussballer bereits am Morgen ihren Auftritt auf der grossen Bühne.
Das Fest bleibe als voller Erfolg in Erinnerung, so Pius Vogel. Was bleibt, ist die Vorfreude. Allerdings nicht auf übernächstes Jahr. In Rücksicht auf das Jodlerfest von 2028 wird der Zweijahresrhythmus des Dorffests unterbrochen, das nächste «Seis uf de Bei» findet demnach erst 2029 statt.





